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27.07.2011

16:25 Uhr

Schwierige Finanzierung

Maschinenbauer meiden Griechenland

Europas Politiker hoffen auf einen schnellen griechischen Aufschwung. Doch deutsche Maschinenbauer sehen kaum Chancen für eine Investition in Griechenland. Die Finanzierung vor Ort sei ungeheuer schwierig.

Deutschlands Maschinenbauer haben Finanzierungsschwierigkeiten in Griechenland. Quelle: dpa

Deutschlands Maschinenbauer haben Finanzierungsschwierigkeiten in Griechenland.

DüsseldorfDie deutschen Maschinenbauer sehen derzeit kaum Chancen, ihre Geschäfte in Griechenland - wie von der Bundesregierung gewünscht - auszubauen. Die Schuldenkrise lasse neue Abschlüsse kaum zu, sagte der Vizepräsident des Branchenverbandes VDMA, Axel Barten, am Mittwoch im Reuters-Interview. „Die Finanzierung von Projekten in Griechenland ist derzeit ungeheuer schwierig.“ Investitionen, die ein Schlüssel für Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit wären, seien auf Eis gelegt, da es in Griechenland schlichtweg an Geld fehle. „Da treten die Griechen derzeit auf der Stelle.“ Auch das Treffen von Vertretern deutscher Wirtschaftsverbände mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler habe keine konkreten Pläne zur Unterstützung des verschuldeten Staates ergeben. 

Man habe lediglich einen Überblick gewonnen über die Sorgen und Erwartungen der jeweiligen Branchen, sagte Barten. Rösler hatte rund 20 Wirtschaftsverbände eingeladen, um Möglichkeiten der deutschen Industrie zur Unterstützung Griechenlands auszuloten. Der VDMA-Vize erklärte dazu, Grundvoraussetzung für ein Engagement der Industrie seien bessere Rahmenbedingungen. Genehmigungsverfahren müssten vereinfacht und Bürokratiehürden abgebaut werden. „Ordnungspolitisch sind die Probleme in Griechenland riesig.“ Als eine Möglichkeit, Projekte zu finanzieren, nannte Barten die Besicherung von Aufträgen durch die deutsche Förderbank KfW. Dann trügen aber die Deutschen das Ausfallrisiko, betonte er. 

Bereits in den vergangenen Jahren haben die deutschen Maschinenbauer die Krise in Griechenland zu spüren bekommen. Während 2007 und 2008 noch jeweils knapp 700 Millionen Euro in dem Land umgesetzt wurden, brachen die Erlöse bis 2010 auf rund 360 Millionen Euro ein. „In diesem Jahr wird der Umsatz nochmals wesentlich sinken“, erklärte Barten. 

Sorgen muss sich die Vorzeigebranche, zu der neben börsennotierten Konzernen wie ThyssenKrupp, GEA und Gildemeister auch zahlreiche Mittelständler gehören, nicht machen. Boomende Schwellenländer - allen voran China - sorgen für reißenden Absatz. Die Branche exportierte 2010 Maschinen im Wert von 125 Milliarden Euro, ein Achtel davon ging in die Volksrepublik.

 

Von

rtr

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