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14.03.2006

10:40 Uhr

Schering-Chef

Hubertus Erlen: Manager ohne Fortüne

VonAnna Sleegers

Der Schlag kommt nicht unerwartet, doch das federt seine Wucht nicht ab. Wahrscheinlich fürchtet Schering-Chef Hubertus Erlen schon lange, dass sein Unternehmen Ziel einer feindlichen Übernahme werden könnte. Daher tat er viel, um sich der Treue seiner Anteilseigner zu versichern: Er ließ einen Geldregen auf sie niederprasseln, straffte das Geschäft und trimmte es auf Rendite.

FRANKFURT. Ob das reicht, um das feindliche Angebot von Merck abzuwehren, wird allerdings von Analysten bezweifelt. Denn der verdiente Pharma-Manager verkörpert geradezu Machiavellis Erkenntnis, dass es zum Machterhalt nicht ausreicht, entschieden die richtigen Ziele zu verfolgen, wenn es an der nötigen Fortüne mangelt.

Seit Erlen 2001 den Vorstandsvorsitz übernahm, war das Glück selten auf seiner Seite. Zwar gelang es ihm, das Unternehmensprofil zu schärfen, indem er sich auf wenige, lukrative Therapiegebiete konzentrierte. Aus dem eher herablassend betrachteten Nischenanbieter wurde ein an der Börse begehrter Spezialist.

Dieser Erfolg relativierte sich jedoch bald. Im vergangenen Jahr riss die Serie schlechter Meldungen aus den Forschungslabors und von den Zulassungsbehörden nicht ab. Es wäre unfair, dem 1943 im schlesischen Troppau geborenen Manager die Rückschläge bei der Entwicklung von Krebsmitteln und Hormonpillen anzulasten. Doch je tapferer er seinen Glauben an den Erfolg dieser Produkte bekräftigte, desto mehr festigte sich das Bild vom Kämpfer auf verlorenem Posten.

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