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04.11.2011

14:25 Uhr

Schwache Konjunktur

Schuldenkrise beschert Industrie Auftragsloch

Die Krise beeinträchtigt mittlerweile auch die Realwirtschaft. Die Nachfrage aus den Euro-Ländern sank so stark wie lange nicht. Eine weitere Leitzinssenkung könnte den freien Fall stoppen.

Die deutsche Industrie leidet unter der Schuldenkrise. dpa

Die deutsche Industrie leidet unter der Schuldenkrise.

BerlinHerber Rückschlag für die deutschen Industrie: Ihre Aufträge brachen im September wegen der schwachen Nachfrage aus den Euro-Ländern so stark ein wie seit knapp drei Jahren nicht mehr. Die Bestellungen sanken um 4,3 Prozent zum Vormonat und schrumpften damit das dritte Mal in Folge, wie das Wirtschaftsministeriums in Berlin am Freitag mitteilte. Einen stärkeren Rückgang gab es zuletzt auf dem Höhepunkt der weltweiten Finanzkrise im Januar 2009 mit 6,6 Prozent. Experten hatten nur mit minus 0,1 Prozent gerechnet . „Das dürften die ersten Zeichen des Abschwungs und der drohenden Rezession in der Euro-Zone sein“, sagte WestLB-Fachmann Arnd Schäfer.

Neben der Industrie spüren auch die Dienstleister im Währungsraum immer mehr die Krise. Ihre Talfahrt beschleunigte sich im Oktober sogar. Die Service-Unternehmen blicken so skeptisch in die Zukunft wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren, als Europa noch mitten in der tiefsten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten steckte. Dies geht aus der Markit-Umfrage unter rund 2000 Unternehmen hervor. Der Einkaufsmanagerindex sank um 2,4 auf 46,4 Punkte und entfernte sich immer weiter von der 50-Punkte-Marke, ab der Wachstum signalisiert wird. „Die anhaltende Schuldenkrise und die weltweite Konjunkturerlahmung schaden zweifelsohne“, sagte Markit-Ökonom Rob Dobson.

Wirtschaft „im freien Fall“

Im Kampf gegen die Schuldenkrise und Konjunkturschwäche senkte die Europäische Zentralbank (EZB) bereits am Donnerstag überraschend den Leitzins - zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren. Die Wirtschaft in der Euro-Zone befinde sich praktisch „im freien Fall“, sagte EZB-Ratsmitglied Yves Mersch und nährte Spekulationen über eine weitere geldpolitische Lockerung. „Noch vor einigen Monaten veranschlagten wir die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall in die Rezession bei weniger als zehn Prozent, jetzt liegt sie bei mehr als 50 Prozent“, warnte der luxemburgische Notenbankchef in einem Rundfunk-Interview.

Kommentare (1)

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lowabras

04.11.2011, 15:01 Uhr

Was man nicht begreifen will, das wird man auch niemals begreifen!
Es ist immer das Gleiche, da werden die Ursachen dort gesucht, wo die Medien gerade hingefuehrt werden, anstatt einfach mal nachzudenken.
Wir sind an einem Punkt angelangt, der lange schon vorhersehbar ist. Es ist nicht moeglich ein staendiges Wachstum zu produzieren, vor allem nicht in den bisherigen Industrielaendern.
Es ist alles getan worden in den letzten Jahren um Beduerfnisse zu wecken, wo keine natuerlichen Beduerfnisse vorhanden sind, teils mit imensem Marketingaufwand, der oft die daraus resultierenden Resultate ueberstieg.
Nun ist auch mit dem groessten Aufwand aber so ein Bedarf ebenfalls nicht mehr zu generieren fuer Produkte die keiner braucht und auch fuer Geld das keiner hat!
Die sog. Schwellenlaender, die meist jedoch die sog. Industrielaender ueberfluegelt haben, haben noch den natuerlichen Bedarf, fuer den sie aber die Produkte selbst erzeugen, BINGO! Das wars, Ende der Fahnenstange, ausser noch fuer gewisse Zeit, absolute Luxusartikel, die aber oft auch in den sog. Schwellenlaendern produziert und nur mit einem Luxuslabel versehen werden. Kann dann gleich im Land bleiben und die Labels herzustellen ist wohl kein wirkliches Problem.
Bin gespannt, bis mal einer in den alten Industrielaendern diese Wahrheit wahrnimmt und sich darauf einstellt.
www.steuerembargo.co.de

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