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21.07.2017

16:16 Uhr

Siemens-Affäre

Wirtschaft warnt vor Vertrauensverlust

Weil Russland gegen den Willen von Siemens vier Turbinen des Unternehmens auf die Krim brachte, bröckelt das Vertrauen der Wirtschaft. Die Deutsch-Russische Außenhandelskammer warnt vor Vertragsbrüchen.

„Deutsche Unternehmen müssen sich in Russland auf die Einhaltung von Verträgen verlassen können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Auslandshandelskammer, Matthias Schepp. AP

Siemens-Turbinen auf der Krim

„Deutsche Unternehmen müssen sich in Russland auf die Einhaltung von Verträgen verlassen können“, sagt der Vorstandsvorsitzende der Auslandshandelskammer, Matthias Schepp.

Moskau/BerlinIn der Affäre um die auf die Krim gelieferten Siemens-Gasturbinen warnt die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer in Moskau vor ernsten Folgen für das deutsche Engagement in Russland. „Deutsche Unternehmen müssen sich in Russland auf die Einhaltung von Verträgen verlassen können“, erklärte der Vorstandsvorsitzende der Auslandshandelskammer, Matthias Schepp, am Freitag: „Verträge zu brechen, verstößt gegen grundlegende Handelsprinzipien und beschädigt im konkreten Fall über lange Jahre gewachsenes Vertrauen.“

Hintergrund ist, dass nach Angaben des Münchener Technologiekonzerns vier ursprünglich für ein Kraftwerk in Russland bestimmte Turbinen gegen den Willen des Unternehmens auf die Krim gebracht wurden. Geschäfte auf der von Russland 2014 annektierten ukrainischen Halbinsel Krim sind von den USA und der EU mit Sanktionen belegt worden. Siemens hat Klage gegen die Weiterlieferung der Turbinen eingereicht, die für ein Kraftwerk im südrussischen Taman bestimmt waren. Siemens hat sich deshalb mittlerweile auch von einer Minderheitsbeteiligung an dem russischen Unternehmen Interautomatika getrennt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Herr Clemens Keil

21.07.2017, 16:54 Uhr

Also, nochmal zum Mitschreiben: die Wirtschaft warnt davor, ihr kein Vertrauen mehr zu schenken!
Wie wäre es denn mal, gewissermaßen als Vorschuß, mit einem Ende des Jammerns, des Betrügens, der ungerechtfertigten Gehalts- und Abfindungsexzesse?
Die Union findet das aber alles in Ordnung. Lediglich mit Martin Schulz und seiner SPD ist hier eine substanzielle Änderung zu erwarten!

Wenn das keine Überraschung ist! Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte verwenden Sie keine Videos oder Links anderer Seiten.

Herr Peter Spiegel

24.07.2017, 09:36 Uhr

„Deutsche Unternehmen müssen sich in Russland auf die Einhaltung von Verträgen verlassen können“ - das ist natürlich ein guter Witz bei einem Land wie Russland.

Russland ist die Verlogenheit pur. Russland unterstützt Donald Trump mit den Methoden des Geheimdienstes. Dort wird gelogen, dass sich die Balken biegen. Russland hat die Ukraine mit einem Desinformations-Krieg überzogen, der die Medien in einer Flut von Lügen untergehen hat lassen. Russland schickt eigene Soldaten über die Grenze in die Ukraine und dementiert es. Russland hat Hacker Angriffe auf die US-Wahl durchgeführt und dementiert es. Russland hat Emanuell Macron mit Schmutz beworfen und dementiert es. Russland hat einen Hacker-Angriff auf den französischen Fensehsender TV5 durchgeführt - und als Absender "Islamischer Staat" angegeben. Russland hat das Computer-Netzwerk des deutschen Bundestages angegriffen und dort Informationen abgesaugt - und dementiert es.

Und da wundert sich Siemens, dass auch sie belogen werden. Wie naiv kann man sein?

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