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14.04.2011

09:16 Uhr

Schmitz oder Birnbaum

Wer Großmanns Nachfolger werden könnte

Jürgen Großmann gilt beim Energieriesen RWE als Auslaufmodell. Für seinen Posten kommen zwei Nachfolger in Frage: Rolf Martin Schmitz und Leonhard Birnbaum. Ein Vergleich der Stärken und Schwächen.

Eine Nachfolge-Option: Rolf Martin Schmitz (r.) neben dem RWE-Chef Jürgen Großmann. Quelle: Reuters

Eine Nachfolge-Option: Rolf Martin Schmitz (r.) neben dem RWE-Chef Jürgen Großmann.

DüsseldorfSeit langem gilt Rolf Martin Schmitz als Favorit der einflussreichen kommunalen Aktionäre für die Nachfolge von Jürgen Großmann als RWE-Chef. Nach Einschätzung einflussreicher Manager ist das Rennen deshalb sogar schon für den 53-Jährigen gelaufen, der seit knapp zwei Jahren bei dem Energiekonzern arbeitet. Aufsichtsratschef Manfred Schneider ist zwar noch zurückhaltend und will Schmitz auch an externen Kandidaten messen. Aber in Konzernkreisen wird bezweifelt, dass nach Harry Roels und Jürgen Großmann schon wieder ein externer Manager an die Spitze des Traditionskonzerns berufen wird.

Der Rheinländer Schmitz ist zurzeit im RWE-Vorstand für die Steuerung des operativen Geschäfts zuständig. Er beaufsichtigt damit die Landesgesellschaften, einschließlich des Kernmarktes Deutschland. Zuvor arbeitete der Diplom-Ingenieur beim Regionalversorger Rheinenergie in Köln. Dort konnte der begeisterte Karnevalist nicht nur an der jährlichen Sitzung des Unternehmens teilnehmen, für den Sponsor saß er auch im Verwaltungsrat des Fußball-Bundesligisten 1. FC Köln. Dabei kommt Schmitz aus Mönchengladbach, dem ewigen Bundesliga-Rivalen, wohnt dort auch noch – und soll sich im Übrigen gar nicht so brennend für Fußball interessieren.

Stärken

Schmitz kennt das Energiegeschäft von Grund auf. Der Manager hat nach einer ersten Tätigkeit am Lehrstuhl für Wärmeübertragung und Klimatechnik der RWTH Aachen und der Promotion ausschließlich in der Energiewirtschaft gearbeitet. Unter anderem war Schmitz auch mehrere Jahre lang in verschiedenen Funktionen für den Konkurrenten Eon tätig. Insbesondere seine Erfahrung mit Kommunal- und Regionalversorgern dürfte ihm bei RWE nützlich sein, zurzeit ist er deshalb schon für die Beziehungen zu den Kommunen zuständig. Schmitz ist aber in der gesamten Branche bestens vernetzt, zwei Jahre lang stand er als Präsident dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) vor.

Schwächen

Schmitz steht eher für die alte RWE-Welt mit ihren Kern- und Kohlekraftwerken. Käme er auf den Chefsessel, werde sich RWE wohl eher wieder mehr auf den Heimatmarkt Deutschland konzentrieren, als neue Chancen im Ausland zu suchen, warnen konzerninterne Kritiker. Sie sprechen ihm deshalb die Fähigkeit ab, den Konzern nach vorne zu bringen. Dabei braucht RWE nach der Energiewende dringend eine neue Zukunftsstrategie und neue Erlösquellen.

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