Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

03.02.2014

15:39 Uhr

Schweizer Pharmariese

Novartis investiert in Indien

Novartis stellt sich neu auf: Im Zuge des Konzernumbaus will der Schweizer Pharmariese in der indischen Stadt Hyderabad ein Geschäftszentrum bauen - trotz auslaufender Patente und sinkender Gewinnmargen.

Novartis baut ein Geschäftszentrum in Indien. Reuters

Novartis baut ein Geschäftszentrum in Indien.

ZürichBeim Schweizer Pharmariesen Novartis soll Indien im Zuge des Konzernumbaus eine bedeutendere Rolle bekommen. In der Stadt Hyderabad solle im nächsten oder übernächsten Jahr ein neues Geschäftszentrum eröffnet und im Laufe der Zeit ausgebaut werden, teilte Novartis mit. Die Zeitung „NZZ am Sonntag“ hatte zuvor berichtet, der Basler Konzern wolle in den kommenden Jahren im Pharmabereich bis zu 4000 der insgesamt 65.200 Stellen abbauen oder nach Indien verlagern. Novartis kämpft im Gegensatz zum Lokalrivalen Roche mit auslaufenden Patenten und einer sinkenden Gewinnmarge.

Ein globaler Stellenabbau sei in diesem Jahr nicht vorgesehen, versicherte Novartis. Allerdings sollen Prioritäten neu gesetzt und Ressourcen im Pharmabereich neu verteilt werden. Es dürften etwa gleich viele Stellen neu geschaffen werden wie wegfallen. Insgesamt beschäftigt der Konzern weltweit gut 135.000 Mitarbeiter. An der wenig veränderten Schweizer Börse zog die Novartis-Aktie am Montag 0,7 Prozent an.

Die größten Pharmakonzerne nach Jahresumsatz

Platz 10

Teva (Israel)
20,3 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +/- 0 %

Pharma-Umsätze im Jahr 2013, Quelle: Unternehmen

Platz 9

Eli Lilly (USA)
21,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,9 %

Platz 8

Astra-Zeneca (Großbritannien)
25,7 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -8,1 %

Platz 7

Johnson & Johnson (USA)
28,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +10,9 %

Platz 6

Glaxo Smith Kline (Großbritannien)
33,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -1,3 %

Platz 5

Sanofi (Frankreich)
37,1 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -2,9 %

Platz 4

Merck (USA)
37,4 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -7,8 %

Platz 3

Roche (Schweiz)
39,0 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +3,9 %

Platz 2

Novartis (Schweiz)
47,5 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: +1,6 %

Platz 1

Pfizer (USA)
47,9 Milliarden Dollar

Veränderung zum Vorjahr: -6,5 %

Indien ist für Pharmakonzerne wie Novartis oder Bayer speziell. Das Land zählt zu den 15 größten Märkten der Welt. Zugleich gilt dort der herkömmliche Patentschutz nicht viel. Die indischen Behörden erlauben einheimischen Firmen mit sogenannten Zwangslizenzen die Herstellung von Nachahmerprodukte gegen eine geringe Lizenzgebühr. Ein Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und Indien, das unter anderem auch Patentfragen regeln soll, verzögert sich.

Wenn der Patentschutz nicht gewährleistet werde, wäre dies ein Fehler „und auch mit Blick auf die Arbeitsplätze nicht gut“, hatte Novartis-Chef Joseph Jimenez vor Weihnachten in einem Zeitungs-Interview gesagt. Brasilien und andere Länder in Südostasien könnten sich Indien zum Vorbild nehmen. Dann könnte es nötig werden, vermehrt außerhalb der Schweiz zu produzieren, sagte Jimenez.

Über den Bereich Tiergesundheit, den Novartis ebenso wie andere kleinere Bereiche in der gegenwärtigen Form nicht mehr weiterführen will, sprechen die Baseler mit mehreren potenziellen Kaufinteressenten, wie die Nachrichtenagentur Reuters von zwei Insidern erfuhr. Ein Spartentausch mit dem amerikanischen Merck-Konzern gilt nun als wenig wahrscheinlich. Zuletzt hieß es bei mit der Sache vertrauten Personen, Merck wolle seine Bereiche rezeptfreie Medikamente und Tiergesundheit direkt verkaufen oder an die Börse bringen.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×