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25.09.2012

08:48 Uhr

Sicherheitsmesse in Essen

Mit High-Tech gegen das Verbrechen

Weißer Rauch, Klebepatronen, fotografierende Türspione: Auf der weltgrößten Sicherheitsmesse präsentiert die Branche ihre neuesten Erfindungen im Kampf gegen Kriminelle. Für 2012 erwartet man einen Rekordumsatz.

Überwachungskameras auf der Security-Messe: In Essen zeigen rund 1100 Aussteller aus 40 Ländern ihre Neuheiten. dpa

Überwachungskameras auf der Security-Messe: In Essen zeigen rund 1100 Aussteller aus 40 Ländern ihre Neuheiten.

EssenWeißer Rauch und Superkleber im Kampf gegen zwielichtige Gestalten: Beim Abtransport ihrer Beute müssen sich Bankräuber auf neue Strategien der Fahnder einstellen. Dem Geld beigelegte weiße Farbpatronen sollen künftig auch Metallpartikel enthalten, die mit Hilfe von Lasertechnologie mit einem individuellen Nummerncode versehen wurden. Ermittler könnten so bereits mit Hilfe winzigster Spuren etwa an Kleidung oder in einer Wohnung einen Zusammenhang mit einer Tat herstellen.

Die größten Luftwaffen der Welt

Platz 10

Frankreich. 363 aktive Kampfeinheiten.

Platz 9

Pakistan. 373 aktive Kampfeinheiten.

Platz 8

Südkorea. 413 aktive Kampfeinheiten.

Platz 7

Ägypten. 458 aktive Kampfeinheiten.

Platz 6

Syrien. 483 aktive Kampfeinheiten.

Platz 5

Nordkorea. 514 aktive Kampfeinheiten.

Platz 4

Indien. 653 aktive Kampfeinheiten.

Platz 3

China. 1452 aktive Kampfeinheiten.

Platz 2

Russland. 1485 aktive Kampfeinheiten.

Platz 1

USA. 2818 aktive Kampfeinheiten.

(Quelle: FlightGlobal)

Bei der weltgrößten Sicherheitsmesse „Security“ präsentiert die boomende Branche in dieser Woche in Essen neue Strategien im Kampf gegen Kriminelle. Von Dienstag bis Freitag (25. bis 28. September) zeigen mehr als 1000 Aussteller aus 40 Nationen ihre Produkte. Für 2012 rechnet die Branche nach einem Rekordumsatz von rund elf Milliarden Euro im vergangenen Jahr mit weiteren Zuwächsen. Rund 175.000 Mitarbeiter sind in Deutschland allein im Dienst privater Sicherheitsdienstleister unterwegs - mit steigender Tendenz.

Kopfzerbrechen könnten Kriminellen künftig auch neuartige Klebepatronen bereiten, die ebenso wie die Farbpatronen zwischen die geraubten Geldscheine gemischt werden können. Nach der Explosion der neuen Patronen können die dann zu einem Klumpen verklebten Geldscheine nur noch mit Speziallösemittel wieder getrennt werden. Im Handel erhältlich sei das Spezialmittel allerdings nicht, versichern die Experten.

Im privaten Haushalt soll moderne Kameratechnik für Sicherheit sorgen. Mit Hilfe einer an der Innenseite einer Tür aufgesetzten Kamera können handelsübliche Türspione auf Knopfdruck Fotos von vor der Tür stehenden Besuchern schießen. Überwachungskameras können auf Knopfdruck nicht nur die beruhigende Stimme der Eltern ins Kinderzimmer übertragen, sondern auch eine Schlaflied abspielen.

Wer die Welt mit Waffen ausrüstet

Das Ranking

Einmal jährlich erstellt das Magazin „Defense News“ ein Ranking der größten Rüstungskonzerne der Welt. Die Liste ist dominiert durch US-Konzerne, allerdings werden chinesische Rüstungsriesen wie China South Industries, China State Shipbuilding und China Aerospace Science wegen unsicherer Datenlage nicht im Ranking aufgeführt. Handelsblatt Online zeigt, welche zehn Unternehmen 2011 zu den größten Waffenproduzenten der Welt gehörten.

