Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

05.11.2013

12:11 Uhr

SHW

Autozulieferer verliert Mehrheitsaktionär

Der Finanzinvestor Nordwind erlöst 133 Millionen Euro mit seiner Aktienplatzierung von SHW: „Wir haben mit SHW gut verdient”, freut sich ein Manager. Künftig will man nicht mehr aus Fonds investieren.

In der süddeutschen Firma ElringKlinger werden Zylinderkopfdichtung gefertigt. dpa

In der süddeutschen Firma ElringKlinger werden Zylinderkopfdichtung gefertigt.

FrankfurtDer schwäbische Autozulieferer SHW hat über Nacht seinen Mehrheitsaktionär verloren. Der Finanzinvestor Nordwind, der vor acht Jahren bei dem Aalener Unternehmen eingestiegen war, warf seine restliche Beteiligung von 58,3 Prozent auf den Markt und erlöste damit 133 Millionen Euro. „Wir haben mit SHW gut verdient”, resümierte Nordwind-Manager Tom Harder am Dienstag im Gespräch mit Reuters. Beim Börsengang von SHW vor zwei Jahren hatte der Investor für gut 68 Millionen Euro nicht einmal alle angebotenen Aktien verkaufen können, nun brachte Nordwind Capital binnen weniger Stunden 3,4 Millionen Aktien bei neuen Investoren unter.

Das Traditionsunternehmen, das Pumpen, Motorteile und Bremsscheiben herstellt, profitiert vom Trend zur Reduzierung des Kohlendioxid-Ausstoßes. Seit dem Börsengang ist der Aktienkurs um 60 Prozent gestiegen. Bei der ungewöhnlich großen Platzierung musste der Investor einen Abschlag von acht Prozent zum Schlusskurs vom Montag hinnehmen. Die Papiere wurden zu je 39 Euro zugeteilt, am Dienstag erholte sich der Kurs aber auf 41 Euro.

Die weltweit größten Automobilzulieferer

Platz 10

Faurecia - 18,03 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Das Schicksal des Autozulieferers ist eng verbunden mit PSA Peugeot/Citroën. Derzeit stagnieren die Geschäfte. Zum Portfolio gehören Sitze und Emissionskontrollsysteme.

Platz 9

Aisin Seiki - 18,92 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner gehören zur Toyota-Gruppe und produzieren etliche Komponenten für die Autoindustrie, darunter Getriebe und Navigationssysteme.

Platz 8

Michelin - 20,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der französische Reifenriese musste zuletzt erneut Rückschläge beim Absatz hinnehmen. Neben Reifen stellt das Unternehmen aus Clermont-Ferrand auch Navigationssysteme her.

Platz 7

Johnson Controls - 20,93 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die US-Amerikaner aus Milwaukee konzentrieren sich die Zulieferung von Sitzen, Türen und Instrumenten. Damit legte der Umsatz zuletzt leicht zu.

Platz 6

Hyundai Mobis - 23,25 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Koreaner sind Teil des riesigen koreanischen Hyundai-Imperiums und zählen zu den wichtigsten Zulieferern für die Autobauer Hyundai und Kia. Gebaut werden Sicherheitssysteme, Airbus, Lampen und Antriebsstränge.

Platz 5

Bridgestone / Firestone - 24,62 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

In der Gummiverarbeitung sind die Japaner sogar weltweit führend. In Frankreich, Italien, Polen und Spanien betreiben sie eigene Werke.

Platz 4

Magna - 24,95 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Unter der Führung der schillernden Österreichers Frank Stronach wuchs der Konzern - und kann nahezu alle Bauteile selbst Produzieren. Fahrgastzellen, Sitze, Antrieb und Elektronik gehören zum Portfolio des Unternehmens.

Platz 3

Denso - 27,79 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Die Japaner verloren zuletzt wieder Marktanteile. Kunden sind insbesondere die großen japanischen Autobauer. Das Unternehmen baut unter anderem Klimaanlage, Antriebsstränge und Elektronik.

Platz 2

Robert Bosch - 30,7 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Der zweitgrößte Autozulieferer der Welt ist in Stuttgart daheim. Neben Benzin- und Dieselsystemen baut Bosch auch Multimedia-Systeme, Bremsen, Elektronik und Batterien für etliche große Autohersteller .

Platz 1

Continental - 33,32 Milliarden Euro Umsatz mit Autoteilen

Aus Hannover in die Welt: Neben den bekannten Reifen liefert Conti auch Sicherheits- und Telematiksysteme, Steuerinstrument und die Elektronik für Antriebsstränge. Im Vergleich zum Vorjahr legte der Umsatz damit leicht zu.

Nordwind hatte SHW 2005 für rund 100 Millionen Euro vom Lkw-Bauer MAN und dem Land Baden-Württemberg übernommen. Mit dem Ausstieg erlöste der Investor mehr als das Doppelte. „Wir haben das Versprechen gehalten, SHW unabhängig zu erhalten”, sagte Harder. Für den Finanzinvestor, der vom ehemaligen Private-Equity-Verbandschef Hans Albrecht geführt wird, bedeutet der Verkauf von SHW eine Zäsur. Nordwind werde künftig nicht mehr aus Fonds investieren, sondern Firmen nur noch mit dem Geld von befreundeten Unternehmern kaufen, sagte Harder. Die ersten Zukäufe seien bereits unter Dach und Fach

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×