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14.01.2015

17:15 Uhr

Seat

Niedrige Benzinpreise geben VW-Tochter Rückenwind

VonHans-Peter Siebenhaar

Die gebeutelte VW-Tochter Seat profitiert von den niedrigen Ölpreise. Mit einem SUV will Unternehmenschef Stackmann nun zurück in die Gewinnzone. In Deutschland verzeichnet der Autokonzern erste Erfolge.

Seat-Chef Jürgen Stackmann bei der Präsentation des Seat Leon ST. Der Kombi kommt besonders in Italien gut an. Reuters

Seat-Chef Jürgen Stackmann bei der Präsentation des Seat Leon ST. Der Kombi kommt besonders in Italien gut an.

WienDie niedrigen Benzinpreise beflügeln das Geschäft der Autobauer. „Durch die niedrigen Ölpreise wächst die Motorisierung“, sagte Seat-Chef Jürgen Stackmann dem Handelsblatt. „Es wird wieder mehr gefahren.“ Davon könnte das Sorgenkind des Volkswagen-Konzern überproportional profitieren. Denn der Autohersteller aus Martorell an der Mittelmeerküste ist vor allem in von der Wirtschaftskrise gebeutelten Märkten wie Spanien und Italien präsent und kämpft vor allem um preisbewusste Käuferschichten.

Die fallenden Benzinpreise europaweit sind Öl im Getriebe der Autoindustrie. In Deutschland nähert sich der Diesel der psychologisch wichtigen Ein-Euro-Marke. Aufgrund des starken Preisverfalls seit dem vergangenen Jahr tanken die Autofahrer so billig wie seit mehr als vier Jahren nicht mehr.

Experten gehen davon aus, dass es vorerst zu keiner Preisentwicklung nach oben kommt, da Saudi-Arabien als weltweit größter Ölförderhand den Hahn weit aufgedreht hat. „Das ist ein absolut positiver Impuls für die Autoindustrie“, sagte in St. Gallen lehrende Wirtschaftswissenschaftler Christian Keuschnigg dem Handelsblatt in Wien.

Die größten Gewinner im deutschen Automarkt

Platz 10

Dacia - Plus 7,5 Prozent - 48.907 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die rumänische Billigtochter bleibt eine Erfolgsgeschichte für Renault und wächst in Europa weiterhin deutlich stärker als der Markt.

Quelle: Kraftfahrzeugbundesamt

Platz 9

Skoda - Plus 8,5 Prozent - 173.538 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Mittlerweile sind die Tschechen die erfolgreichste Importmarke in Deutschland. Neue Modelle wie der Fabia dürften den Absatz auch im kommenden Jahr ankurbeln.

Platz 8

Seat - Plus 11,7 Prozent - 91.192 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns fährt aus der Krise. Der neue Leon macht's möglich - und beschert ein sattes Absatzplus auf dem deutschen Markt.

Platz 7

Nissan - Plus 13,7 Prozent - 62.536 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Den Japanern ist zum Jahresende etwas die Puste ausgegangen. Insgesamt kann sich das Absatzplus im abgelaufenen Jahr aber sehen lassen. Neue Modelle wie der Pulsar sollen die Erfolgsgeschichte im kommenden Jahr wiederholen.

Platz 6

Mitsubishi - Plus 14,1 Prozent - 24.131 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Japaner haben mit dem Outlander PHEV einen der ersten SUVs mit Plug-in-Hybrid im Angebot. Insgesamt überzeugt die Modellpalette die Deutschen offenbar.

Platz 5

Volvo - Plus 16 Prozent - 31.919 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die Schweden sind zurück. Mit Modellen wie dem SUV XC90 blasen die Skandinavier wieder zum Angriff. Besonders zum Jahresende legte der Absatz deutlich zu.

Platz 4

Mazda - Plus 16,7 Prozent - 52.491 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Kennen Sie noch die uncoolen Mazdas aus den 90ern? Die Autokäufer in Deutschland kennen sie nicht. Eine runderneuerte Modellpalette bringt Mazda unter den Gewinnern der Zulassungsstatistik weit nach vorne.

Platz 3

Porsche - Plus 17,1 Prozent - 24.365 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen setzt seine Erfolgsgeschichte ungebrochen fort. Besonders zum Jahresende legt Porsche deutlich zu. Dabei dürften Verkaufsschlager wie der Macan auch weiterhin für Absatz sorgen.

Platz 2

Land Rover - Plus 18,1 Prozent - 14.679 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die noblen Briten können mit dem Evoque auch modern und klein. Das zahlt sich bei den Verkäufen aus. In Deutschland verkauft Land Rover fast doppelt so viele Autos wie Konkurrent Jeep.

Platz 1

Jeep - Plus 48,8 Prozent - 10.268 verkaufte Fahrzeuge im Jahr 2014

Die SUV-Marke aus dem Hause Fiat/Chrysler wächst in Deutschland stärker als alle Konkurrenten. Das dürfte Fiat-Chef Marchionne freuen, für dessen Premiumstrategie die Marke eine Schlüsselrolle spielt. Besteller ist der Grand Cherokee.

Seat kann den Rückenwind gut gebrauchen. Das Unternehmen schreibt seit Jahren rote Zahlen. Doch die Sanierung der VW-Tochter kommt nach Unternehmensangaben nun gut voran. Stackmann strotzte vor dem Auftakt der Vienna Autoshow vor Selbstbewusstsein. „Wir haben unser Wachstum im Kernmarkt Europa weiter ausgebaut“, sagte der Niedersache. Im vergangenen Jahr hat Seat nach eigenen Angaben 440.000 Autos – so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr – gebaut. Die Zahl der abgesetzten Autos wuchs 11,3 Prozent. Innerhalb von drei Jahren habe Seat ein Wachstum um 50 Prozent erzielt, sagte Stackmann am Mittwoch.

Vor allem in Deutschland, dem wichtigsten Markt für Seat, kommen die Spanier gut voran. Dort sei die Zahl der abgesetzten Autos um 10,4 Prozent gewachsen.  Das entspricht 86.600 Fahrzeuge. Die VW-Tochter baut derzeit ihr Händlernetz stark aus. Allein im vergangenen Jahr sind nach Unternehmensangaben 45 neue Händler in Deutschland hinzugekommen. Im wirtschaftlichen schwachen Italien kommt Seat dank des dort beliebten Leon Kombi gut voran. Nach Unternehmensangaben stieg der Absatz dort im Jahresvergleich um 28 Prozent.

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