Platz 10

United Technologies (USA) - 11,0 Milliarden Dollar Umsatz in der Militärsparte

Der US-Mischkonzern gehört zu den größten Unternehmen der Welt und mischt auch im Rüstungsgeschäft kräftig mit. Zum Portfolio der US-Amerikaner gehören Hubschrauber für die zivile und militärische Luftfahrt, Raketenantriebe, aber auch Klimaanlagen. Die Militärsparte macht knapp 20 Prozent des Umsatzes aus.

Platz 9

L-3 Communications (USA) - 12,52 Milliarden Dollar

Die US-Firma aus New York erlangte zuletzt als einer der Marktführer für Körperscanner einige Bekanntheit. Vor allem aber stellt L-3 Kommunikationslösungen sowie Navigationssysteme und -geräte für militärische Zwecke her. Das macht den Konzern laut „News Defense“ zum weltweit neuntgrößten Hersteller von Kriegsgerät - mit einem Umsatz in diesem Sektor von 12,52 Mrd. Dollar im Jahr 2011. Kriegsgerät macht fast 83 Prozent am Gesamtumsatz aus.

Platz 8

Finmeccanica (Italien) - 14,58 Milliarden Dollar

Auch der italienische Finmeccanica-Konzern gehört zu fast einem Drittel dem Staat. Im zivilen Bereich baut das Unternehmen unter anderem U-Bahnen, Lokomotiven und Verkehrsleitsysteme. Im militärischen Bereich gehören Hubschrauber, Lenkwaffen und Panzer zum Portfolio. Im Jahr 2011 setzte Finmeccanica 14,58 Mrd. Dollar mit Kriegsgerät um (knapp 61 Prozent Gesamtanteil).

Platz 7

EADS (Westeuropa) - 16,10 Milliarden Dollar

Auf Platz sieben der Top 10 landet der von Deutschland und Frankreich kontrollierte Luft- und Raumfahrtkonzern EADS. Er bietet neben zivilen Verkehrsflugzeugen (Airbus-Reihe) sowie Trägerraketen (Ariane) und Satelliten Militärflugzeuge (zum Beispiel Eurofighter, im Bild) und Sicherheitslösungen an. Mit militärischen Produkten erwirtschaftete EADS 2011 laut „Defence News“ knapp 16,10 Mrd. Dollar. Das entspricht knapp 24 Prozent Anteil am Gesamtumsatz.

Platz 6

Northrop Grumman (USA) - 21,4 Milliarden Dollar

Schlagzeilen machte Northrop Grumman als US-Partner von EADS bei der Bewerbung um einen Milliardenauftrag zum Bau von Tankflugzeugen für das US-Militär. Der Konzern mit seinen mehr als 75.000 Mitarbeitern erzielte in seinem militärischen Segment 2011 einen Umsatz von 21,4 Mrd. Dollar und ist damit der sechstgrößte Rüstungskonzern der Welt. Rüstung macht an seinem Umsatz 81 Prozent aus. Zu den bekanntesten Produkten zählt der Tarnkappenbomber B-2 (im Bild) oder die Atom-U-Boote.

Platz 5

Raytheon (USA) - 23,06 Milliarden Dollar

Der US-Konzern Raytheon stellt hauptsächlich Raketen und optische Militärsysteme her: Den Marschflugkörper „Tomahawk“ etwa, die Luft-Luft-Rakete „Sidewinder“ oder das Flugabwehrsystem „Patriot“. Das Unternehmen mit seinen mehr als 71.000 Mitarbeitern hat 2011 mit militärischen Gütern einen Umsatz von 23,06 Mrd. Dollar (93 Prozent Anteil am Umsatz) erzielt.

