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25.04.2014

10:53 Uhr

Schulterschluss

Fresenius stärkt Geschäft mit Russland

Fresenius verbündet sich mit einem russischem Arzneimittelhersteller. Die Spannungen zwischen Russland und dem Westen stört das Unternehmen nicht. Mit dem Zusammenschluss soll das Geschäft in Russland gestärkt werden.

Die Zentrale des Medizinkonzerns Fresenius in Bad Homburg: Fresenius sieht sich bei dem Geschäft mit Russland auf der sicheren Seite. dpa

Die Zentrale des Medizinkonzerns Fresenius in Bad Homburg: Fresenius sieht sich bei dem Geschäft mit Russland auf der sicheren Seite.

FrankfurtDer Gesundheitskonzern Fresenius will sein Geschäft in Russland durch einen Schulterschluss mit dem Pharmaunternehmen CJSC Binnopharm aus der Nähe von Moskau vorantreiben. Die auf Infusionen und intravenös zu verabreichende Medikamente spezialisierte Fresenius-Tochter Kabi wird ihr Geschäft in dem Land und den GUS-Staaten in ein Gemeinschaftsunternehmen mit Binnopharm einbringen und daran 51 Prozent der Anteile halten, wie der Dax-Konzern am Freitag ankündigte. Fresenius wird im Rahmen der Transaktion einen Geldbetrag in ungenannter Höhe an Binnopharm überweisen, da das Geschäft von Kabi in Russland kleiner ist als das des neuen Partners.

Fresenius erwartet nicht, dass das Geschäft wegen der politischen Spannungen zwischen Russland und dem Westen scheitern könnte. „Wir bewegen uns mit unserer unternehmerischen Entscheidung in dem von der Politik definierten Handlungsspielraum“, sagte ein Fresenius-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Wegen der Angliederung der ukrainischen Halbinsel Krim an Russland hat der Westen Sanktionen verhängt, die unter anderem Einreiseverbote für russische Wirtschaftsführer einschließen. Kanzlerin Angela Merkel und die USA haben zudem mit weitergehenden Wirtschaftssanktionen gedroht. Die Ausfuhr von Rüstungsgütern nach Russland hat die Bundesregierung wegen der aktuellen politischen Lage untersagt.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

Fresenius sieht sich bei dem Geschäft jedoch auf der sicheren Seite, schließlich geht es bei dem Joint Venture um Infusionen und Medikamente und Kabi ist in dem Land bereits seit 20 Jahren aktiv. 2013 fuhr die Fresenius-Tochter dort einen Umsatz von 73 Millionen Dollar ein. Binnopharm, das mehr als 350 Mitarbeiter beschäftigt, kam auf 104 Millionen Dollar. Das Unternehmen gehört mehrheitlich der russischen Beteiligungsgesellschaft Sistema JSFC, einem der größten Konzerne des Landes. Die russische Regierungskommission für ausländische Investitionen muss dem Geschäft noch zustimmen, Fresenius rechnet mit einem Abschluss bis Jahresende.

Der Konzern aus dem hessischen Bad Homburg ist zuversichtlich, dass er durch den Zusammenschluss künftig deutlich mehr Geschäft in Russland machen kann. In dem Land wurden im vergangenen Jahr laut dem Marktforscher IMS pharmazeutische Produkte im Wert von 14 Milliarden Euro verkauft. Da die russische Regierung ein Programm zur Modernisierung des Gesundheitssystems aufgelegt hat, gehen die IMS-Experten davon aus, das der russische Markt bis 2017 auf rund 21 Milliarden Euro wachsen wird.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

25.04.2014, 11:13 Uhr

Zitat : Fresenius stärkt Geschäft mit Russland

- Richtig so !

Die Wirtschaft, die für das Wohlergehen der Bevölkerung sorgt, soll sich von unseren drittklassigen Politprolls nicht beeinflussen lassen !

Die Politprolls kommen und gehen, die Wirtschaft bleibt !!!!

Account gelöscht!

25.04.2014, 12:40 Uhr

Volle Zustimmung. Russland ist näher und fast schon zuverlässiger als die USA. Deutschland profitiert von der Zusammenarbeit. Und die Krise in der Ukraine, die politische Spannungen gebracht hatte, wurde ganz sicher nicht von Russland angezettelt. Die Russen hatten nicht viel zur Auswahl um auf den bewaffneten Umsturz zu reagieren. Die Kontrahenten waren miese Dilettanten und haben sich einfach zu verspekuliert.

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