Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

04.06.2013

15:36 Uhr

Schwäche in der Stahlindustrie

Auftragslage bei SMS „außerordentlich schlecht“

Die meisten Kunden des Anlagenbauers kommen aus der Stahlindustrie. Doch der geht es schlecht. Das schlägt sich massiv auf den Auftragseingang nieder. Es droht ein rückläufiges Ergebnis.

Walzanlage in einem SMS-Werk: Die meisten Kunden kommen aus der Stahlindustrie. SMS AG

Walzanlage in einem SMS-Werk: Die meisten Kunden kommen aus der Stahlindustrie.

DüsseldorfDie angespannte Lage der Kunden in der Stahlindustrie und der Preisdruck machen dem Anlagenbauer SMS immer mehr zu schaffen. Im laufenden Jahr erwarte der Düsseldorfer Traditionskonzern ein rückläufiges Ergebnis, kündigte Firmenchef Heinrich Weiss am Dienstag an. "Die Auftragseingangszahlen sind außerordentlich schlecht." Bis Ende April habe das Volumen bei 865 Millionen Euro gelegen.

Sollte sich dies fortsetzen, würde der Wert im Gesamtjahr abermals zurückgehen. Im vergangenen Jahr waren die Bestellungen auf 2,8 von 3,4 Milliarden Euro geschrumpft. Das Vorsteuerergebnis fiel trotz der um fünf Prozent auf 3,2 Milliarden Euro gestiegenen Erlöse mit 258 Millionen Euro etwas schwächer als 2011 aus.

SMS lebt von der Nachfrage aus der Schwerindustrie. 70 Prozent der Kunden des Siemens -Konkurrenten stammen aus der Stahlindustrie. Die Branche mit den deutschen Marktführern ThyssenKrupp und Salzgitter kämpft mit einer schwachen Nachfrage und Überkapazitäten. Zwar sei SMS derzeit noch gut ausgelastet, dies könne sich aber in den kommenden Monaten ändern, erläuterte Weiss.

Bei einer anhaltende Marktschwäche könne auch Kurzarbeit ein Thema sein. Der Konzern wolle aber auf jeden Fall seine Stammbelegschaft halten. "Personalabbau wäre für uns das letzte Mittel." Das Unternehmen, das 2012 die Mehrheit an dem Ausrüster im Hochofenbau Paul Wurth übernommen hatte, beschäftigt 13.600 Mitarbeiter. Zu SMS-Gruppe gehört auch der börsennotierte Spezialmaschinenbauer Elexis.

Firmenchef Weiss kündigte am Dienstag an, zum 1. Juli an die Spitze des Aufsichtsrats zu rücken. Er wolle sich aus dem operativen Geschäft zurückziehen. Der 70-Jährige ist seit 45 Jahren im Unternehmen tätig und hält 50 Prozent der Firmenanteile. Zum Sprecher der Geschäftsführung wird der SMS-Manager Joachim Schönbeck ernannt.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×