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01.12.2016

14:49 Uhr

Siemens

Einkaufstour bei Industriesoftware angeblich abgeschlossen

Ein Dutzend Softwarefirmen hat Siemens im vergangenen Jahrzehnt übernommen und Milliarden ausgegeben. Der Konzern sei „eigentlich fertig“ – er habe „das Internet der Dinge in der industriellen Welt gebaut“.

Der deutsche Industriekonzern hat einem Insider zufolge „das Internet der Dinge in der industriellen Welt gebaut“. AP

Siemens

Der deutsche Industriekonzern hat einem Insider zufolge „das Internet der Dinge in der industriellen Welt gebaut“.

MünchenSiemens plant einem Konzerninsider zufolge keine größeren Zukäufe mehr im Bereich der Industriesoftware. „Wir sind mit dem Haus der Digitalisierung der Industrie eigentlich fertig“, sagte ein hochrangiger Konzerninsider am Donnerstag. Im Großen und Ganzen sei die Einkaufstour für die Industriesparte von Siemens mit der Milliardenübernahme des US-Spezialisten Mentor Graphics in dem Segment weitgehend abgeschlossen. „Wir haben damit das Internet der Dinge in der industriellen Welt gebaut“, sagte der Kenner.

Was mal alles Siemens war

Ein Konzern im steten Wandel

Was hat Siemens nicht schon alles hergestellt. Telefone, Computer, Halbleiter oder Geldautomaten. Der Konzern, 1847 als Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin gegründet, hat sich seither gründlich und stetig gewandelt. Geschäfte kamen hinzu, andere verschwanden. Die Liste prominenter Abgänge ist lang. Eine Auswahl früherer Siemens-Geschäfte.

Halbleiter

Die heftigen Turbulenzen auf dem Markt veranlasste Siemens, das Geschäft abzuspalten - der Halbleiterhersteller Infineon wurde 1999 an die Börse geschickt.

Telekommunikation

Zwar war Siemens als Telegraphen-Hersteller gegründet worden, doch der rasche Wandel auf dem Telefonmarkt überforderte den Konzern. Lange bevor Nokia den Anschluss an Apple auf dem Handymarkt verlor, musste Siemens Mobile trotz zunächst großer Erfolge einst Nokia ziehen lassen. Das Geschäft mit Mobiltelefonen gab Siemens 2005 an den BenQ-Konzern ab. Nur wenig später musste der die Produktion einstellen. Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen für daheim verkaufte Siemens 2008 an Arques.

Netzwerke

Auch das Ausrüstungsgeschäft für Netzwerke trennte Siemens heraus und brachte das Geschäft 2007 in eine gemeinsame Firma mit Nokia unter dem Namen NSN ein.

Computer

Unter dem Namen Siemens Nixdorf baute Siemens einst nicht nur Geldautomaten, sondern auch Computer. Diesen Teil brachte Siemens in ein Joint Venture mit dem japanischen Hersteller Fujitsu ein und zog sich 2009 daraus zurück. Die Sparte mit Kassensystemen und Geldautomaten wurde zehn Jahre zuvor an Investoren verkauft und wurde 1999 als Wincor Nixdorf weiter geführt und an die Börse gebracht.

Auto

Wechselvoll ist auch die Geschichte, die Siemens als Autozulieferer erlebt hat. So hat der Konzern 2001 den Zulieferer VDO übernommen und mit dem eigenen Autogeschäft zusammengeführt. Nach einer Ein- und wieder Ausgliederung sollte VDO eigentlich an die Börse gebracht werden, ging aber dann 2007 im Wege eines Verkaufs an den Autozulieferer Continental.

Licht

Osram ist das jüngste Beispiel für ein Modell der Trennung. Das traditionsreiche Licht-Unternehmen gehörte lange zu Siemens. Angesichts milliardenschwerer Herausforderungen, etwa für die Entwicklung neuer Produkte nach dem Aus für die Glühbirne, wollte Siemens die Tochter mit einem Börsengang in die Freiheit entlassen - und dafür Milliarden einsammeln. Das klappte nicht, stattdessen buchte Siemens seinen Aktionären Osram-Aktien ins Depot, ein Börsengang light sozusagen. Seit 2013 ist Osram selbstständig.

Siemens hat im vergangen Jahrzehnt ein Dutzend Softwarefirmen vorwiegend in den USA zusammengekauft, um sich für die zunehmende Digitalisierung seiner Kunden auszustatten. Der Konzern hatte dafür an die neun Milliarden Euro ausgegeben.

Von

rtr

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