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20.06.2017

08:10 Uhr

Schanghai als Standort?

Tesla treibt Pläne für Produktion in China voran

Der Elektroauto-Hersteller steht wohl kurz davor, eine Einigung über einen Fabrikstandort in China abzuschließen. Details müssten noch festgezurrt werden, aber Schanghai scheint auserkoren.

China hat eine große Bedeutung für die Wachstumspläne von Tesla. AP

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China hat eine große Bedeutung für die Wachstumspläne von Tesla.

San FranciscoChina hat sich zum größten Automobilmarkt entwickelt und forciert den Absatz von Elektroautos. Der Elektroautohersteller Tesla steht daher kurz davor, erstmals in dem asiatischen Land Fahrzeuge zu bauen, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Sie beruft sich dabei auf Personen, die mit den Beratungen vertraut seien.

Eine Einigung mit der Stadt Schanghai würde es Tesla ermöglichen, eine Produktionsstätte in der Lingang-Wirtschaftszone zu errichten, so die Informationen. Die Übereinkunft könnte schon diese Woche offiziell bekannt gegeben werden, so die Personen. Details würden aber noch festgezurrt und der Termin für die Verkündung verschoben werden. Nach geltenden Regeln müsste Tesla einen regionalen Partner finden und ein Gemeinschaftsunternehmen (Joint Venture) für die Produktion gründen. Wer der Partner sein könnte, war zunächst nicht klar. Weder Tesla noch ein Sprecher der Lingang-Wirtschaftszone waren zunächst erreichbar.

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Eine lokale Fertigung ist für die Pläne von Tesla-Chef Elon Musk extrem wichtig, um in China weiter wachen zu können. Tesla hat dort im vergangenen Jahr den Umsatz mehr als verdreifacht – auf mehr als eine Milliarde Dollar. Die Fabrik im Land würde helfen, eine Steuer in Höhe von 25 Prozent zu umgehen, die dazu führt, dass die Modelle S und X in China teurer sind als in den USA.

China hat Fahrzeuge mit alternativen Antrieben als eine strategische Wachstumsbranche identifiziert und will die jährlichen Verkaufszahlen für Plug-in Hybridfahrzeuge und vollständige Elektroautos in der kommenden Dekade verzehnfachen. Mit Unterstützung der Regierung ist China bereits 2015 zum größten Markt für emissionslose Autos geworden.

Im nachbörslichen Handel in den USA zog die Tesla-Aktie am Montagabend um zwei Prozent an. Das Papier liegt in diesem Jahr bereits 73 Prozent im Plus. Die Aktie der staatlichen Shanghai Lingang Holdings Co., dem Immobilienentwickler und Vermieter für die angestrebte Fläche, legte im chinesischen Handel am Dienstag um 8,7 Prozent zu.

Die Kosten für die Elektrofahrzeuge in den Griff zu kriegen, ist ein Schlüssel für Musks ehrgeiziges Vorhaben, Autos für den Massenmarkt zu produzieren. Im kommenden Monat soll das Model 3 auf den Markt kommen, ein kleineres und günstigeres Modell als die bisherigen Tesla-Varianten. Eine Ankündigung, das Model 3 nach China zu bringen, steht noch aus. Tesla hat im Jahr 2016 etwa 80.000 Autos gebaut und will im Jahr 2018 bereits auf eine Stückzahl von 500.000 kommen.

Im März hatte der chinesische Technologiekonzern Tencent angekündigt, einen fünfprozentigen Anteil an Tesla für 1,8 Milliarden Dollar zu kaufen. Eine Allianz mit dem mächtigen Unternehmen könnte dem US-Autohersteller helfen, in einem Markt weiter Fuß zu fassen, in dem mehr als 200 Firmen angekündigt haben, Fahrzeuge mit alternativen Antrieben zu fertigen.

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Kommentare (1)

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Herr Holger Narrog

20.06.2017, 08:29 Uhr

Musk verspricht was die Journalisten diesseits und jenseits des Atlantiks hören möchten. So ist er Medienliebling. Viele Mitmenschen erfreuen sich an seinen Visionen.

Die Tesla Autoproduktion und seine Solarfabrik sind chronisch defizitär. Die Liquidität sichert sich Tesla durch regelmässige Kapitalerhöhungen, Subventionszahlungen Bsp. Gigafactory, oder z.B. der Übernahme einer defizitären Solarfabrik mit viel Geld in der Kasse.

Somit stellt sich die Frage, ob Tesla für einen Entscheid zugunsten eines Produktionsstandorts in China mit Subventionszahlungen (Meilensteinzahlungen) rechnen kann?

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