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14.05.2013

13:53 Uhr

Schrumpfender Umsatz

Preiskampf bei Medikamenten belastet Celesio

Die andauernde Rabattschlacht in Deutschland und günstige Nachahmer-Medikamente in anderen Ländern haben Celesio zum Jahresstart zu schaffen gemacht. An seiner Prognose will der Pharmahändler dennoch festhalten.

Kommissioniermaschine des Pharmahändlers Celesio: Der Preisdruck macht dem Unternehmen zu schaffen. dpa

Kommissioniermaschine des Pharmahändlers Celesio: Der Preisdruck macht dem Unternehmen zu schaffen.

StuttgartDer Pharmahändler Celesio hat zum Jahresstart eine verschärfte Rabattschlacht in Deutschland schwer zu schaffen gemacht. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging im ersten Quartal 2013 deutlich um knapp 11 Prozent auf 95,1 Millionen Euro zurück, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Dienstag in Stuttgart mitteilte. Der Umsatz schrumpfte um fünf Prozent auf 5,36 Milliarden Euro.

Der Rückgang sei vom Rabattwettbewerb in Deutschland beeinflusst, sagte Konzernchef Markus Pinger. Hinzu käme der steigende Anteil von Generika - also günstigeren Kopien von Marken-Arzneimitteln - vor allem in Frankreich und Großbritannien. Dadurch seien die Preise für Medikamente gesunken. Hinzu kamen Kosten durch die Integration der brasilianischen Tochter Panpharma, die Celesio vor etwa einem Jahr komplett übernommen hatte.

Unter dem Strich schrieb das Unternehmen nach Minderheiten mit 39,2 Millionen Euro im ersten Quartal immerhin wieder einen Gewinn - im Vorjahr gab es noch einen Verlust von 5,4 Millionen Euro. Damals hatten Abschreibungen des Ergebnis belastet. 2013 will Celesio nach Millionenverlusten im vergangenen Jahr wieder in die Gewinnzone zurückkehren.

Celesio kämpft seit längerem, wie seine Konkurrenten auch, mit dem von Gesundheitsreformen angetriebenen Preisdruck. Pinger will den Konzern daher zurück zum Kerngeschäft führen - dem Großhandel mit Arznei und der direkten Verbindung zu Apotheken.

Zuletzt hatte Celesio dazu seine Töchter DocMorris, Movianto und Pharmexx sowie das Geschäft in Tschechien verkauft. Allerdings hatte der Konzern dafür bei Weitem nicht mehr das bekommen, was der Pharmahändler damals selbst gezahlt hatte.

Der Verkauf der Versandapotheke DocMorris habe das Verhältnis zur Apothekerschaft aber deutlich verbessert, betonte Pinger. DocMorris hatte über das Internet Bestellungen von Arzneimitteln angenommen und deutsche Verbraucher vergleichsweise billig beliefert.

Gegen das Billigimage der Tochter soll künftig ein neuer Name für die eigenen 2200 Apotheken in Europa helfen. Schrittweise will der Konzern sie in „Lloyds“ umbenennen. Allein bis Ende das Jahres sollen 100 Pilot-Apotheken das neue Konzept erproben, kündigte Pinger an.

Von

dpa

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