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18.01.2011

17:36 Uhr

Satellitensystem

Galileo wird um Milliarden teurer

VonThomas Ludwig

Der Aufbau des europäischen Satellitensystems Galileo wird deutlich teurer als zunächst geplant. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die Europäische Kommission am Dienstag in Brüssel vorstellte.

Satellit des europäischen Navigationssystems: Galileos Kosten steigen deutlich. Quelle: ap

Satellit des europäischen Navigationssystems: Galileos Kosten steigen deutlich.

BRÜSSEL. Das europäische Satellitennavigationssystem Galileo wird deutlich teurer als geplant. Das räumt nun erstmals auch die EU-Kommission offiziell ein. Um die Infrastruktur fertigzustellen, werden demnach von 2014 bis 2019 rund 1,9 Milliarden Euro mehr gebraucht. Die jährlichen Betriebskosten veranschlagt die Brüsseler Behörde auf 800 Millionen Euro. „Die Aussicht, mit dem Betrieb der Systeme direkte finanzielle Einnahmen zu erwirtschaften, ist für die EU äußerst gering“, heißt es in einer Mitteilung der Kommission an die 27 EU-Mitgliedstaaten und das Parlament. Höchstens 70 Millionen Euro ließen sich jährlich verdienen.

Dennoch ist die Kommission vom Sinn des Projekts, das ursprünglich 3,4 Milliarden Euro kosten sollte, überzeugt: Galileo bringe in den nächsten anderthalb Jahrzehnten einen volkswirtschaftlichen Nutzen in Höhe von 60 bis 90 Milliarden Euro. Das Projekt rege das Wirtschaftswachstum an und stärke Europas Technologiekompetenz, sagte Industriekommissar Antonio Tajani. So soll Galileo das Management im Transportgewerbe, im Flugverkehr und in der Containerschifffahrt effizienter machen.

Berlin prüft Abstriche

Wie auch andere EU-Mitglieder ist Deutschland von der jüngsten Kostenexplosion wenig begeistert. Dennoch will Berlin Galileo weiter mittragen. Man werde aber untersuchen müssen, ob es Möglichkeiten gebe, das Vorhaben abzuspecken, heißt es in Regierungskreisen. Mit dem Satellitennavigationssystem will die Europäische Raumfahrtagentur Esa dem dominierenden US-System GPS Paroli bieten. Mithilfe von Galileo sollen sich Positionen künftig auf den Meter genau bestimmen lassen. Den Umsatz, der 2010 mit Produkten und Diensten rund um die Satellitennavigation erwirtschaftet wurde, schätzen Experten auf 130 Milliarden Euro weltweit. Im nächsten Jahrzehnt bieten die Märkte demnach ein potenzielles Volumen von 240 Milliarden Euro.

Kommentare (2)

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Politiker

18.01.2011, 19:25 Uhr

Wieder sind die Experten nicht gewillt bzw. in der Lage, die eigenen Vorlagen einzuhalten. Wer befreit Deutschland von diesen Experten? Haben wir es nur noch mit banker zu tun?

Politiker

18.01.2011, 19:26 Uhr

Wieder sind die Experten nicht gewillt bzw. in der Lage, die eigenen Vorlagen einzuhalten. Wer befreit Deutschland von diesen Experten? Haben wir es nur noch mit banker zu tun?

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