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02.08.2012

15:51 Uhr

Schlechte GM-Zahlen

Opel bleibt Akersons Alptraum

VonLukas Bay

In Europa sind die Zahlen desaströs, nun schwächelt auch noch der Heimatmarkt. Umsatz und Gewinn des US-Autobauers General Motors sind eingebrochen. Vor allem Opel macht GM-Chef Dan Akerson zu schaffen.

GM-Chef Dan Akerson: Der Gewinn des US-Autobauers schmilzt zusammen. Reuters

GM-Chef Dan Akerson: Der Gewinn des US-Autobauers schmilzt zusammen.

DetroitDan Akerson ist ohnehin für seine aufbrausende Art bekannt - doch im vergangenen Monaten dürfte der Chef von General Motors besonders viele Gelegenheiten gehabt haben, sich aufzuregen. Erst legten die GM-Töchter in Europa miserable Absatzzahlen vor, dann musste der US-Autobauer auch den Titel des weltgrößten Autobauers an Toyota abtreten. Und nun legt auch noch das Wachstum auf dem so wichtigen Heimatmarkt eine Vollbremsung hin.

Der Gewinn ist im Vergleich zum Vorjahresquartal um 41 Prozent oder eine Milliarde Dollar eingebrochen - und beträgt nun noch 1,5 Milliarden Dollar. Auch der Umsatz ist von 39,4 Milliarden Dollar auf 37,6 Milliarden Dollar geschrumpft. Opel und das Schwesterunternehmen Vauxhall belasten die Bilanz stärker als bisher: In Europa stieg der Verlust auf rund 400 Millionen Euro (294 Millionen Euro) - nach einem Gewinn von 100 Millionen Euro im Vorjahresquartal. "Unsere Ergebnisse in Nordamerika sind solide, aber wir haben mit Gegenwind in Regionen wie Europa und Südamerika zu kämpfen", kommentierte GM-Chef Dan Akerson das Ergebnis.

Die besten Autokonzerne im US-Qualitätsranking

Platz 20

Lincoln (USA)

Die Nobeltochter von Ford schneidet ebenfalls besser ab als der Mutterkonzern. Mit 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen ist die Qualität aber immer noch weit von der Spitze entfernt.

Platz 19

Kia (Korea)

Die Koreaner gehören zu den am stärksten wachsenden Autokonzernen der Welt. In der Qualität schlägt sich das bisher noch nicht nieder. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen lassen noch viel Luft nach oben.

Platz 18

Hyundai (Korea)

Auch der koreanische Mutterkonzern von Kia kommt im US-Qualitätsranking auf einen Mittelfeldplatz. 107 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind unterdurchschnittlich.

Platz 17

Buick (USA)

Die goldenen Zeiten der General-Motors-Tochter liegen in der Vergangenheit. Auch im US-Qualitätsranking ist die Marke Mittelmaß. 106 Beschwerden auf 100 Neuwagen sind nahe dem Durchschnitt.

Platz 16

Audi (Deutschland)

Von den drei deutschen Premiumherstellern schneidet die Marke aus Ingolstadt am schlechtesten ab. Das Ergebnis ist mit 105 Beschwerden auf 100 Neuwagen sogar leicht unterdurchschnittlich.

Platz 15

Chevrolet (USA)

International will GM die Marke massiv ausbauen. In den Augen der US-Verbraucher hat die Marke eine mittelmäßige Qualität. Sie kommt auf 100 Beschwerden auf 100 Neuwagen.

Platz 14

Ram (USA)

Die Chrysler-Tochter ist ein Ableger des berühmten Dodge-Modells Ram. Erstaunlicherweise schneidet die Marke im Qualitätsranking aber deutlich besser ab. 99 Beschwerden auf 100 Neuwagen reichen für das obere Drittel.

Platz 13

Nissan (Japan)
Mit dem Nissan Leaf gehörten die Japaner zu den ersten Autoherstellern, die in den USA ein reines Elektroauto an den Start brachten. Im Qualitätsranking verpassen sie die Top Ten mit 99 Beschwerden auf 100 Neufahrzeuge nur knapp.

Platz 12

GMC (USA)

Die US-Geländewagen drängen auf den europäischen Markt. Die US-Verbraucher schätzen die GM-Tochter für ihre Qualität. Sie kommt ebenfalls auf 99 Ausfälle auf 100 Neuwagen.

Platz 11

Mazda (Japan)

Einst führte der US-Hersteller die Japaner aus der Krise. In der Qualität führen sie mittlerweile den Retter vor. Mit 97 Beschwerden auf 100 Neuwagen verpassen sie einen einstelligen Platz nur knapp.

