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05.08.2013

19:34 Uhr

Schlechte Geschäfte mit Stahl

Gewinnwarnung bei Salzgitter

Das Baugeschäft in Europa schwächelt - und zieht damit auch das Ergebnis des deutschen Stahlkonzerns Salzgittern nach unten. Die Aktie rutscht nachbörslich um mehr als sieben Prozent ab.

Die Salzgitter AG muss die Gewinnprognose nach unten korrigieren. dpa

Die Salzgitter AG muss die Gewinnprognose nach unten korrigieren.

SalzgitterDer Stahlkonzern Salzgitter hat nach einem verlustreichen ersten Halbjahr zum zweiten Mal in wenigen Monaten seine Ergebnisprognose für 2013 gekappt. Der Vorsteuerverlust dürfte für das Gesamtjahr bei 400 Millionen Euro liegen, teilte der Stahlkonzern am Montagabend mit. Hinzu kommen könnten noch Einmaleffekte aus dem Sparprogramm „Salzgitter AG 2015“.

Die alte Prognose eines kleinen Vorsteuergewinns hatte Salzgitter bereits Anfang Mai aufgegeben. Damals hatte der Konzern noch einen Verlust im mittleren zweistelligen Bereich anvisiert. Im ersten Halbjahr lag das Minus der Mitteilung zufolge bei 298,7 Millionen Euro, nach 17,9 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Anleger zeigten sich schockiert: Im späten Frankfurter Handel brachen Salzgitter-Titel um mehr als sieben Prozent ein.

Für die trübe Stimmung macht Salzgitter mehrere Faktoren verantwortlich: So leide die Tochter Peine Träger GmbH unter dem extremen Rückgang der Bautätigkeit der südeuropäischen Länder, für die mittelfristig keine nennenswerte Belebung absehbar sei. Die Tochtergesellschaft erwirtschafte anhaltend hohe Verluste. Trotz der eingeleiteten umfassenden Umstrukturierungsmaßnahmen würden die Ertragsaussichten voraussichtlich auch mittelfristig unbefriedigend bleiben. Das Anlagevermögen der Tochter wird um 185 Millionen Euro abgewertet, was bei Salzgitter im Halbjahresergebnis voll zu Buche schlägt.

Die größten Rohstoffkonzerne der Welt

Platz 5

Anglo American

Das südafrikanisch-britische Unternehmen verdient sein Geld vor allem mit Industrie- und Edelmetallen, Diamanten - und Kohle. Der Konzern machte 2014 insgesamt 20,4 Milliarden Dollar Umsatz. Zu dem Portfolio gehört etwa auch der Diamantenschürfer De Beers. Anglo American ist der größte Platinförderer der Welt.

Quelle: Bloomberg,

Platz 4

Xstrata

Der Minenkonzern Xstrata ist der größte Zinkproduzent der Welt und hat sich mit dem berühmt-berüchtigten Rohstoffhändler Glencore zusammengeschlossen. Xstrata hatte an der Börse einen Wert von 55,1 Milliarden Dollar. Beide Unternehmen aus der Schweiz waren bereits eng verflochten. Glencore hielt rund 34 Prozent an Xstrata.

Platz 3

Vale

Der brasilianische Rohstoffkonzern Vale kommt auf einen Börsenwert von 107,9 Milliarden US-Dollar. Das einstige Staatsunternehmen verzeichnete ein rasantes Wachstum und stieg zum weltweit größten Förderer von Eisenerz auf. Zudem betreibt Vale die weltgrößte Eisenerzmine in Brasilien. In der Ferr Carajas-Mine werden 110 Millionen Tonnen Erz pro Jahr gefördert. Der Grundstoff für die Stahlerzeugung wird über rund 900 Kilometer per Eisenbahn in den nächsten Hafen gefahren.

Platz 2

Rio Tinto

Der britisch-australische Gigant rangiert auf Platz zwei der Eisenerzförderer. Das Traditions-Unternehmen mit zwei Hauptsitzen, in London und Melbourne, kommt auf eine Börsenwert von 111,6 Milliarden Dollar. Zudem betreibt Rio Tinto wichtige Kupferminen, wie etwa in West Australien. Die Anglo-Australier übernahmen sich 2007 fast am Kauf des kanadischen Aluminiumkonzerns Alcan und wurden selbst Ziel eines Übernahmeversuchs durch den Konkurrenten BHP Billiton.

Platz 1

BHP Billiton

Ein echtes Schwergewicht an der Börse mit einer Marktkapitalisierung von 199,7 Milliarden Dollar ist der britisch-australische Gigant BHP Billiton. Das Unternehmen betreibt Eisenerz- und Kupferminen, erweitert aber auch sein Geschäft etwa auf Schiefergasressourcen in den USA.

Zudem belastet die Entwicklung der Preise für Kupfer und andere Metalle den Hamburger Kupferkonzern Aurubis, an dem Salzgitter zu 25 Prozent beteiligt ist. Wertberichtigungen und sinkende Erträge wirken sich auch bei Salzgitter aus. Probleme gibt es wegen der wirtschaftlichen Entwicklung auch weiterhin im Stahl- und Röhrenbereich. So leidet die Mannesmann Precision-Gruppe immer noch unter der anhaltenden Schwäche des französischen Automobilmarktes.

Die Resultate der Unternehmensbereiche Handel und Dienstleistungen bewegen sich Salzgitter zufolge hingegen im erwarteten Rahmen. Das Technologiesegment setze seine erfreuliche Entwicklung fort. Genauere Angaben zum Verlauf des ersten Halbjahres, zur Jahresprognose und zum Fortgang des Sparprogramms will der Konzern am 14. August machen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

05.08.2013, 21:56 Uhr

Die Ergebnisse sind alle samt bescheiden. Die Erwartungen dagegen fliegen zum Mond. Natürlich ist der Mond dichter, als der Nachbar neben an und deshalbd sind auch die DAX-Kurse Mondkurse geworden.

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