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25.04.2014

14:51 Uhr

Scania-Angebot läuft ab

VW schaut nach Schweden

Für knapp sieben Milliarden Euro will VW die Lkw-Tochter Scania komplett übernehmen. Kein Wunder: die Sparte ist hochprofitabel. Heute läuft die Frist für das Angebot ab – noch schwanken die Aktionäre.

Scania-Lkws: Am Montag wird die Entscheidung der Aktionäre erwartet. Reuters

Scania-Lkws: Am Montag wird die Entscheidung der Aktionäre erwartet.

Wolfsburg/StockholmDer Autokonzern Volkswagen blickt nach Schweden: VW will seine hochprofitable Lkw-Tochter Scania komplett übernehmen und hat den Aktionären ein Angebot unterbreitet – an diesem Freitag um 17 Uhr endet die Frist für die Annahme des Angebots. Das Ergebnis dürfte es Anfang nächster Woche geben. VW hatte 200 Kronen pro Aktie geboten – ein Aufschlag von gut 50 Prozent auf den Durchschnitt des jüngsten Scania-Aktienkurses. Mehrere Scania-Aktionäre hatten das Angebot als zu niedrig abgelehnt, andere dagegen wollten es annehmen.

VW hatte im Februar angekündigt, die restlichen Anteile an seiner Nutzfahrzeug-Tochter für knapp sieben Milliarden Euro erwerben zu wollen. Damit wollen die Wolfsburger ihre interne LKW-Allianz stärken, zu der auch MAN zählt.

Die VW-Sparten im Überblick

Volkswagen Pkw

Die Kernmarke des Volkswagen-Konzerns litt im Jahr 2013 unter der Absatzschwäche. Mit 4,7 Millionen verkauften Fahrzeugen schrumpfte der Absatz um 2,2 Prozent. Der Umsatz ging sogar um 4,4 Prozent zurück. Immerhin erwirtschaftet die Kernmarke noch ein operatives Ergebnis von 2,9 Milliarden Euro.

Audi

Die Premiumtochter aus Ingolstadt konnte die Verkäufe steigern. Mit 1,35 Millionen verkauften Fahrzeugen steht unterm Strich ein Plus von 3,85 Prozent. Auch der Umsatz legte leicht auf 49,88 Milliarden Euro zu. Unter Strich steht trotzdem ein deutlicher Rückgang beim Profit um rund 6,3 Prozent auf 5,03 Milliarden Euro.

Skoda

Mit günstiger VW-Technik konnte die tschechische Tochter in den vergangenen Jahren die Kunden locken. Im Jahr 2013 lief es schlechter. Mit 719.000 verkauften Fahrzeuge ging der Absatz um 1,2 Prozent zurück. Der Umsatz fiel es ebenfalls leicht schlechter aus und beträgt nun 10,32 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis hat das deutliche Spuren hinterlassen. Der Gewinn beträgt 522 Millionen Euro und damit satte 26,7 Prozent weniger.

Seat

Das spanische Sorgenkind kommt bei den Verkaufszahlen wieder auf die Bein 459.000 Fahrzeuge verkauften die Spanier im Jahr 2013 - ein Plus von rund sieben Prozent. Auch der Umsatz legt um rund sechs Prozent auf 6,87 Milliarden Euro zu. Unterm Strich steht aber immer noch ein Verlust von 152 Millionen Euro, der immerhin um vier Millionen reduziert wurde.

Porsche

Die Profitmaschine aus Zuffenhausen treibt erstmals das operative Ergebnis des VW-Konzerns an. Seit der Integration im August 2012 hat der Sportwagenbauer einen Profit von 1,46 Milliarden Euro erwirtschaftet. Der Umsatz beträgt nun 7,03 Milliarden Euro. Der Absatz von Porsche wurde auch 78.000 Fahrzeuge taxiert.

Bentley

Bald soll die Luxus-Autoschmiede einen Nobel-SUV an den Start bringen. Dieses Jahr legt der Absatz um 21 Prozent auf 11.000 verkaufte Fahrzeuge. Auch beim Umsatz steht bei 1,68 Milliarden Euro ein Plus von 15,5 Prozent. Der Gewinn der britischen Nobeltochter legt um satte 68 Prozent auf 168 Millionen Euro zu.

VW Nutzfahrzeuge

Die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns schwächelt weiter. Der Absatz stagniert bei 436.000 verkauften Fahrzeuge. Der Umsatz schrumpft ebenfalls leicht auf 9,37 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legt dagegen um 6,4 Prozent zu auf 448 Millionen Euro.

Scania

Die schweren Schweden verkaufen wieder mehr. Mit 80.000 verkauften Lkws stieg der Absatz um 19,4 Prozent, auch der Umsatz legt um 11,2 Prozent auf 10,36 Milliarden Euro zu. Mit 974 Millionen Euro ist das operative Ergebnis rund 4,7 Prozent besser als im Vorjahr.

MAN

Mit einem Beherrschungsvertrag sitzt VW längst auch bei den Münchenern am Steuer. Der Absatz des Lkw-Bauers legte im Gesamtjahr 2013 leicht auf 140.000 verkaufte Fahrzeuge zu. Der Umsatz sinkt dagegen leicht auf 15,86 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis steht unterm Strich ein Gewinn von 319 Millionen Euro - ein Rückgang um satte 61 Prozent.

VW Finanzdienstleistungen

Mit einem Umsatzplus von 10,8 Prozent leistet die Finanztochter des VW-Konzerns mittlerweile einen ordentlichen Beitrag zum Konzernergebnis. Das operative Ergebnis legte im Jahr 2013 um 17,5Prozent auf 1,86 Milliarden Euro zu.

Volkswagen will mit seinem Angebot in den Besitz von mehr als 90 Prozent aller Aktien gelangen und plant, Scania am Ende von der Börse zu nehmen. VW hält derzeit direkt und indirekt über MAN 89,2 Prozent der Stimmrechte und 62,6 Prozent des Kapitals an dem Nutzfahrzeugunternehmen. Im März hatte der unabhängige Teil des Scania-Verwaltungsrates den Aktionären empfohlen, das Angebot der Konzernmutter auszuschlagen.

Doch nicht alle Aktionäre wollen das Angebot von 200 Kronen je Aktie annehmen. Der schwedische Pensionsanbieter Alecta, der rund 2,04 Prozent der Scania-Aktien besitzt, hatte am Mittwoch mitgeteilt, er werde das Angebot von VW nicht annehmen. Am selben Tag sagte AFA Foersaekring, das rund 0,4 Prozent der Scania-Anteile hält, dass es das Gebot von 200 Kronen nicht unterstützen werde. Die beiden Gesellschaften folgten ähnlichen Entscheidungen von AMF, Skandia, AP4 und Investor AB.

Swedbank Robur, das 1,87 Prozent der Anteile kontrolliert, und damit viertgrößter Aktionär von Scania ist, sowie der staatliche Pensionsfonds AP3, der 0,32 Prozent der Anteile besitzt, haben am Donnerstag ihre Unterstützung für das Volkswagen-Angebot von 200 Schwedischen Kronen je Aktie angekündigt.

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