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07.07.2015

17:17 Uhr

SGL Carbon

Kerngeschäft zu verkaufen

Billig-Konkurrenz aus China bedroht das Hauptgeschäft von SGL Carbon. Darum will der Spezialgrafithersteller auf die Akku-Herstellung umsatteln – und sein bisheriges Kerngeschäft verkaufen.

Günstige Grafitelektroden aus China machen dem Wiesbadener Hersteller SGL Carbon zu schaffen. dpa

Preisdruck aus Fernost

Günstige Grafitelektroden aus China machen dem Wiesbadener Hersteller SGL Carbon zu schaffen.

FrankfurtDer angeschlagene Spezialgrafithersteller SGL Carbon stellt sein Kerngeschäft ins Schaufenster. Der größte Geschäftsbereich Grafitelektroden für die Stahlproduktion und Kathoden für die Aluminiumschmelze solle spätestens bis Ende 2016 innerhalb des Unternehmens rechtlich verselbständigt werden, teilte SGL Carbon am Dienstag mit. Die beiden anderen größeren Sparten sollen auch durch Zukäufe gestärkt werden. „Mit der neuen Aufstellung können wir unsere Aktivitäten zielgerichteter ausrichten und öffnen uns zudem für neue strategische Optionen“, erklärte Firmenchef Jürgen Köhler.

Aktionäre jubelten über die Ankündigung: Die Aktie war mit einem Plus von 6,5 Prozent auf 15,87 Euro mit Abstand größter Gewinner im Kleinwerteindex SDax.

SGL Carbon: Kohlenstoffspezialist verringert Konzernverlust

SGL Carbon

Kohlenstoffspezialist verringert Konzernverlust

Das Sparprogramm des deutschen Kohlenstoffspezialisten SGL Carbon zeigt Wirkung: Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Wiesbadener ihr Ergebnis im ersten Quartal deutlich steigern, der Verlust verringerte sich.

Das Geschäft mit Grafitelektroden für die Stahlindustrie ist wegen des hohen Preisdrucks durch die chinesische Konkurrenz schwieriger geworden. Im vergangenen Jahr war der Gewinn der Sparte, die 44 Prozent zum Gesamtumsatz von 1,3 Milliarden Euro beisteuerte, deutlich eingebrochen. Als eine Option für das Kerngeschäft sieht Köhler die Möglichkeit eines Zusammenschlusses mit anderen Firmen in der Branche. Oft wird die Aussage, „strategische Optionen“ zu prüfen, auch mit einem Verkauf von Unternehmensbereichen in Verbindung gebracht.

Als ein wichtiges Wachstumsfeld macht Köhler die Lithium-Ionen-Industrie aus, für die SGL das Anodenmaterial liefert. Der Konzern, dessen größte Aktionärin die Unternehmerin und Quandt-Erbin Susanne Klatten ist, hofft darauf, Zulieferer für die von Tesla -Chef Elon Musk angekündigte „Gigafactory“ für Batterien zu werden.

In den beiden anderen Geschäftsfeldern – Carbonfasern und Graphitspezialitäten – setzt SGL neben organischem Wachstum auch auf selektive Zukäufe. Der Umsatz soll bis 2020 um rund 50 Prozent im Vergleich zu 2014 zulegen.

SGL Carbon wird nach eigenen Angaben auch dieses Jahr nicht aus den roten Zahlen kommen. 2014 verkleinerte sich der Verlust auf 247 Millionen Euro nach 317 Millionen Euro im Jahr davor. Um wieder Gewinne zu schreiben, hat das Management dem Konzern ein Sparprogramm verordnet.

Von

rtr

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