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04.11.2013

12:59 Uhr

Schmierstoffhersteller

Fuchs Petrolub erzielt Rekordergebnis

Das Unternehmen kann das beste Quartalsergebnis der Firmengeschichte bekanntgeben. Das Umsatzplus wurde jedoch von Wechselkurseffekten aufgefressen. Dagegen vorgehen wollen die Mannheimer aber nicht.

Fässer von dem Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub: Rekordquartal verzeichnet. dpa

Fässer von dem Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub: Rekordquartal verzeichnet.

StuttgartDer Mannheimer Schmierstoffhersteller Fuchs Petrolub hat dank kräftiger Zuwächse in Europa und China im dritten Quartal ein Rekordergebnis eingefahren. Von Juli bis September legte der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) um fast sechs Prozent zum Vorjahreszeitraum auf gut 83 Millionen Euro zu. „Das dritte Quartal war das bisher beste Ergebnisquartal der Unternehmensgeschichte“, sagte Vorstandschef Stefan Fuchs am Montag. Die Gewinn-Erwartungen für das Gesamtjahr dämpfte er jedoch, weil die Euro-Stärke einen Großteil des Umsatzwachstums aufzehrt. Es werde schwer, die bisherige Dynamik beizubehalten, erklärte Fuchs.

Im Rekordjahr 2012 hatte Fuchs Petrolub das operative Ergebnis um elf Prozent auf 293 Millionen Euro gesteigert. Von Reuters befragte Analysten erwarten für dieses Jahr einen Zuwachs um fünf Prozent auf 308 Millionen Euro. Sie hatten mit einem geringeren Gewinnanstieg im dritten Quartal gerechnet. Die Aktie war daher im Nebenwerteindex MDax gefragt und verteuerte sich um mehr als fünf Prozent auf 52,70 Euro.

Obwohl sich an der Euro-Stärke nach Einschätzung des Unternehmens bis Jahresende nichts ändern wird, halten Fuchs und Finanzchef Alexander Selent eine Absicherung gegen Wechselkursschwankungen nicht für notwendig. Durch Einkauf und Produktion in den lokalen Märkten in Asien, Afrika oder Nord- und Südamerika gebe es eine natürliche Absicherung gegen Kursschwankungen. „Deshalb planen wir keine großen Maßnahmen, was die Währungsabsicherung anbelangt“, sagte Selent.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Durch die Umrechnung in Euro erhöhten sich die Kosten außerdem nur langsam, was den Gewinn steigen ließ. Das Netto-Ergebnis kletterte von Januar bis September um knapp sechs Prozent auf 165,6 Millionen Euro. Der Umsatz stagnierte unterdessen bei 1,38 Milliarden Euro, da die Euro-Stärke fast drei Prozentpunkte Wachstum zunichtemachte.

Besonders gut verdienten die Mannheimer in Europa und China. In Nordamerika verlief das Geschäft nur schleppend, was Fuchs zufolge vom Abbau hoher Lagerbestände an Öl bei der Autoindustrie herrührte.

Auch im kommenden Jahr will das 1931 gegründete Unternehmen nach den Worten von Fuchs seinen Wachstumskurs fortsetzen. Dazu sollen auch neue Werke in China und Russland beitragen. In diesem Jahr investierte der Schmieröl-Produzent, der Branchen wie den Maschinenbau, die Auto- oder die Stahlindustrie beliefert, bereits gut 50 Millionen Euro. Neben den neu eröffneten Fabriken wurde damit auch die Modernisierung der Produktionsstätte in Chicago finanziert. An den neuen Standorten sowie in Vertrieb und Entwicklung stellte Fuchs Petrolub neue Mitarbeiter ein. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich seit Jahresbeginn um hundert auf knapp 3900.

Von

rtr

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