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17.03.2011

19:01 Uhr

Schüttgut-Reederei

Beluga im Abwärtsstrudel

Die Lage bei der Bremer Schüttgut-Reederei Beluga wird immer ernster: Nach der für das Kerngeschäft zuständigen Tochter Chartering meldete am Donnerstag auch deren Obergesellschaft Beluga Shipping Insolvenz an.

Die Lage bei der Bremer Reederei Beluga wird immer ernster. Quelle: dpa

Die Lage bei der Bremer Reederei Beluga wird immer ernster.

BremenDie angeschlagene Bremer Reederei Beluga gerät immer weiter in den Strudel: Nach der für das Kerngeschäft zuständigen Tochter Chartering meldete am Donnerstag auch deren Obergesellschaft Beluga Shipping Insolvenz an. Diese Firma fungiert nach eigener Darstellung „als Dach der geschäftlichen Aktivitäten“ der Unternehmensgruppe. Die Holdinggesellschaft Beluga Group ist nach Angaben eines Sprechers nicht von der Insolvenz betroffen. Nach Angaben des Amtsgerichts Bremen beschäftigt Beluga Shipping knapp 230 der rund 600 Mitarbeiter der Firmengruppe. Der Beluga-Sprecher bezifferte die Gesamtzahl der Beluga-Beschäftigten auf gut 1600, 550 davon in Bremen.

Die Beluga Chartering, die für die Befrachtung der Schiffsflotte zuständig ist, hat über 100 Beschäftigte. Als Ursache für den weiteren Insolvenzantrag nannte Beluga wiederum die „Aufdeckung von erheblichen Unregelmäßigkeiten im Hinblick auf Umsatz und Liquidität“. Der US-Investor Oaktree, der vor Kurzem die Geschäftsführung der Reederei übernommen hatte, hat den Firmengründer Niels Stolberg und weitere suspendierte Beluga-Manager deshalb angezeigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seitdem wegen Betruges und „unrichtiger Darstellung“ nach dem Handelsgesetzbuch. Beluga führt nach eigenen Angaben weiterhin „konstruktive Gespräche“ mit seinen Eignern, um eine Lösung für die Reederei zu finden. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter für beide Gesellschaften wurde der Bremer Rechtsanwalt Edgar Grönda eingesetzt.

Die Reederei verfügt nach eigenen Angaben noch über 20 ihrer ursprünglich 72 Schiffe. Mehrere Eigner der an Beluga vermieteten Frachter waren der Empfehlung einer Interessengemeinschaft gefolgt und hatten die Charterverträge gekündigt. Die Frachter und damit ihre Verträge sollten damit dem Zugriff durch den Insolvenzverwalter entzogen werden. „Wir haben mehr Ladung in den Häfen als wir Schiffe haben“, sagte der Beluga-Sprecher. Das einstige Bremer Vorzeigeunternehmen verfüge über die nötigen Spezialisten, um das Geschäft vorerst weiterzuführen.

Von

rtr

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

17.03.2011, 19:55 Uhr

Schüttgutreederei? Ich dachte Beluga sei eine Schwergut-reederei?

Account gelöscht!

17.03.2011, 19:57 Uhr

Und ich dachte, Beluga sei eine Schwergut-Reederei?!

flups

18.03.2011, 00:57 Uhr

"Schüttgut" ... es ist eine SCHWERgut-Reederei ...

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