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01.03.2012

14:50 Uhr

Schokoladenhersteller

Lindt&Sprüngli hebt Dividende kräftig an

Die Euro-Schuldenkrise hat bei Lindt&Sprüngli ihre Spuren hinterlassen. Der Gewinn stieg nur dürftig, der Umsatz ging zurück. Trotzdem beglückt der Schokoladen-Hersteller mit einer kräftigen Anhebung der Dividende.

Schokoladen-Hasen des Herstellers Lindt&Sprüngli. Reuters, Sascha Rheker

Schokoladen-Hasen des Herstellers Lindt&Sprüngli.

ZürichDer Schweizer Edelschokolade-Hersteller Lindt&Sprüngli versüßt seinen Aktionären das Leben mit einer deutlich höheren Gewinnausschüttung. Obwohl der Konzern den Reingewinn im letzten Jahr wegen des starken Frankens gerade mal um 1,9 Prozent auf 246,5 Millionen Franken steigerte, soll die Dividende nach Angaben vom Donnerstag um elf Prozent auf 50 Franken je Partizipationsschein erhöht werden, wie der Konzern am
Donnerstag mitteilte.

Die Euro-Schuldenkrise hinterließ bei Lindt&Sprüngli vor allem im zweiten Halbjahr ihre Spuren. Im Weihnachtsgeschäft disponierte der Handel vorsichtiger als sonst und baute seine Lager ab. Lindt-Produkte wie Schokoladenbären und Pralinen waren schon vor Weihnachten ausverkauft, ohne dass die Händler nachbestellten. Das führte zusammen mit dem starken Franken zu einem Umsatzrückgang um 3,5 Prozent auf 2,49 Milliarden Franken (knapp zwei Milliarden Euro).

Das organische Wachstum fiel mit sechs Prozent geringer aus als beim großen Rivalen Nestle, der stärker in Schwellenländern tätig ist. Dieses Manko will Lindt&Sprüngli nun mit zusätzlichen Tochtergesellschaften und speziellen Vertriebskonzepten ausgleichen. Länder wie Russland, China und Brasilien bieten nach Einschätzung der Firma „Chancen mit viel Entwicklungspotenzial, die es zu ergreifen gilt“.

Sorgen bereitet Konzernchef Ernst Tanner die nach seiner Einschätzung immer weiter um sich greifende Schuldenkrise, die zu einer Verunsicherung der Verbraucher führen könnte, vor allem wenn sich die Lage auf dem Arbeitsmarkt verschlechtert.

In hoch verschuldeten Ländern wie Italien und Spanien nahm das Marktwachstum bereits im letzten Jahr beträchtlich ab. Tanner will trotzdem an den langfristigen Wachstums- und Ertragszielen festhalten und bei höheren Gewinnmargen ein organisches Umsatzwachstum sechs bis acht Prozent im Jahr schaffen. An der leicht festeren Börse verlor die Lindt-Aktie 1,2 Prozent auf 2742 Franken.

Von

rtr

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