Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

26.09.2011

08:29 Uhr

Schienenkartell

Voestalpine will Bahn entschädigen

VonMartin Murphy

ExklusivNach Absprachen beim Schienenverkauf und den Milliardenschäden für die Bahn will Voestalpine die Deutsche Bahn entschädigen. Allerdings gibt es dafür auch einen ganz einfachen Grund.

Die Bahn bestellt jährlich über 200.000 Tonnen Schienen. dapd

Die Bahn bestellt jährlich über 200.000 Tonnen Schienen.

DüsseldorfDer Industriekonzern Voestalpine zeigt sich wegen seiner Beteiligung am Schienenkartell als reuiger Sünder. Der Deutschen Bahn hat das österreichische Unternehmen eine umfassende Aufklärung über die Machenschaften des illegalen Verbunds sowie eine zügige Entschädigung in Aussicht gestellt, wie das Handelsblatt aus Branchenkreisen erfahren hat.

Voestalpine hat zusammen mit Thyssen-Krupp und anderen Stahlproduzenten über Jahre hinweg Mengen und Preise auf dem deutschen Schienenmarkt abgesprochen. Geschädigt wurde vor allem die Bahn, die jedes Jahr über 200.000 Tonnen Schienen bestellt.

In einer Excel-Tabelle haben die Kartellbeteiligten die jährlichen Mengen genau festgehalten, daraus lässt sich auch der Schaden ablesen. Da die Preise um bis zu 30 Prozent über dem regulären Niveau gelegen haben, dürfte die Bahn in den vergangenen zehn Jahren bis zu einer Milliarde Euro zu viel für ihre Schienen bezahlt haben.

Im April dieses Jahres hatte das Bundeskartellamt zusammen mit der Staatsanwaltschaft Bochum Räume von zehn Firmen durchsucht, darunter Voestalpine und Thyssen-Krupp. Die Ermittlungen wurden inzwischen auf weitere 20 Unternehmen ausgeweitet. Das Kartell bestand mindestens seit 1998 und soll im privaten Bahnsektor noch bis zum Einschreiten der Kartellwächter bestanden haben.

Die Bonner Wettbewerbshüter waren durch eine anonyme Anzeige sowie eine Selbstanzeige von Voestalpine auf das Schienenkartell aufmerksam geworden. Auch wenn die Ermittlungen noch bis ins kommende Jahr laufen werden; die Österreicher und auch Thyssen-Krupp haben ihre interne Aufarbeitung der Vorwürfe abgeschlossen.

Anders als Voestalpine will der Ruhrkonzern die Ergebnisse der internen Untersuchung nur den Behörden, aber nicht der Bahn zur Verfügung stellen. Nach bisherigem Stand soll erst der Ausgang des Kartellamtsverfahrens abgewartet werden.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Account gelöscht!

26.09.2011, 09:27 Uhr

Die Einkäufer und Einkäuferinnen bei der Deutschen Bahn. Was machen die denn?

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×