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06.07.2012

09:47 Uhr

Schlechtes Halbjahr

Peugeots Absatz bricht weltweit ein

Auf dem EU-Markt hat Peugeot im ersten Halbjahr weniger als eine Million Fahrzeuge verkauft und einen Absatzrückgang von 15 Prozent verzeichnet. Berichte, wonach ein Notkredit beantragt wurde, wies Peugeot zurück.

Ein Kunde betrachtet im Verkaufsraum einer Peugeot-Niederlassung einen Peugeot RCZ. dapd

Ein Kunde betrachtet im Verkaufsraum einer Peugeot-Niederlassung einen Peugeot RCZ.

ParisMangelndes Kundeninteresse in schuldengeplagten Euro-Ländern hat dem angeschlagenen französische Autohersteller PSA Peugeot Citroen einen deutlichen Absatzrückgang eingebrockt. Im ersten Halbjahr 2012 gingen die weltweiten Auslieferungen um 13 Prozent auf 1,62 Million Autos zurück, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

In Europa sei der Absatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 15 Prozent auf 980.000 Fahrzeuge eingebrochen. Der Autobauer wies zugleich einen Bericht der Wochenzeitung „La Tribune“ zurück, wonach er bei der Pariser Regierung Notkredite beantragt haben soll. Das in einer Europa-Allianz mit der Opel-Mutter General Motors kooperierende Unternehmen bereitet derzeit eine neue Sparrunde vor.

Renditevergleich europäischer Autohersteller

BMW

Umsatz: 68,82 Milliarden Euro
Ebit: 8,02 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 11,65 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Daimler

Umsatz: 106,5 Milliarden Euro
Ebit: 8,98 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 8,43 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Fiat

Umsatz: 59,56 Milliarden Euro
Ebit: 3,34 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 5,60 %

Angaben für das Geschäftsjahr 2011

Volkswagen

Umsatz: 77,8 Milliarden Euro
Ebit: 6,1 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 7,83 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

Renault

Umsatz: 21,1 Milliarden Euro
Ebit: 0,8 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 3,66 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

PSA (Peugeot-Citroen)

Umsatz: 31,1 Milliarden Euro
Ebit: 1,1 Milliarden Euro
Operative Umsatzrendite: 3,62 %

Angaben für das 1. Halbjahr 2011

„Mit Frankreich, Spanien und Italien stecken die traditionell starken Märkte für Peugeot und Citroen in einer tiefen Krise“, erklärte Europas zweitgrößter Autohersteller weiter. Doch auch in Lateinamerika läuft es für den Konzern aus Paris nicht rund: Vor allem eine Anhebung von Importsteuern in Brasilien ließ den Absatz in Lateinamerika um 21 Prozent einbrechen, während der Gesamtmarkt stagnierte. Wachstumsimpulse kamen dagegen aus Russland und China: In Russland brachte Peugeot rund sieben Prozent mehr Fahrzeuge an die Kunden, in der Volksrepublik waren es sogar 17 Prozent mehr. Hier baut das Unternehmen seine Produktion aus.

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Das Kartellamt will die Kooperation von Peugeot und der Opel-Mutter eingehend prüfen.

Sonst versucht Konzernchef Philippe Varin das Unternehmen mit einem rigiden Sparprogramm wieder auf Kurs zu bringen. Varin soll die Belegschaft noch vor der Präsentation der Halbjahreszahlen am 25. Juli über neue Kürzungen informieren. Es wird damit gerechnet, dass Varin Tausende Arbeitsplätze streichen und möglicherweise ein Werk bei Paris stilllegen wird. Diese Einschnitte folgen auf jüngste Maßnahmen, mit denen Peugeot schon eine Milliarde Euro einsparen will.

Hoffnung setzt das Unternehmen auf neue Modelle, mit denen Peugeot kaufkräftigere Kunden als bisher ansprechen will. Auch den Produktionsausbau in Wachstumsmärkten haben sich die Franzosen auf die Fahnen geschrieben. "Angesichts des sehr angespannten Automobilmarktes in Europa gewinnt unsere Strategie immer mehr an Bedeutung, obere Marktsegmente zu erobern und unsere Produktion global aufzustellen", sagte Markenchef Frederic Saint-Geours.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.07.2012, 11:50 Uhr

Verzeihung, Kleinwagen vielleicht. Aber wer kauft schon Limousinen der oberen Mittelklasse, oder 'Oberklasse' in Frankreich ein?

Die ambitionierten Vorstellungen der Franzosen in dieser Hinsicht in allen Ehren - sie bleiben aber, was sie sind: Wunschträume.

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