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17.09.2013

15:24 Uhr

Schuldenabbau

Schaeffler trennt sich von Conti-Aktien

Schaeffler treibt den Schuldenabbau weiter voran und trennt sich von Continental-Papieren. Das Paket wurde für knapp eine Milliarde Euro am Markt platziert. Der Schuldenabbau geht sogar darüber hinaus.

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler trennt sich von einem Aktienpaket an Continental und baut Schulden ab. dpa

Der fränkische Autozulieferer Schaeffler trennt sich von einem Aktienpaket an Continental und baut Schulden ab.

BerlinDer fränkische Autozulieferer Schaeffler kommt in Trippelschritten aus der Krise. Gut vier Jahre nach der existenzgefährdenden Übernahmeschlacht mit Continental macht das Familienunternehmen Kasse mit Aktien des Rivalen und kann so den Milliarden-Schuldenberg weiter abtragen. Schaeffler platzierte am Dienstag knapp vier Prozent an dem Reifenhersteller und erlöste damit 950 Millionen Euro. Nun lasten noch rund neun Milliarden Euro an Schulden auf der Firma, die ihren verbliebenen Conti-Anteil von 46 Prozent langfristig halten will, wie Finanzchef Klaus Rosenfeld betonte. Zu einem möglichen Börsengang Schaefflers äußerte er sich nicht.

Das Unternehmen aus Herzogenaurach profitierte bei der Platzierung von der jüngsten Kursrally der Conti-Aktien: Seit Jahresbeginn sind die Papiere um mehr als 40 Prozent gestiegen. Schaeffler verkaufte die Anteilsscheine zu je 122,50 Euro - das lag zwar gut vier Euro unter dem Schlusskurs von Montag, aber deutlich über dem Einstiegspreis von 75 Euro vor viereinhalb Jahren. Der Zeitpunkt sei günstig gewesen, betonte Rosenfeld. Der Aktienkurs pendelte am Dienstag um den Platzierungspreis. Die Investmentbank Goldman Sachs begleitete den Verkauf.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Schaeffler hatte sich 2009 mit der Übernahme des dreimal so großen Konkurrenten fast verhoben. Beide Konzerne lieferten sich damals eine beispiellose Übernahmeschlacht: Dadurch wurde der Einstieg bei dem Hannoveraner Reifenhersteller letztlich viel teurer als geplant. Für zehn Milliarden Euro kauften die Franken 90 Prozent der Anteile. Der Kurs der Conti-Aktie sackte kurz nach der Übernahme auf elf Euro ab. Zum angebotenen Preis von 75 Euro war Schaeffler von den Aktionären mit Anteilsscheinen regelrecht überschüttet worden. Seither kämpft das mit der Herstellung von Wälzlagern groß gewordene Unternehmen gegen die Schuldenlast, die wegen der Übernahme zeitweise mehr als zwölf Milliarden Euro betrug. Schaeffler überlebte nur, weil die Banken dem Konzern entgegenkamen.

Schaeffler komme mit einer Politik der kleinen Schritte beim Schuldenabbau voran, sagte Rosenfeld. In der Vergangenheit seien bereits 3,5 Milliarden Euro getilgt worden. Schaeffler hatte schon vor einem Jahr Conti-Anteile verkauft - für 77,50 Euro das Stück. Im Juli 2013 schuldeten die Franken um und senkten die Zinslast der Konzernholding, hinter der die Familie steht, deutlich. Ergänzend zu neuen Bankkrediten wurde eine Anleihe platziert.

Kommentare (7)

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17.09.2013, 06:00 Uhr

Damit geht die Strategie vom Schäffler Vorstandsvorsitzenden mehr und mehr nicht auf. Wenn man den Schuldberg weiter tilgen möchte, wird man sich noch von 25% von Conti trennen müssen. Dann ist man bei Sperrminorität.
Andersherum: Die hätte man auch billiger haben können, damals.
Und damit geht der Hr. Vorstand, wie bereits berichtet, von Bord.

Dunlop

17.09.2013, 09:09 Uhr

Wass hat es den alles gebracht Frau Schaeffler ? Schoene Bilder in die Zeitung, Viele Schlafflose Naechte, Falten ins gesicht, viele Kosten. Und gewinn??????????? Dass heisst Hochmut Wahnsinn

Account gelöscht!

17.09.2013, 19:13 Uhr

Geißingers Strategie ging vorher immer auf - und da waren erhebliche Brocken dabei, die es zu verdauen galt.

Nach dem Urknall war die Lady geerdet und kniete sich das erste Mal ins Unternehmen. Hat doch auch was! Wenn der Sohn schon wenig Ahnung hat und abgeschirmt in den USA dahinvegetierte, sollte doch EIN Familienmitgleid die Geschäfte überwachen können.

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