Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.09.2011

21:01 Uhr

SGL-Chef Koehler

„BMW ist Vorreiter bei der Karbon-Einführung“

VonMartin Murphy

ExklusivNormalerweise liefert die SGL Group ihre Produkte an die Metallindustrie. Neuerdings beliefert das Unternehmen aber auch Autobauer - und kooperiert mit BMW. Doch das soll eine Ausnahme sein.

Robert Koehler, Vorsitzender des Vorstands der SGL Group. obs

Robert Koehler, Vorsitzender des Vorstands der SGL Group.

Handelsblatt: Herr Koehler, ihr Unternehmen liefert Rotorblätter, Elektroden an die Metallindustrie und neuerdings auch Teile für die Autoindustrie. Wie erklärten Sie ihren Investoren die SGL-Gruppe?

Robert Koehler: Unsere Kernkompetenz ist die Hochtemperaturtechnik, also die Produktion von Materialen bei Temperaturen zwischen 200 und 3 000 Grad Celsius. Das zieht sich über unsere drei Sparten hinweg.

Aber wo sollen denn da die Synergien liegen?

In der Verarbeitung des Materials und dem Prozessverständnis. Um diese Synergien zu heben, haben wir unsere Forschung in Meitingen konzentriert. Unsere Forscher lernen dort voneinander.

Bei der Produktion gehen sie den entgegen gesetzten Weg. Gerade erst hat SGL mit BMW im US-Bundesstaat Washington sein drittes Werk für Karbonfasern eröffnet. Warum die Aufteilung?

Zwei Werke sind reine SGL-Standorte. Hingegen wurde der neue als Joint Venture für die Versorgung der BMWi-Serie errichtet. Hier haben wir günstige Strompreise und Wasserkraft. Das war BMW wichtig.

Wasserkraft gibt es auch in Deutschland.

Sicherlich, aber keine wettbewerbsfähigen Strompreise. Wir würden gern ein Karbonfaser-Werk in Deutschland bauen. Wir arbeiten an dem Thema und prüfen verschiedene Szenarien.

Das Joint Venture in Washington ist exklusiv mit BMW geschlossen. Warum?

BMW ist Vorreiter bei der Einführung von Karbon in die Autoindustrie im Großserienmaßstab. Hierbei geht es eine verlässliche Belieferung mit dem Material sowohl mengen- als auch qualitätsmäßig.

Dass bedeutet, wenn demnächst Daimler oder VW anklopfen, dann schließt SGL auch mit denen Joint Ventures?

Wir sehen die Kooperation mit BMW als eine Ausnahme. Im Kerngeschäft – und die Karbonfaser ist unser Kerngeschäft – schließt man eigentlich kein Joint Venture. Aber ausschließen kann man dies nicht, wobei die Aktivitäten dann streng voneinander getrennt werden müssten.

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Karl_Ranseier

05.09.2011, 23:03 Uhr

Und wie wird Karbon recycled? ;)

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×