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22.06.2011

11:37 Uhr

Satellitensystem

Galileo-Aufträge gehen an Thales und Astrium

Der französische Thales-Konzern und das britische Unternehmen Astrium können sich über die beiden letzten Galileo-Aufträge freuen. Zusammen sind die beiden Verträge für das Navigationssystem 355 Millionen Euro wert.

GIOVE-A-Satellit, der als erster Galileo-Satellit im Dezember 2005 gestartet war. Quelle: ap

GIOVE-A-Satellit, der als erster Galileo-Satellit im Dezember 2005 gestartet war.

BrüsselDie letzten beiden Millionenaufträge für das umstrittene europäische Satellitennavigationssystem Galileo gehen nach Frankreich und Großbritannien. Die Verträge - die zusammen auf einen Wert von 355 Millionen Euro kommen - unterzeichnen am Mittwoch der französische Thales-Konzern und der britische Konzern Astrium, hieß es vorab in Brüssel aus EU-Kreisen. EU-Kommissar Antonio Tajani nimmt an der Unterzeichnung der beiden Infrastrukturverträge bei der Luftfahrtschau in Le Bourget bei Paris teil.

Nachdem das EU-Prestigeprojekt immer wieder für Schlagzeilen gesorgt hatte - wegen der hohen Kosten und weil es im Zeitplan hinterherhinkt - könnte Tajani in Le Bourget nun positive Nachrichten verkünden: Galileo soll doch billiger werden als noch zu Jahresbeginn befürchtet, hieß es in Brüssel. Bis 2020 soll die Konkurrenz zum US-Navigationssystem GPS neuen Schätzungen zufolge 500 Millionen Euro weniger und damit insgesamt 4,8 Milliarden Euro kosten.

Außerdem sollen die ersten 24 Galileo-Satelliten früher ins All starten als zuletzt erwartet. Mit den Einsparungen könnten bis 2014 sechs zusätzliche Satelliten finanziert werden, hieß es aus EU-Kreisen. Statt 18, wie Tajani noch im Mai verkündet hatte, sollen bis 2014 schon 24 Satelliten im Weltraum sein. Damit könnten die grundlegenden Dienstleistungen genutzt werden.

Voll einsatzfähig ist Galileo aber erst, wenn alle 30 Satelliten im All sind. Ursprünglich sollte das System 2008 an den Start gehen. Die ersten beiden Galileo-Satelliten starten im Oktober vom europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guyana. Einer der zwei hauptzuständigen Betriebe für den Bau der ersten beiden Satelliten ist die EADS-Tochter Astrium in Deutschland.

Galileo soll ähnlich wie GPS der Ortung und Navigation dienen - nur präziser. Als Einsatzszenarien nennt die EU den Verkehr zu Lande, zu Wasser und in der Luft, zudem die Landwirtschaft und Bauindustrie. Auch Behörden sollen das System nutzen. Fahnder könnten die Daten bei der Verbrecherjagd benutzen, Bauingenieure beim Einmessen von Gebäuden, Landwirte beim Verteilen von Dünger.

Von

dpa

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