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06.05.2011

19:01 Uhr

Schiedsgericht

BP und Rosneft dürfen doch noch Aktien tauschen

Dem geplanten milliardenschweren Aktientausch zwischen dem britischen Ölriesen BP und dem russischen Staatskonzern Rosneft steht nichts mehr im Wege. Ein Stockholmer Gericht machte am Freitag den Weg für den Deal frei.

Rosneft-Präsident Eduard Chudainatow (l.) mit BP-CEO Bob Dudley. Quelle: dpa

Rosneft-Präsident Eduard Chudainatow (l.) mit BP-CEO Bob Dudley.

Moskau/Stockholm/London

Der Ölmulti BP und Russlands Staatskonzern Rosneft dürfen unter Auflagen nun doch ihren seit langem geplanten milliardenschweren Aktientausch vollziehen. Die beiden Unternehmen müssen das russisch-britische Joint Venture TNK-BP an ihren Plänen zur Öl- und Gasförderung in der Arktis beteiligen. Das entschied das Stockholmer Schiedsgericht, wie BP am Freitag auf seiner Internetseite mitteilte. Offen ist aber, ob Rosneft dem Einstieg von TNK-BP wie gefordert zustimmt.

Das russische Oligarchenkonsortium AAR, das 50 Prozent der Anteile an TNK-BP hält, fühlte sich durch die Zusammenarbeit von Rosneft und BP übergangen. Die beiden Unternehmen hatten sich Ende Januar auf eine strategische Zusammenarbeit geeinigt und wollen dafür Aktien im Wert von je acht Milliarden Euro tauschen. Dagegen klagte aber AAR. Das Schiedsgericht hatte daraufhin den Deal auf Eis gelegt. Rosneft und BP hatten deshalb die Frist für den Aktientausch bis zum 16. Mai verlängert.

Um den Deal jetzt doch noch zu sichern, will BP einen Schritt auf TNK-BP zu machen. Den Plänen zufolge sollen Ausbeutungs-Rechte für die Arktis an TNK-BP übergeben werden. BP würde allerdings weiterhin profitieren, da die Briten 50 Prozent an TNK-BP halten. In der Region soll es mehr als 60 Milliarden Barrel Öl geben.

Das AAR-Konsortium nahm die neuen Entwicklungen positiv auf. "Wir sehen das arktische Geschäft mit Rosneft als eine große Chance für TNK-BP und für Russland, die wir gerne wahrnehmen würden", hieß es in einer Mitteilung. "Die Einigung von heute weist einen guten Weg in diese Richtung und öffnet den Weg dafür, die wertvolle Erfahrung und Technologie von BP in die Offshore-Förderung Russlands einzubringen.

Von

dpa

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