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24.03.2006

19:30 Uhr

Schering-Übernahme

Chronik: Bayer im Wandel

Der Chemie- und Pharmakonzern Bayer will den Berliner Rivalen Schering für insgesamt 16,3 Milliarden Euro schlucken. Dabei wurde der Leverkusener Traditionskonzern in den vergangenen Jahren schon massiv umgebaut. Die wichtigsten Ereignisse bei Bayer in den vergangenen Jahren:

November 2003: Bayer kündigt überraschend an, seine traditionelle Konglomeratsstruktur aufzubrechen und große Teile seines Chemiegeschäfts abzuspalten.

März 2004: Bayer weist angesichts hoher Wertberichtigungen im Zuge der strategischen Neuausrichtung für das Jahr 2003 mit mehr als einer Milliarde Euro den größten Konzernverlust seiner Geschichte aus.

Mai 2004: Bayer, BASF und die Aventis-Tochter Hoechst verkaufen ihre Beteiligungen an dem Frankfurter Textilfarbstoff-Hersteller DyStar an den US-Finanzinvestor Platinum Equity.

Juli 2004: Bayer kündigt an, für 2,38 Mrd. Euro vom Schweizer Pharmakonzern Roche das Geschäft mit verschreibungsfreien Arzneimitteln zu kaufen.

August 2004: Bayer spaltet einige biotechnologische Forschungsprojekte bei Atemwegsmedikamenten in die neue Gesellschaft Aerovance in den USA ab.

September 2004: Bayer schließt eine strategische Pharma-Allianz mit dem US-Wettbewerber Schering-Plough für Allgemeinarztprodukte in den USA.

Dezember 2004: Bayer kündigt die Konzentration seiner Pharmaforschung auf die zwei Gebiete Herzkreislauf einschließlich Diabetes und Krebs an und verkauft das Blutplasma-Geschäft an US-Finanzinvestoren.

Januar 2005: Die Bayer-Chemieabspaltung Lanxess hat ihr Börsendebut.

März 2005: Bayer verkündet für 2004 die Rückkehr in die Gewinnzone mit einem Nettoüberschuss von 603 Mill. Euro.

Oktober 2005: Bayer zieht sich aus dem Bieterverfahren um die Healthcare-Sparte der britischen Drogeriekette Boots zurück

Oktober 2005: Bayer schließt ein Entwicklungs- und Lizenzabkommen mit dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson für ein Thrombosemittel, das als wichtiger Hoffnungsträger gilt.

November 2005: Bayer trennt sich von seiner Pharmaforschung für Infektionskrankheiten.

Dezember 2005: Bayer erhält in den USA die Zulassung für seinen zweiten großen Hoffnungsträger im Pharmageschäft, das neue Nierenkrebsmittel Nexavar.

Januar 2006: Bayer erwirbt von der US-Pharmafirma Nuvelo Rechte an einem Mittel gegen Blutgerinnung.

23. März 2006: Bayer kündigt eine freundliche Übernahmeofferte für Schering im Volumen von 16,3 Mrd. Euro an und übertrumpft damit die unerwünschte Offerte der Darmstädter Merck von 14,6 Mrd. Euro deutlich.

24. März 2006: Spekulationen über eine höhere Kaufofferte von Merck für Schering treiben die Aktie des Berliner Konzerns über den von Bayer gebotenen Preis von 86 Euro. Am Nachmittag zieht sich Merck jedoch aus dem Übernahmepoker zurück. Bayer-Chef Werner Werning gibt bekannt, dass rund 6000 Arbeitsplätze bei einer Übernahme von Schering gefährdet wären.

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