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23.04.2014

13:17 Uhr

Scania

Fonds stellt sich im Übernahmekampf gegen VW

Weiterer Dämpfer für Volkswagen im Kampf um Scania: Ein schwedischer Pensionsfonds lehnt das Übernahmeangebot der Wolfsburger ab. Die Frist läuft am Freitag ab – das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand. Reuters

Scania-Trucks auf einem Parkplatz vor Berlin: VW will den schwedischen Lkw-Bauer komplett übernehmen – und stößt auf heftigen Widerstand.

StockholmGewinnt oder verliert Volkswagen? In der Schlacht um die Komplettübernahme von Scania hat der schwedische Pensionsfonds Alecta VW einen weiteren Rückschlag eingebrockt. Das Angebot von 200 Schwedischen Kronen je Aktie entspreche nicht dem Wert der Lkw-Tochter, teilte der Scania-Aktionär am Mittwoch mit.

Ende März hielt Alecta rund zwei Prozent der Anteile und ist damit drittgrößter Aktionär. „Die Entscheidung war nicht einfach, aber auf längere Sicht schätzen wir es so ein, dass es das ist, was dem Interesse unserer Kunden am meisten dient“, teilte der Pensionsfonds mit.

VW besitzt die Mehrheit an Scania und will sich für umgerechnet 6,7 Milliarden Euro die restlichen Anteile sichern. Die Annahmefrist für das Angebot läuft am Freitag ab. Börsianer gehen davon aus, dass VW nicht die nötige Zustimmung dafür erhalten wird. Das Angebot gilt nur, wenn VW mindestens 90 Prozent der Scania-Anteile einsammeln kann.

Die größten Lkw-Bauer der Welt

Platz 10

Weichai Power - Shaanxi (China) - 104.100 neu zugelassene Fahrzeuge in 2013

Die Sinotruk-Tochter gehörte zu den ersten Firmen, die in China Dieselmotoren produzierte. In Deutschland wurde das Unternehmen durch seinen Einstieg beim Gabelstaplerhersteller Kion bekannt.

Quelle: IHS Automotive

Platz 9

Tata (Indien) - 133.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Mutterkonzern von Jaguar und Land Rover gehört auch im Nutzfahrzeugbereich zu den ganz Großen. Insbesondere im Heimatmarkt spielt das Unternehmen eine führende Rolle.

Platz 8

BAIC - Foton (China) - 136.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Daimlers Schlüssel zum chinesischen Markt ist auch die Kooperation mit den Chinesen. Mit dem Lkw-Bauer Foton, der zum Reich von BAIC gehört, betreiben die Stuttgarter seit 2012 das Joint-Venture BFDA.

Platz 7

Paccar (USA) - 139.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Hersteller aus Bellevue, Washington, baute im Zweiten Weltkrieg noch Panzer. Durch mehrere Übernahmen gehören die Amerikaner zu den Weltmarktgrößen im Lkw-Bereich.

Platz 6

CNHTC - Sinotruk (China) - 150.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Der hinesische Lkw-Produzent beherrscht rund 20 Prozent des heimischen Marktes. Seit 2009 hält der deutsche Lkw-Bauer MAN 25 Prozent an den Chinesen.

Platz 5

Volvo Trucks (Schweden) - 177.200 neu zugelassene Fahrzeuge

Aus Göteborg in die Welt: Bei den ganz schweren Jungs gehören die Schweden zu den größten in Europa. Seit 2011 werden die Volvo Lastwagen auch in den USA gebaut.

Platz 4

Volkswagen (Deutschland) - 178.500 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit den Marken MAN und Scania unter ihrem Dach schaffen es die Wolfsburger im weltweiten Vergleich auf die oberen Ränge. Geht es nach den Plänen des Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch soll das Duo die Weltspitze erobern.

Platz 3

First Automotive Works (China) - 180.800 neu zugelassene Fahrzeuge

Mit mehreren internationalen Herstellern unterhalten die Chinesen Joint Ventures, darunter Volkswagen und Toyota. Auch bei den Lastwagen gibt der Konzern, der einst mit sowjetischer Hilfe aus der Taufe gehoben wurde, den Ton an.

Platz 2

Dongfeng (China) - 264.400 neu zugelassene Fahrzeuge

Der Ostwind, wie die Marke übersetzt heißt, bläst weiter kräftig. Im Segment der mittelgroßen Lkw beherrscht das Unternehmen den wachsenden Heimatmarkt. Nur ein Konzern verkauft noch mehr Lastwagen.

Platz 1

Daimler (Deutschland) - 355.000 neu zugelassene Fahrzeuge

Neue Modelle geben dem Marktführer neuen Rückenwind - auch weil die Stuttgarter mit ihren internationalen Marken Freightliner, Fuso und Barat Benz auch international gut aufgestellt sind.

Am Vortag hatte der Scania-Aktionär Gamco erklärt, seine Aktien an VW verkaufen zu wollen. Einem Zeitungsbericht zufolge wollen mit Handelsbanken Fonder und SEB Fonder zwei weitere Minderheitsaktionäre die VW-Offerte annehmen.

Der Erfolg der Offerte könnte nun am Pensionsfonds Swedbank Robur hängen, der sich bislang nicht erklärt hat. Er hält 1,9 Prozent und ist damit viertgrößter Scania-Aktionär. Sollte Swedbank Robur ablehnen, werde es schwer für Volkswagen, sagte DNB-Analyst Christer Magnergard. Der Ausgang der Transaktion sei völlig offen. Theoretisch kann VW auch jetzt noch auf die 90-Prozent-Schwelle verzichten. Nachdem der Wolfsburger Konzern Scania aber von der Stockholmer Börse nehmen will, wofür ein Streubesitz von weniger als zehn Prozent die Voraussetzung ist, bringt ihm ein geringerer Anteil wenig.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

23.04.2014, 11:29 Uhr

VW hat es jahrelang ohne "vollen Durchgriff" versucht. Das Ergebnis war unbefriedigend. Damit die Investition in Scania sinnvoll bleibt, ist die Komplettübernahme der sinnvolle Weg.

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