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04.01.2011

06:39 Uhr

Schrumpfende Umsätze erwartet

Magerer Ausblick für die Pharmabranche

VonSiegfried Hofmann

Die Pharmabranche richtet sich auf ein schwieriges Umfeld im Jahr 2011 ein. Ähnlich wie schon im vergangenen Jahr werden vor allem für etliche etablierte Hersteller die Aussichten durch Patentabläufe, Generikakonkurrenz und staatliche Preisrestriktionen getrübt.

Die Pharma-Unternehmen, hier Pfizer, erwartet ein mäßiges Jahr DAPD

Die Pharma-Unternehmen, hier Pfizer, erwartet ein mäßiges Jahr

FRANKFURT. Die Pharmabranche startet mit mäßigen Perspektiven in das neue Jahr. Manager, Branchenverbände und Analysten rechnen für die Industrie im Schnitt mit einem allenfalls geringen Umsatzwachstum.

Ähnlich wie schon im vergangenen Jahr werden vor allem für etliche etablierte Hersteller die Aussichten durch Patentabläufe, Generikakonkurrenz und staatliche Preisrestriktionen getrübt. Denn die in etlichen europäischen Ländern verfügten Zwangsrabatte wirken sich 2011 erstmals über ein komplettes Jahr hinweg aus.

Das gilt nicht zuletzt auch für den deutschen Markt. Der Verband der forschenden Arzneimittelhersteller (VFA), der die Interessen von rund vier Dutzend großen und mittelgroßen Pharmafirmen in Deutschland vertritt, registriert daher eine deutliche Stimmungseintrübung bei seinen Mitgliedsunternehmen. "Die Umsätze werden deutlich sinken, was sich sowohl auf die Beschäftigtenzahlen wie auch die Investitionen auswirken dürfte", heißt es in einer Mitteilung zur jüngsten VFA-Wirtschaftsprognose.

Zwangsrabatte und Preismoratorien drücken die Stimmung

Während vor Jahresfrist noch gut zwei Drittel aller VFA-Mitglieder mit steigenden Erlösen in Deutschland rechneten, geht der jüngsten Umfrage des Verbandes zufolge nur noch ein Drittel der Unternehmen von einem Wachstum im neuen Jahr aus. Knapp die Hälfte der Firmen rechne mit rückläufigen Umsätzen. Und mehr als die Hälfte der Mitgliedsunternehmen plane einen wenn auch moderaten Personalabbau. Angesichts der herben Einschnitte aufgrund von Zwangsrabatten und Preismoratorien könne es nicht verwundern, dass die Unternehmen skeptisch in die Zukunft blickten, so VFA-Geschäftsführerin Cornelia Yzer.

Der VFA geht davon aus, dass das Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (Amnog) die bisher größte Zäsur für den deutschen Pharmamarkt darstellt und die Branche etwa zwei Milliarden Euro Umsatz kostet. Wichtigste Elemente der Reform sind Zwangsrabatte und die Einführung einer Kosten-Nutzen-Bewertung für neue Medikamente.

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