Platz 4

General Dynamics (USA) - 25,51 Milliarden Dollar

Der US-Konzern, der unter anderem schwere Militärfahrzeuge herstellt, setzte 2011 mit militärischen Gütern 25,51 Mrd. Dollar um und landet damit auf dem 4. Rang. Zu den Produkten gehören unter anderem Kriegsschiffe und U-Boote, Kampfflugzeuge sowie Lenkflugkörper und IT-Lösungen. 78 Prozent des Gesamtumsatzes machen die Kriegsgüter aus.

Platz 3

BAE Systems (Großbritannien) - 29,13 Milliarden Dollar

Platz drei nehmen die Briten ein: BAE Systems erzielte mit seinen 88.000 Mitarbeitern 2011 einen Umsatz im Rüstungsgeschäft von 29,13 Mrd. Dollar. Der größte Rüstungskonzern Europas (der in seinem zivilen Segment vor allem in der Luft- und Raumfahrt aktiv ist) stellt eine bunte Palette militärischen Geräts her: Von Kriegsschiffen über Raketensystemen bis zu Kampfflugzeugen. Hierbei kooperiert BAE zum Teil mit anderen Rüstungskonzernen, wie etwa mit Lockheed Martin bei der F-22 oder mit EADS beim Eurofighter. BAE hängt mit knapp 95 Prozent Kriegsanteil am Gesamtumsatz fast vollständig von Rüstungsaufträgen ab.

Platz 2

Boeing (USA) - 30,7 Milliarden Dollar

Der drittgrößte Rüstungskonzern ist Boeing - mit einem Umsatz laut „Defense News“ von 30,7 Mrd. Dollar im Rüstungsgeschäft, was knapp knapp 45 Prozent der Gesamtumsätze entspricht. Im zivilen Bereich konkurriert der 170.000 Mitarbeiter starke US-Konzern seit Jahren mit EADS/Airbus um die Vorherrschaft. Im Rüstungsgeschäft hat Boeing eine breite Palette an Flugzeugen und Lenkwaffen im Angebot: von der Transportmaschine C-17 über den Bomber B-52 Flying Fortress bis zum Tankflugzeug KC-767.

Platz 1

Lockheed Martin (USA) - 43,98 Milliarden Dollar

An der Spitze der Rüstungskonzerne steht Lockheed Martin. Der US-Konzern erwirtschaftete 2011 aus seiner Rüstungssparte 43,98 Mrd. Dollar. Knapp 95 Prozent der Umsätze erwirtschaftet das Unternehmen mit Kriegsgerät: Lockheed Martin stellt einerseits Kampfflugzeuge und -bomber her, darunter die F-16 und die neue, milliardenteure F-22A Raptor. Daneben produziert der Konzern Aufklärungsmaschinen wie die auch von der Bundeswehr genutzte P-3 sowie Luftschiffe. Rein deutsche Hersteller sind im Ranking der größten Rüstungskonzerne nicht in der Top-10.

Auch die Hersteller von Pfeffersprays rüsten auf. Die in Deutschland offiziell nur zur Abwehr von Tieren zugelassenen Sprays werden bei der Essener Messe auch in High-Tech-Versionen angeboten. Ein neues Modell in Pistolenform soll eine Reichweite von bis zu sieben Metern haben und ganz ohne Ablenkung durch Seitenwinde sein Ziel erreichen. Für Besitzer von Smartphones werden spezielle Telefonhüllen angeboten - mit integriertem Halter für Pfefferspray.

Hoch im Kurs stehen auch Sicherheitskonzepte für öffentliche Einrichtungen wie Schulen. Einen verbesserten Schutz vor Amokläufern sollen etwa spezielle Schlösser an den Türen der Klassenzimmer bieten. Durch Abschließen der Tür wird nur der Außendrücker gesperrt. Schüler und Lehrer können den Klassenraum dagegen - etwa bei einem Feuer - jederzeit problemlos verlassen.

Von

dpa

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

25.09.2012, 09:53 Uhr

Die sollten sich lieber mal etwas für die wirklichen Kriminellen ausdenken, die mit höchst schädlichen Transaktionen digital die ganze Gesellschaft berauben, mit Summen von denen Bankräuber nur träumen können.

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