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26.01.2007

08:43 Uhr

Sieg im Übernahmekampf

Scania-Chef schlägt leisere Töne an

VonHelmut Steuer und Josef Hofmann

Trotz eines Sieges im Übernahmekampf gegen MAN und Rekordergebnissen hält sich Scania-Chef Leif Östling auffallend zurück. Möglicherweise liegt das an den über 200 Mill. Kronen (22 Mill. Euro), die nach seinen Angaben die Abwehr des MAN-Übernahmeangebots gekostet hat.

Der "Blitzkrieg" ist abgewehrt. Jetzt wird friedlich über eine Fusion mit MAN gesprochen. Foto: dpa

Der "Blitzkrieg" ist abgewehrt. Jetzt wird friedlich über eine Fusion mit MAN gesprochen. Foto: dpa

STOCKHOLM / FRANKFURT. Eigentlich hatte man einen entspannten Scania-Chef Leif Östling erwartet. Doch trotz eines Rekordergebnisses für das vergangene Jahr und der Rücknahme des gegen sein Unternehmen gerichteten feindlichen MAN-Übernahmeangebots wirkte der Chef des schwedischen LKW-Bauers Scania angespannt und abgekämpft. Möglicherweise lag es an den über 200 Mill. Kronen (22 Mill. Euro), die nach seinen Angaben die Abwehr des MAN-Übernahmeangebots gekostet hat.

Die Münchner hatten am Dienstag unter dem Druck ihres Hauptaktionärs Volkswagen und wegen des Widerstands in Schweden mit der Rücknahme ihrer Übernahmeofferte den Weg für eine einvernehmliche Lösung im seit Monaten andauernden Pokerspiel frei gemacht.

VW, größter einzelner Aktionär sowohl bei MAN wie auch bei Scania, möchte sein brasilianischen LKW-Geschäft in eine Dreier-Allianz mit einbringen, die zusätzlich MAN und Scania umfassen würde. Zum weiterhin offenen Ausgang bei der eventuellen Bildung eines derartigen LKW-Riesen wollte Östling nach verbalen Ausfällen in der Vergangenheit – er warf MAN einen „Blitzkrieg“ vor – nichts sagen. Sein Kontrahent, MAN-Chef Håkan Samuelsson, hatte noch am Dienstag gesagt, „alle Verantwortlichen haben Interesse bekundet, darüber zu sprechen. Wichtig ist nun, es in der richtigen Form zu machen.“

Befragt nach den Voraussetzungen für die von VW geforderten freundschaftlichen Verhandlungen, antwortete Östling: „Ich habe keine Antwort darauf.“ Analysten in Stockholm rechnen letztendlich mit der Bildung des neuen LKW-Konzerns, glauben jedoch an mehrmonatige, vielleicht sogar mehrjährige Verhandlungen.

Auch die Tatsache, dass MAN trotz der Rücknahme des Übernahmeangebots weiterhin knapp 15 Prozent am schwedischen Konkurrenten hält, wollte Östling nicht kommentieren. Ebenfalls offen ließ er die Frage, ob es nun zu der Sonderausschüttung kommt, die Scania mitten in der heißen Phase des viermonatigen Übernahmekampfes seinen Aktionären versprochen hatte: Über die Sonderdividende in Höhe von 17 Mrd. Kronen werde am 8. Februar entschieden.

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