Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

21.01.2007

09:47 Uhr

Scania-Fusion

VW will offenbar MAN-Chef stürzen

Volkswagen will einem Medienbericht zufolge MAN-Chef Hakan Samuelsson ablösen. Damit sollten die Chancen für eine friedliche Fusion mit dem Scania-Konzern, an dem VW ebenfalls beteiligt ist, erhöht werden. Der genaue Plan für Samuelssons Sturz soll bereits stehen.

Sturz statt Schützenhilfe? Der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson. Foto: dpa

Sturz statt Schützenhilfe? Der MAN-Vorstandsvorsitzende Hakan Samuelsson. Foto: dpa

HB HANNOVER. MAN-Chef Hakan Samuelsson gelte als Hindernis für den Plan von VW, das eigene lateinamerikanische Lastwagengeschäft mit MAN und dem schwedischen Wettbewerber Scania zu fusionieren, hieß es in einem Bericht des Nachrichtenmagazins "Spiegel". Daher müsse er abgelöst werden.

Der Vorstandsvorsitzende von MAN hatte versucht, Scania zu übernehmen und damit einen heftigen Abwehrkampf provoziert. Auf der kommenden Hauptversammlung von MAN wolle VW nun zwei Vertreter in den Aufsichtsrat wählen lassen und dann für eine Ablösung Samuelssons sorgen, schrieb das Magazin.

Volkswagen wollte den Bericht auf Nachfrage nicht kommentieren. Ein MAN-Sprecher betonte, Samuelssons Vertrag laufe bis zum Jahr 2010. Er verwies darauf, dass üblicherweise der gesamte Aufsichtsrat über die Besetzung des Vorstandes entscheide. Das Gremium hat 20 Mitglieder.

VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch hatte zuvor persönlich die Verantwortung für die Gespärche mit Scania übernommen. Er soll dazu direkt mit der Spitze des Scania-Aktionärs Investor verhandeln. Eine erste Elefantenrunde hat offenbar schon stattgefunden.

Volkswagen ist mit mehr als 15 Prozent größter Aktionär von MAN. Die Wolfsburger wollen ihr Geschäft mit schweren Lkw später in eine Allianz einbringen. Der VW-Aufsichtsrat hatte vergangene Woche die MAN-Offerte für Scania abgelehnt. Die Schweden hatten erbitterten Widerstand gegen das MAN-Angebot in Höhe von gut 10 Mrd. Euro geleistet, das sie als feindlich erachten. Der VW-Vorstand wurde vom Aufsichtsrat beauftragt, für eine Zusammenführung von MAN mit dem schwedischen Rivalen eine einvernehmliche Lösung zu finden. Diese Aufgabe war bereits Bernd Pischetsrieder übertragen worden, der zu Jahresanfang durch Martin Winterkorn an der Konzernspitze abgelöst wurde.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×