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20.01.2004

18:37 Uhr

Industrie

SGL Carbon holt zum Befreiungsschlag aus

Mit einer von der Aktionärsversammlung abgesegneten Kapitalerhöhung von rund 245 Millionen Euro will der Wiesbadener Grafitelektrodenhersteller SGL Carbon seine Kapitalbasis auf andere Füße stellen.

HB FRANKFURT/M. Bei dem Kapitalschritt werde das Grundkapital um rund 85,2 Millionen Euro auf knapp 142 Millionen Euro erhöht, teilte SGL am Dienstag mit. Den SGL-Aktionären sollen nach früheren Angaben rund 33 Millionen neuen Aktien im Verhältnis von zwei zu drei angeboten werden. Für zwei alte SGL-Aktien können die Aktionäre dann drei neue Anteilsscheine erhalten. Der Bezugspreis für die neuen Papiere beträgt acht Euro. Dabei beginne die Bezugsfrist am 22. Januar und ende am den 5. Februar 2004, teilte das Unternehmen mit.Die im MDax notierte SGL-Aktie schloss am Dienstag im Computerhandel Xetra mit einem Minus von 0,41 Prozent bei 14,60 Euro.

Der Kapitalschritt ist Teil eines umfassenden Finanzierungspakets im Gesamtvolumen von 830 Millionen Euro, mit dem der Konzern seine Eigenkapitalbasis stärken und seine Finanzierung langfristig sichern will. Die Bankhäuser Credit Suisse First Boston und Dresdner Kleinwort Wasserstein sind die Lead Manager bei der Kapitalerhöhung.

In dem gesamten Finanzierungspaket sind auch die Begebung einer Hochzinsanleihe im Volumen von 300 Millionen Euro sowie ein langfristiger Kredit von 330 Millionen Euro enthalten. Mit dem Finanzmaßnahmenbündel sollen unter anderem die Fälligkeiten der Finanzschulden um fünf bis acht Jahre verschoben werden. Vor den SGL-Aktionären sprach Konzernchef Robert Koehler vergangene Woche in diesem Zusammenhang von einem „Befreiungsschlag“.

Ende September wies SGL nach früheren Angaben insgesamt Finanzschulden von 530 Millionen Euro aus und ein Eigenkapital von 150 Millionen Euro. Nach dem gesamten Maßnahmenbündel würde (pro forma zum 30. September) das Eigenkapital auf 340 Millionen Euro erhöht und die Finanzschulden auf 440 Millionen Euro gesenkt.

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