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21.01.2006

13:00 Uhr

Siemens

Der Umbau ist noch nicht vorbei

VonJoachim Hofer

So viel Lob bekommen Deutsche von Österreichern eher selten zu hören. „Siemens ist ein hervorragender Partner, um bei Großveranstaltungen Probleme kompetent zu lösen“, sagt Willi Ruttensteiner, Technischer Direktor des Österreichischen Fußballbundes (ÖFB) und setzt sogar noch einen drauf: „Für alle Fragen, die sich beim ÖFB um Technologie drehen, ist Siemens unser Ansprechpartner.“

HB MÜNCHEN. Solche Worte hört Siemens-Chef Klaus Kleinfeld sicher gerne, belegen sie doch, dass seine Strategie bei den Kunden ankommt. Denn der seit fast genau einem Jahr amtierende Konzernchef hat sich auf die Fahnen geschrieben, die einzelnen Bereiche enger zu verzahnen. „Siemens One“ heißt das Programm, das weltweit die bisher weitgehend getrennten Geschäftsfelder des Unternehmens an einen Tisch bringt, um den Kunden umfassende Angebote vorzulegen. Damit, so Kleinfelds Kalkül, lässt sich deutlich mehr verdienen als mit vielen Einzellösungen.

Nirgends lässt sich Kleinfelds Stoßrichtung besser demonstrieren als im Fußball, wo moderne Stadien voll gestopft sind mit Elektronik. Von der Medizintechnik über das Parkleitsystem bis zur Beleuchtung hat Siemens ein riesiges Sortiment für die Stadionausstattung im Portfolio. Quasi als Eintrittskarte zu den Betreibern der Arenen, hat Siemens Kooperationsabkommen mit dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) und den Österreichern abgeschlossen. Gemeinsam mit der Schweiz veranstaltet die Alpenrepublik die Europameisterschaft 2008 und muss dafür seine Stadien auf Vordermann bringen. Siemens winken da gute Geschäfte. Schon zur WM 2006 in Deutschland war Siemens an Bau und Modernisierung vieler Stadien beteiligt.

Der Vorstoß in die Fußballwelt und die damit verbundene enge Zusammenarbeit der einzelnen Bereiche ist nur die Spitze des Eisbergs. Denn Siemens wandelt sich in diesen Tagen von Grund auf. Konzernchef Kleinfeld trimmt das Unternehmen mit seinen neuen Ansätzen auf Rendite, wie es kein anderer Siemens-Chef je gewagt hat.

Gewiss: Auch unter Kleinfelds Vorgänger Heinrich von Pierer gab es Vorgaben für die Bereiche. Doch es gab eben auch genügend Ausnahmen für Geschäftsfelder, die nicht gut genug waren. Damit ist jetzt Schluss. Kleinfelds ehrgeiziges Ziel steht fest. Bis spätestens Frühjahr 2007 müssen alle Bereiche so profitabel sein wie die besten Wettbewerber der jeweiligen Branche.

„Daran halten wir konsequent fest“, sagte Kleinfeld jüngst dem Handelsblatt. Zuvor hatte er bereits sein persönliches Schicksal mit dem Erreichen der Ziele verbunden: „Dafür stehe ich persönlich ein.“ Wo es aus eigener Kraft nicht möglich erscheint, die nötigen Margen zu erzielen, kauft Kleinfeld zu oder trennt sich kurzerhand von Einheiten.

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