Platz 10

BMW (Deutschland)

Die Münchener gehören zu den großen Gewinnern im diesjährigen Qualitätsranking und machen vier Plätze gut. Mit 97 Problemen auf 100 Neufahrzeuge schaffen sie erstmals den Sprung in die Top Ten.

Platz 9

Mercedes-Benz (Deutschland)

Der große Konkurrent Mercedes gehört dagegen zu den den großen Verlierern, auch wenn der Platz in der Top Ten verteidigt werden konnte. Im Ranking rutschen die Stuttgartern mit 96 Beschwerden von vierten auf den neunten Platz ab.

Platz 8

Toyota (Japan)

Auch den Japanern eilt der Qualitätsruf voraus. Zurecht, wie das Ranking zeigt. 88 Probleme auf 100 Neuwagen sind ein Wert, der deutlich besser ist als der Durchschnitt.

Platz 7

Infiniti (Japan)

Auf dem europäischen Markt hat Nissans Nobelmarke keine Chance, in den USA kommt die Marke besser ins Rollen. 84 Probleme auf 100 Neuzulassungen sind ein Spitzenwert.

Platz 6

Acura (Japan)

Auch die in Europa eher unbekannte Nobelmarke von Honda schneidet im Ranking gut ab. Sie kommt ebenfalls auf 84 Probleme bei 100 Neuwagen.

Platz 5

Honda (Japan)

Der zweitbeste asiatische Autohersteller im Ranking ist auch einer der führenden Motorenhersteller. Die US-Verbraucher bewerten die Modelle als sehr zuverlässig. Auf 100 Neuwagen kommen nur 83 Probleme.

Platz 4

Cadillac (USA)

Die GM-Tochter ist der härteste Wettbewerber der Ford-Tochter Lincoln, schneidet im Qualitätsvergleich aber deutlich besser ab. 80 Ausfälle pro 100 Neuwagen sind ein Wert, mit dem Cadillac das Treppchen nur knapp verpasst.

Platz 3

Porsche (Deutschland)

In Zuffenhausen können die Korken knallen. Der Sportwagenbauer ist erneut die beste deutsche Marke im Qualitätsranking und verpasst die Spitze nur knapp. 75 Probleme pro 100 Neuwagen sind ein sehr guter Wert.

Platz 2

Jaguar (Großbritannien)

Die britische Traditionsmarke gehört mittlerweile zum indischen Autobauer Tata Motors. Auf die Qualität hat das offenbar keine Auswirkungen. 75 Ausfälle pro 100 Neuwagen reichen für einen Platz an der Spitze.

Platz 1

Lexus (Japan)

Die Krone im Qualitätsranking geht an die Nobeltochter von Toyota. Keine Marke schneidet bei den US-Verbrauchern besser ab. 73 Beschwerden auf 100 Neuwagen liegen deutlich unter dem Durchschnitt.

Auch wenn Analysten Schlimmeres erwartet hatten: Es gibt genug Gründe für die Amerikaner nervös zu werden. Der weltweite Marktanteil von GM ist von 12,3 Prozent auf 11,6 Prozent gesunken. Seit großangelegte Rabattaktionen auslaufen, brechen auf dem wichtigen Heimatmarkt die Verkäufe ein. Mit hohen Rabatten hatte sich GM aus der Krise befreit. Allein im Juli schrumpfte der Absatz in den USA um sechs Prozent – während die Konkurrenz zweistellig zulegte. Allein Volkswagen konnte die Verkäufe um 27 Prozent auf 37.000 Fahrzeuge steigern - der beste Juli der Deutschen in den USA seit 39 Jahren. Vor allem der Passat verkauft sich besser als je zuvor. Doch bisher ist Volkswagen in den USA noch zu klein, um ernsthafter Konkurrent für General Motors zu sein.

Anders sieht das mit der japanischen Konkurrenz aus. Mit einem Plus von 26 Prozent auf 164.900 Stück hat Toyota ein klares Signal gesendet - und GM den Titel als größter Autobauer der Welt wieder abgenommen. Selbst Hauptkonkurrent Chrysler konnte die Absatzzahlen mit neuen Modellen deutlich steigern und legte um 13 Prozent auf rund 126.000 verkaufte Autos zu - und sichert sich damit Platz 3 in der Verkaufsstatistik.

Das Ergebnis: Auf dem Heimatmarkt ist der Marktanteil von General Motors mittlerweile deutlich unter 20 Prozent gerutscht. Dabei ist der US-Markt die wichtigste Bastion der Amerikaner. Im zweiten Quartal gingen die Verkäufe von Opel und Vauxhall im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 13 Prozent auf 298 000 zurück – das ist doppelt so hoch wie der Durchschnitt aller Automarken. Opels Marktanteil ging von 7,6 Prozent auf 6,9 Prozent zurück.

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