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24.10.2014

08:01 Uhr

Schwache Konjunktur

BASF kippt seine Ziele für 2015

BASF blickt vorsichtiger auf das kommende Jahr. Der weltgrößte Chemiekonzern erklärt, dass er seine Ziele nicht erreichen wird. Grund: Die Nachfrage lässt weltweit nach. Die Aktie liegt deutlich im Minus.

BASF in Ludwigshafen: Der Chemiekonzern kippt seine Ziele. dpa

BASF in Ludwigshafen: Der Chemiekonzern kippt seine Ziele.

LudwigshafenBASF kippt wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten seine mittelfristige Geschäftsprognose. Das Ziel, 2015 einen Umsatz von 80 Milliarden Euro und einen operativen Gewinn (Ebitda) von 14 Milliarden Euro zu erwirtschaften, werde voraussichtlich nicht erreicht, teilte der weltgrößte Chemiekonzern am Freitag zur Vorlage seiner Zahlen für das dritte Quartal mit. Die Gründe für die Eintrübung lägen auf der Hand, erklärte Konzernchef Kurt Bock: "Eine geringere Dynamik in den Schwellenländern und eine verzögerte Erholung der europäischen Wirtschaft." Außerdem stünden die Gewinnmargen bei einigen Grundprodukten stärker unter Druck. BASF rechnet daher 2015 nur noch mit einem operative Gewinn zwischen zehn bis zwölf Milliarden Euro. Der Ludwigshafener Konzern hatte seine Mittelfristziele 2011 ausgegeben.

Um gegenzusteuern und Gewinne zu sichern, will BASF stärker sparen: Der Chemiekonzern legte für seine Sparte Performance Products ein Umbauprogramm auf, das ab 2017 mehr als eine halbe Milliarde Euro zum Ergebnis beitragen soll. Mit seinem bereits laufenden mehrjährigen Sparprogramm Step komme der Konzern schneller voran als geplant, erklärte Bock. "Ab Ende 2015 streben wir nun eine Verbesserung um 1,3 Milliarden Euro an - das sind 300 Millionen Euro mehr als wir uns ursprünglich vorgenommen hatten", sagte der BASF-Chef.

Die Aktie verlor in der Spitze mehr als drei Prozent und war damit schwächster Dax -Wert. Der Chemiekonzern hat wegen der eingetrübten Konjunkturaussichten seine mittelfristige Geschäftsprognose gekippt. Einem Händler zufolge kam dieser Schritt allerdings nicht überraschend. "Es kann durchaus sein, dass sich die Aktien im Tagesverlauf noch erholen," sagte er. Der Betriebsgewinn sei im dritten Quartal besser als erwartet ausgefallen.

Die größten Chemiekonzerne der Welt

Platz 10

PPG Industries (USA)
Mit 15,33 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet das US-Unternehmen mit Firmensitz in Pittsburgh (Pennsylvania) auf dem zehnten Platz der umsatzstärksten Chemieunternehmen weltweit.
Zu den Produktbereichen gehören Kunstglasprodukte, Kunstharze und Beschichtungswerkstoffe für Raumfahrt, Architektur und Industrie.

Quelle: Unternehmensangaben, Statista 2017 / Gesamtjahr 2016, jeweils letzte verfügbare Angaben

Platz 9

Linde (Deutschland)
Der deutsche Technologiekonzern mit dem Kerngeschäft um Gase und Prozess-Anlagen hat im letzten Jahr 17,83 Milliarden US-Dollar Umsatz gemacht und erreicht so den neunten Platz im Unternehmensranking.

Platz 8

Air Liquide (Frankreich)
Auf Platz acht des aktuellen Rankings landet das führende, französische Unternehmen bei Gasen für Industrie, Medizin und Umweltschutz. 19,08 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz in 2016 machen dies möglich. Mit Linde und Praxair zählt Air Liquide zu den drei größten Industriegasherstellern der Welt.

Platz 7

Henkel (Deutschland)
Der Düsseldorfer Konzern gliedert sich in drei Unternehmensbereiche: Wasch-/Reinigungsmitte, Schönheitspflege und die Klebstoffe und fuhr 2016 einen Jahresumsatz von 19,69 Milliarden US-Dollar ein. In naher Zukunft möchte der Siebtplatzierte sowohl die US-Firma Darex Packaging Technologies für mehr als 1,05 Milliarden US-Dollar übernehmen als auch den mexikanischen Anbieter von Friseurprodukten Nattura Laboratorios aufkaufen. Der Düsseldorfer Konsumgüterkonzern will so vor allem das eigene Friseurgeschäft in Mexiko und den USA ausbauen.

