Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

02.12.2015

17:00 Uhr

Siemens-Geschäftsbericht

Joe Kaeser verdient 6,5 Millionen Euro

VonAxel Höpner

Neben dem Konzern-Gewinn ist auch das Gehalt von Siemens-Chef Joe Kaeser gestiegen. Das offenbart der neue Geschäftsbericht des Dax-Konzerns. Warum das Papier im Vergleich zum Vorjahr von 368 auf 150 geschrumpft ist.

Freut sich über eine Gehaltserhöhung: Siemens-Chef Joe Kaeser. Reuters

Siemens-Chef Joe Kaeser

Freut sich über eine Gehaltserhöhung: Siemens-Chef Joe Kaeser.

MünchenWenn ein Unternehmen den Geschäftsbericht veröffentlicht, geht der erste Blick vieler zum Vergütungsbericht. Bei Siemens zum Beispiel konnte man am Mittwoch im neuen Geschäftsbericht im Internet nachlesen, dass Vorstandschef Joe Kaeser im Geschäftsjahr 2014/15 rund 6,5 Millionen Euro verdient hat. Das ist etwas mehr als im Vorjahr, als die Gesamtvergütung rund 6,2 Millionen Euro betrug. Eine Überraschung ist das nicht. Schließlich ist auch der Siemens-Gewinn im vergangenen Jahr wie von Kaeser versprochen gestiegen. Vor allem dank Veräußerungsgewinnen legte der Gewinn nach Steuern um ein Drittel auf 7,4 Millionen Euro zu.

Vor allen den Lesern des gedruckten Geschäftsberichts wird in diesem Jahr aber etwas anderes auffallen: Das Werk ist deutlich dünner als in früheren Jahren. Der neue Geschäftsbericht hat gerade einmal 150 Seiten. Im Jahr zuvor waren es noch 368 Seiten, mehr als doppelt soviel. Der Bericht wurde auch für Image- und Marketingzwecke genutzt.

Doch Kaeser hat angekündigt, den Konzern zu verschlanken – und dabei offenbar nicht nur an die Struktur gedacht, in der er unter anderem die Ebene der Sektoren strich.

In einem Interview mit dem Mitarbeitermagazin „SiemensWelt“ begründet Finanzvorstand Ralf Thomas die Umstellung. „Wir konzentrieren uns in unserem Geschäftsbericht nun auf die Angaben, die regulatorisch erforderlich sind“, sagt er. Geschichten und Bilder, die die Strategie und Aufstellung von Siemens erläutern, finde man ja weiterhin im Intra- oder Internet.

In den vergangenen zehn Jahren hatte sich der Geschäftsbericht bei Siemens verdoppelt. „Damit steht Siemens nicht alleine da“, sagte Thomas. Viele große Unternehmen hätten auch wegen neuer Vorgaben immer umfangreichere Informationen aufgenommen. Um eine möglichst große Zielgruppe zu erreichen, seien freiwillige Angaben hinzugekommen. „Viele dieser Informationen sind aber für einen breiten Adressatenkreis zur Beurteilung des Unternehmens nicht relevant oder stellten keine zusätzliche Information zu anderen Veröffentlichungen dar.“ Mehr Information bedeute nicht zwangsläufig mehr Transparenz. Es werde immer schwieriger, wesentliche von unwesentlichen Informationen zu unterscheiden. Tatsächlich geht es auch ums Geld. Mit dem schlankeren Bericht spart Siemens Druck- und Produktionskosten.

Den Neuanfang will der Konzern auch mit dem Namen deutlich machen. Ab sofort heißt das Werk wieder ganz altbacken Geschäftsbericht. Im vergangenen Jahr stand noch Jahresbericht auf dem Titel.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×