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15.10.2014

16:12 Uhr

Siemens

Joe Kaeser baut 1200 Stellen in Deutschland ab

Der Siemens-Konzern plant einem Rundfunkbericht zufolge die Streichung von 1200 Stellen in Deutschland. Die Maßnahme sei eine Reaktion auf das schleppende Geschäft mit Kraftwerkstechnik und im Wartungsgeschäft.

Siemens-Chef Kaeser strich Organisationsebenen seines Vorgängers, wo zuletzt noch knapp 12.000 Menschen arbeiteten. AFP

Siemens-Chef Kaeser strich Organisationsebenen seines Vorgängers, wo zuletzt noch knapp 12.000 Menschen arbeiteten.

MünchenSiemens-Chef Joe Kaeser streicht einem Medienbericht zufolge 1200 Stellen in seinem deutschen Energietechnikgeschäft. Der Konzern reagiere damit auf das schleppende Geschäft mit Kraftwerkstechnik und im Wartungsgeschäft, berichtet der "Bayerische Rundfunk" am Mittwoch unter Berufung auf Unternehmenskreise.

Der Konzern räumte "personelle Anpassungen" in den Geschäftsbereichen ein, bestätigte die genannte Zahl aber nicht. Zunächst würden Verhandlungen mit den Arbeitnehmern aufgenommen. Einschnitte kämen auch auf die Mitarbeiter in der Frachtsortiersparte zu, die Siemens erfolglos verkaufen wollte, hieß es von dem Dax-Konzern.

So krempelt Kaeser Siemens um

Größter Umbau seit Jahren

Erst Ruhe und Ordnung, dann der größte Umbau seit Jahren: Ab Mai 2014 packt Siemens-Chef Joe Kaeser überraschend viel an bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Von der Auflösung der Sektoren bis zum weiteren Vorstandsumbau - das Großreinemachen bei Siemens hat begonnen. Und ganz nebenbei traute sich Kaeser noch eine milliardenschwere Übernahme des französischen Industrierivalen Alstom zu und wagte sich dafür in ein Bietergefecht mit dem US-Rivalen General Electric (GE).

Was soll sich bei Siemens verändern?

Die von Kaesers Vorgänger Peter Löscher eingeführte Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur & Städte sollte ab Oktober 2014 Geschichte sein, das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen zusammengefasst werden. Für die Hörgeräte-Sparte, für die vor Jahren ein Verkauf platzte, plant Siemens einen Börsengang. Die restliche Medizintechnik bleibt zwar im Konzern - sollte aber ab Oktober eigenständig außerhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns. Hinzu kommt der Zukauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce.

Wen treffen die Veränderungen?

Siemens hatte per Sparprogramm 15.000 Stellen gestrichen. Betroffen vom weiteren Umbau sollten vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung sein. Im Zuge des Umbaus gab aber auch der bisher für den Energiesektor zuständige Vorstand Michael Süß seinen Posten an die Shell-Managerin Lisa Davis ab. Süß war 2013 zeitweise sogar als möglicher Nachfolger Löschers gehandelt worden, der nach zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge Ende Juli 2013 Jahres seinen Hut nehmen musste.

Was will Kaeser mit dem Umbau erreichen?

Weniger Bürokratie, schlankere und übersichtlichere Strukturen, eine straffere Führung und mehr Kundennähe dürften zu Kaesers wichtigsten Zielen gehören. Ausdrücklich will er den Konzern auf die Wachstumsfelder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausrichten. Siemens braucht wieder Anschluss an Wettbewerber wie den US-Mischkonzern GE, dem die Münchner seit Jahren in Sachen Rendite hinterherhecheln. Auch in der Akquisitionspolitik will Kaeser nach Rückschlägen seines Vorgängers Löscher zeigen, dass er es besser kann. Vielversprechende Geschäftsfelder stärken und weniger Zukunftsträchtiges abstoßen, heißt dabei seine Devise. Und ganz nebenbei bringt der Umbau weitere Einsparungen: Bis zum Herbst 2016 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro sinken.

Welche Rolle spielte der Poker um Alstom?

Beide Baustellen haben zunächst wenig miteinander zu tun. Die Pläne für den Umbau, den Kaeser dem Aufsichtsrat vorlegte, reiften spätestens seit dem Wechsel des früheren Finanzvorstands an die Spitze von Siemens. Wären die Münchner bei den Franzosen zum Zuge gekommen, hätte Kaeser wohl ein weiteres Mal größere Umbauarbeiten beginnen müssen.

Der Abbau in der Energietechnik ist die erste Aufsehen erregende Amtshandlung der neuen Spartenchefin Lisa Davis, die seit wenigen Monaten den Bereich Energietechnik von den USA aus leitet. Vor allem im Gaskraftwerksgeschäft lahmt das Geschäft von Siemens, da vor allem in Europa kaum neue Anlagen gebaut werden.

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Im Zuge des Konzernumbaus wird von Arbeitnehmervertretern zusätzlich noch der Abbau tausender Stellen befürchtet. Siemens-Chef Kaeser strich Organisationsebenen seines Vorgängers, wo zuletzt noch knapp 12.000 Menschen arbeiteten. Seine Jahresbilanz legt Siemens Anfang November vor.

Von

rtr

Kommentare (3)

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Account gelöscht!

15.10.2014, 19:58 Uhr

Energiewende/EEG = Mangel und Armut!
Die Willkür einer Ethik-Kanzlerin mit dem Alleingang eines Kernkraftwerksausstieg und den Einstieg in ein perfides und asoziales EEG hat den Weg dafür geebnet.
Heute ist es Kraftwerkstechnik die von dieser politischen Willkür (EEG/Enteignung der Kernkraft) platt gemacht wird und morgen ist es dann ein anderes Ausstiegsgesetz, dass die Kohlekraft platt macht und übermorgen ist es die politische Willkür die die Chemie und Autobranche enteignet. Die Kernkraft war bei dieser grünsozialistischen Merkel im schwarzen Gewand erst der Anfang.

Herr Paul Müller

15.10.2014, 20:23 Uhr

Da müssen wohl die 17 Millionen EUR wieder rein die Kaeser seinem Freund Löscher geschenkt hat, neben der Millionen-Abfindung die Löscher bekommen hat.

Herr Wolfgang Trantow

16.10.2014, 16:23 Uhr

So sieht heute die Arbeit der Manager aus: Arbeitsplätze vernichten, Löhne senken, Boni und Einkommen für Manager erhöhen, keine Zeiten und Kosten mehr einhalten und nur noch Pfusch abliefern nach jahrelangen Terminverzögerungen.

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