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22.01.2015

16:49 Uhr

Siemens

Aufsichtsratsvize Steinborn warnt vor Mitarbeiterabbau

ExklusivDie Siemens-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn warnt vor einem überzogenen Stellenabbau im Zuge des Konzernumbaus. Ihr Motto: „Abbau von Bürokratie ja, Abbau von Mitarbeitern nein.“

Der Arbeitsplatz von 11.600 Siemens-Mitarbeitern ist vom Umbau betroffen. Reuters

Der Arbeitsplatz von 11.600 Siemens-Mitarbeitern ist vom Umbau betroffen.

MünchenDie Siemens-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Birgit Steinborn hat vor einem überzogenen Stellenabbau im Zuge des Konzernumbaus gewarnt. „Seit Jahren jagen wir von einem Abbauprogramm ins nächste“, sagte Steinborn, die künftig auch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende ist, in einem Interview mit dem Handelsblatt (Freitagausgabe). „Ich habe es satt, dass immer wieder Personalabbau als alternativlose Lösung propagiert wird.“

Reine Kostensparprogramme lehne sie ab, ihr Motto laute: „Abbau von Bürokratie ja, Abbau von Mitarbeitern nein.“ Siemens habe vor allem ein Wachstumsproblem.

So krempelt Kaeser Siemens um

Größter Umbau seit Jahren

Erst Ruhe und Ordnung, dann der größte Umbau seit Jahren: Ab Mai 2014 packt Siemens-Chef Joe Kaeser überraschend viel an bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Von der Auflösung der Sektoren bis zum weiteren Vorstandsumbau - das Großreinemachen bei Siemens hat begonnen. Und ganz nebenbei traute sich Kaeser noch eine milliardenschwere Übernahme des französischen Industrierivalen Alstom zu und wagte sich dafür in ein Bietergefecht mit dem US-Rivalen General Electric (GE).

Was soll sich bei Siemens verändern?

Die von Kaesers Vorgänger Peter Löscher eingeführte Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur & Städte sollte ab Oktober 2014 Geschichte sein, das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen zusammengefasst werden. Für die Hörgeräte-Sparte, für die vor Jahren ein Verkauf platzte, plant Siemens einen Börsengang. Die restliche Medizintechnik bleibt zwar im Konzern - sollte aber ab Oktober eigenständig außerhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns. Hinzu kommt der Zukauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce.

Wen treffen die Veränderungen?

Siemens hatte per Sparprogramm 15.000 Stellen gestrichen. Betroffen vom weiteren Umbau sollten vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung sein. Im Zuge des Umbaus gab aber auch der bisher für den Energiesektor zuständige Vorstand Michael Süß seinen Posten an die Shell-Managerin Lisa Davis ab. Süß war 2013 zeitweise sogar als möglicher Nachfolger Löschers gehandelt worden, der nach zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge Ende Juli 2013 Jahres seinen Hut nehmen musste.

Was will Kaeser mit dem Umbau erreichen?

Weniger Bürokratie, schlankere und übersichtlichere Strukturen, eine straffere Führung und mehr Kundennähe dürften zu Kaesers wichtigsten Zielen gehören. Ausdrücklich will er den Konzern auf die Wachstumsfelder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausrichten. Siemens braucht wieder Anschluss an Wettbewerber wie den US-Mischkonzern GE, dem die Münchner seit Jahren in Sachen Rendite hinterherhecheln. Auch in der Akquisitionspolitik will Kaeser nach Rückschlägen seines Vorgängers Löscher zeigen, dass er es besser kann. Vielversprechende Geschäftsfelder stärken und weniger Zukunftsträchtiges abstoßen, heißt dabei seine Devise. Und ganz nebenbei bringt der Umbau weitere Einsparungen: Bis zum Herbst 2016 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro sinken.

Welche Rolle spielte der Poker um Alstom?

Beide Baustellen haben zunächst wenig miteinander zu tun. Die Pläne für den Umbau, den Kaeser dem Aufsichtsrat vorlegte, reiften spätestens seit dem Wechsel des früheren Finanzvorstands an die Spitze von Siemens. Wären die Münchner bei den Franzosen zum Zuge gekommen, hätte Kaeser wohl ein weiteres Mal größere Umbauarbeiten beginnen müssen.

Vorstandschef Joe Kaeser hatte unter anderem die vier Sektoren und die Regionalcluster bei Siemens abgeschafft. Dadurch dürften weltweit mehrere tausend Arbeitsplätze wegfallen. Konkrete Zahlen werden voraussichtlich in den kommenden Wochen genannt. Kaeser hatte von 11.600 Mitarbeitern gesprochen, deren Arbeitsplatz vom Umbau betroffen ist. Viele von ihnen werden aber in anderer Funktion weiterarbeiten.

Steinborn forderte, Siemens müsse in Fertigungsstandorte zum Beispiel in der Windkraft investieren. „Da könnten dann auch Mitarbeiter eingesetzt werden, die anderswo nicht mehr gebraucht werden.“ Siemens benötige eine „Wertschöpfungsstrategie für Deutschland“.

Von

ax

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

22.01.2015, 17:27 Uhr

Reine Kostensparprogramme lehne sie ab, ihr Motto laute: „Abbau von Bürokratie ja, Abbau von Mitarbeitern nein.“ Siemens habe vor allem ein Wachstumsproblem.

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Dabei ist es doch längst an 500 Millionen Europäer bekannt...

PERSONAL ABBAU IN DER BRÜSSELER POLITIK IN DER EU...

wäre einen Segen für ganz Europa.

Macht doch endlich dem EU-Steuerzahler eine Freude...

macht endlich Personalabbau im EU-ZU...TEUER..EU-PARLAMENT !!!






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