Platz 6

DuPont (USA)
24,6 Milliarden US-Dollar Umsatz und Platz sechs für den Konzern für Chemie, Materialien und Energie. Im Dezember 2015 gaben DuPont und der Konkurrent Dow Chemical bekannt, dass sie fusionieren wollen. Danach soll das Gemeinschaftsunternehmen in drei börsennotierte Unternehmen für Agrarchemikalien, Spezialchemikalien und Kunststoffe aufgespalten werden.

Platz 5

Lyondell Basell (USA)
Im Mittelfeld des Rankings und mit 29,18 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz landet Lyondell Basell. Der weltweit größte Produzent von Polyolefinen und Katalysatoren betreibt zudem Erdölraffinerien und produziert Treibstoffzusätze wie MTBE.

Platz 4

Saudi Basic Industries (Saudi-Arabien)
Unverändert auf dem vierten Platz befindet sich der saudi-arabischer Chemie- und Metall-Konzern Saudi Basic Industries. Mit 39,5 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz reichte es für Metallkonzern nicht für den Sprung unter die Top-3-Chemiekonzerne. Neben Grundchemikalien wie Methanol und Ethanol stellt das Unternehmen aus dem Nahen Osten auch Düngemittel her.

Platz 3

Dow Chemical (USA)
Mit 48,16 Milliarden US-Dollar Umsatz fiel der zukünftige Fusionspartner von DuPont um einen Platz im Vergleich zum Vorjahr. Die Hauptgeschäftsbereiche des US-Unternehmens aus Midland (Michigan) erstrecken sich auf die Kunststoffherstellung, Vorprodukte für die Wasseraufbereitung, Klebstoffe, Insektiziden, Saatgut und die Herstellung von Grundstoffen wie Chlor und Natronlauge.

Platz 2

Bayer (Deutschland)
Der zweitplatzierte deutsche Konzern (49,2 Milliarden US-Dollar Umsatz 2016) mit Schwerpunkt auf der chemischen und pharmazeutische Industrie plant eine Megafusion mit Monsanto. Damit möchte das Unternehmen seine Agrarchemie-Sparte um genverändertes Saatgut erweitern. Um diese umstrittene Fusion unter Dach und Fach zu bringen, sollen Bayer und Monsanto bereit sein, Firmenteile für 2,5 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Platz 1

BASF (Deutschland)
Unveränderter Spitzenreiter mit 60,54 Milliarden US-Dollar Jahresumsatz: BASF. Der nach Umsatz und Marktkapitalisierung weltweit größte Konzern, mit Hauptsitz in Ludwigshafen am Rhein, wird sich angesichts der Megafusionen in der Branche künftig neu positionieren müssen. Dabei würde aber, laut Unternehmensführung, mehr Wert auf die Wettbewerbsfähigkeit der bestehenden Geschäftsfelder, als an Größe an sich gelegt werden.

BASF steigerte im dritten Quartal seinen Betriebsgewinn (Ebit) vor Sondereinflüssen um neun Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Analysten hatten 1,74 Milliarden Euro erwartet. Unter anderem das Petrochemiegeschäft in den USA lief rund - dort profitierte der Konzern von günstigen Rohstoffen. Auch das Geschäft mit Katalysatoren für die Autobranche verzeichnete starke Nachfrage. Schwach verlief hingegen das Agrochemiegeschäft im Quartal. Der Branchenprimus setzte von Juli bis September 18,3 Milliarden Euro um - ein Plus von drei Prozent. Der Überschuss sank binnen Jahresfrist allerdings um 53 Millionen Euro auf 1,0 Milliarden Euro - unter anderem auf Grund höherer Steuerlasten.

Mit einer Belebung der Geschäfte im vierten Quartal rechnet der Chemiekonzern nicht mehr. "Wir gehen von einem weiterhin volatilen und herausfordernden Umfeld aus", sagte Bock. An der Geschäftsprognose für das laufende Jahr hielt Bock dennoch fest: BASF erwarte wie bisher auf Grund der noch dieses Jahr geplanten Abspaltung des Gashandels- und Gasspeichergeschäfts an den russischen Gazprom-Konzern und der Belastungen durch ungünstige Wechselkurse einen leicht sinkenden Umsatz. Seinen bereinigten Betriebsgewinn will BASF 2014 hingegen leicht steigern.

Von

rtr

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