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14.09.2011

19:17 Uhr

Schweiz boykottiert Wiesenhof

Ach Du dickes Ei!

Tierquälerei kommt bei Verbrauchern gar nicht gut an. Der Geflügelproduzent Wiesenhof ist nach einer ARD-Reportage heftig in die Kritik geraten. Die drei größten Schweizer Einzelhändler ziehen nun Konsequenzen.

Jungtiere in einem Hähnchenstall des Geflügelproduzenten Wiesenhof bei Visbek. dpa

Jungtiere in einem Hähnchenstall des Geflügelproduzenten Wiesenhof bei Visbek.

ZürichDie drei größten Schweizer Einzelhändler nehmen Produkte des in die Kritik geratenen deutschen Geflügelproduzenten Wiesenhof aus dem Angebot. Die drei Unternehmen Migros, Coop und Denner bestätigten am Mittwoch einen entsprechenden Bericht der Tageszeitung „taz“. Dies ist eine Reaktion auf eine ARD-Reportage, die Ende August gesendet wurde. Der Titel lautete „Das System Wiesenhof. Wie ein Geflügelkonzern Tiere, Menschen und die Umwelt ausbeutet“.

Das Unternehmen aus Visbek in Niedersachsen hatte gegen die Ausstrahlung erfolglos Beschwerde eingereicht. Gezeigt wurden unter anderem Videoaufnahmen, auf denen von Wiesenhof beauftragte Mitarbeiter Puten treten. Das Schweizer Fernsehen zeigte die Aufnahmen am Dienstagabend. Wiesenhof nahm am Mittwoch zunächst keine Stellung. Bei Coop hieß es, das Unternehmen sei vom Filmmaterial „sehr betroffen“ und bedauere zutiefst, dass es anscheinend zu diesen Vorfällen gekommen sei.

„Aufgrund der erhobenen Vorwürfe gegen Wiesenhof hat Coop als erste Maßnahme unverzüglich einen Belieferungsstopp für Truthahn ausgelöst.“ Die PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, erklärte im Schweizer Fernsehen, dass Wiesenhof aus den Fernsehbildern Konsequenzen gezogen habe. Die in der Reportage gezeigten Mitarbeiter einer externen Firma dürften nicht mehr für Wiesenhof tätig sein.

Von

dpa

Kommentare (6)

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orbert

14.09.2011, 18:33 Uhr

Hut ab vor den Schweizern, Metro und Tengelmann sind da zu feige ?

atinak

14.09.2011, 20:08 Uhr

Wiesenhof ist seit Jahrzehnten für seine unerträgliche Tierquälerei bekannt und geht immer wieder massiv gegen Kritker und erst recht gegen Tierschützer, die in den Folterfabriken filmen wollen, vor. Die Entschuldigungen und Beteuerungen sind Krokodilstränen angesichts der Absatzeinbrüche. Wem das Leid der Tiere schnurz ist, den schert auch der Verbraucher nicht, und Verbraucher, die superbillige Folterware kaufen, haben selbst Schuld, wenn sie damit auch einen Haufen von Medikamenten, Pestiziden, Fungiziden etc. mitessen. Ich lebe seit 20 Jahren vegetarisch und seit etwa 3 Jahren fast vegan, und dadurch ist meine Nahrung erheblich abwechslungsreicher und leckerer geworden, diverse Gesundheitsprobleme und Erschöpfungszustände sowie mein Übergewicht sind verschwunden, und meine Leistungsfähigkeit ist massiv gestiegen. Und genauso geht es vielen anderen meiner Unternehmer- und Managerkollegen. Also Leute, probiert's mal. Das Internet ist voll von leckeren und einfachen Alternativrezepten.

EU-Jurist

14.09.2011, 20:47 Uhr

Ich ernähre mich auch seit langer Zeit vegetarisch und so gut es gehtt vegan (ab und an Milch und Käse, da es da an veganem Ersatz mangelt).

Da kann man nur hoffen, dass möglichst viele unserem Beispiel folgen werden!

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