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24.01.2007

11:38 Uhr

Sieben Fragen an: Michael Volz

„Viele Firmen haben die Zeichen der Zeit erkannt“

Compliance-Programme sind in aller Munde. Doch was genau versteckt sich dahinter? Michael Volz, Corporate Compliance-Officer der Merck AG, sprach mit dem Handelsblatt über die Möglichkeiten von Unternehmen, Großschadensereignisse wie im Fall Siemens zu vermeiden.

Handelsblatt: Herr Volz, seit dem Siemens-Skandal ist Compliance hier zu Lande in aller Munde. Was genau versteckt sich denn dahinter?

Michael Volz: Ganz einfach, sich an die Regeln zu halten, um Großschadensereignisse im Unternehmen zu vermeiden.

Also bedeutet Compliance Risikomanagement in Rechtsdingen?

Es steckt natürlich mehr dahinter, im Kern ist es eine Frage der Unternehmenskultur.

Seit wann gibt es bei Merck einen Corporate-Compliance-Officer?

Seit 2002. Grund waren die schlechten Erfahrungen, die wir mit einem Kartellverfahren machen mussten.

Welches sind die größten Hindernisse bei der Durchsetzung von Compliance-Programmen?

Sie können die Wirksamkeit schlecht in Zahlen messen. Allgemein ist es schwierig in großen Unternehmen, das Thema in allen Köpfen zu verankern, aber wir haben ein Netzwerk von Compliance-Officern in einer Vielzahl von Ländern, die vor Ort schulen. Außerdem arbeiten wir in der Zentrale in Darmstadt auch mit E-Learning-Programmen, um die Mitarbeiter zu sensibilisieren.

Viele sagen, in bestimmten Ländern könne man ohne Bestechung keine Geschäfte machen. Stimmt das?

Es ist natürlich immer auch eine kulturelle Frage, aber es gibt Gegenbeispiele zuhauf, die zeigen, dass man auch in schwierigen Ländern mit sauberen Praktiken gute Geschäfte machen kann. Man muss das aber offensiv vertreten.

Was sagen Sie zu Siemens?

Keinen Kommentar.

Gibt es in Europa Vorbilder für Sie?

Es gibt viele Unternehmen, die die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Die Fragen stellte Christoph Hardt.

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