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14.02.2017

20:32 Uhr

Siemens

Kaeser bekennt sich zu Mexiko

VonAxel Höpner

Siemens-Chef Joe Kaeser ist persönlich nach Mexiko gereist, um ein Abkommen über künftige gemeinsame Projekte zu unterzeichnen. Es ist ein Bekenntnis zu einem Land, das wegen der Trump-Politik derzeit unter Druck steht.

„Make Siemens great again“

Siemens investiert in Mexiko – unbeeindruckt von Trump

„Make Siemens great again“: Siemens investiert in Mexiko – unbeeindruckt von Trump

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Mexiko CityEs ist ein wichtiger Kunde, und so ist Joe Kaeser selbst angereist. Zur Unterzeichnung eines Abkommens mit der mexikanischen Regierung kam der Siemens-Chef am Dienstag nach Mexiko. Es war auch ein Bekenntnis zu dem Nachbarland der USA, das unter Druck steht, seit Donald Trump US-Präsident ist. Er bekräftige das Bekenntnis von Siemens zu Mexiko, sagte Kaeser. Das Land sei nicht allein. „In herausfordernden Zeiten ist es immer gut, Freunde zu haben, die an Deiner Seite stehen, wenn es darauf ankommt.“

Kaeser und der mexikanische Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo unterzeichneten vor mehreren hundert Mitarbeitern, Kunden und Gästen eine Absichtserklärung. Gemeinsam wolle man Projekte entwickeln, wie die Infrastruktur und die Schlüsselindustrien des Landes verbessert werden können. Diese könnten ein Volumen von bis zu 36 Milliarden Dollar in den nächsten zehn Jahren haben, heißt es. Ob diese alle realisiert werden und wie hoch am Ende der Siemens-Anteil ist, ist offen. Doch ist klar, dass Siemens in Mexiko eine starke Rolle spielen will. Kaeser kündigte „als einen Start“ Investitionen von 200 Millionen Dollar und die Schaffung von 1000 Arbeitsplätzen in den nächsten zehn Jahren an.

Für Siemens ist Mexiko immerhin der fünftwichtigste Wachstumsmarkt. In den vergangenen beiden Geschäftsjahren legten der Auftragseingang um 41 und 32 Prozent auf etwa 1,5 Milliarden Euro zu. Vor allem im Energiesektor machen die Münchener mit Fördertechnik für die Öl- und Gasanlagen, aber auch mit Netztechnik und Erneuerbaren Energien gute Geschäfte. Die Sparte Digitale Fabrik profitiert davon, dass viele Industrieunternehmen wie zum Beispiel fast alle Autobauer in Mexiko produzieren.

Genau dies ist Trump ein Dorn im Auge. Er hatte Unternehmen, die billig in Mexiko fertigen und von dort in die USA exportieren, mit hohen Einfuhrzöllen gedroht. Siemens ist davon weniger betroffen: Zum einen haben die Münchener deutlich über 50.000 Mitarbeiter und mehr als 60 Fabriken in den USA. Sie verstehen sich als amerikanisches Unternehmen. Zudem fertigen sie in Mexiko primär für den dortigen Markt und liefern mehr Produkte aus den USA nach Mexiko, denn umgekehrt.

USA - Mexiko: Grenze, Migration und Kriminalität

1. Grenzzäune

Auf rund einem Drittel der 3200 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Mexiko gibt es bereits Grenzzäune. Die nicht gesicherten Abschnitte liegen meist in unzugänglichen Gebieten. Wüsten, Flüsse und Gebirge machen illegale Grenzübertritte dort ohnehin schwierig.

2. Drogen

Der Großteil der Drogen wird nicht über die grüne Grenze, sondern in Autos über reguläre Grenzübergänge oder versteckt in Containern über Häfen in die USA geschmuggelt.

3. Grenzverkehr

Die Grenze zwischen den USA und Mexiko gilt als die verkehrsreichste der Welt. Täglich passieren eine Million Menschen und etwa 437.000 Fahrzeuge die Grenze.

4. Illegale Grenzgänger

Die Zahl der an der US-Grenze aufgegriffenen illegalen Einwanderer war zuletzt so niedrig wie seit Anfang der 1970er Jahre nicht mehr.

5. Ohne Aufenthaltsgenehmigung

In den USA leben Schätzungen zufolge rund elf Millionen Migranten ohne Aufenthaltsberechtigung. Etwa die Hälfte sind Mexikaner.

6. Gewaltverbrechen

Einwanderer begehen weniger Gewaltverbrechen als US-Bürger ohne Migrationshintergrund.

7. Steuer

Einwanderer zahlen mehr Steuern als sie staatliche Hilfsleistungen empfangen.

8. Gesetzesbrüche

80 Prozent der aus den USA abgeschobenen Migranten wurden lediglich Verstöße gegen das Einwanderungsgesetz oder leichte Vergehen vorgeworfen.

9. Hilfe aus Mexiko

Mexiko unterstützt die USA beim Kampf gegen illegale Einwanderung. Im Haushaltsjahr 2016 nahmen die mexikanischen Behörden über 150 000 illegale Migranten aus Mittelamerika fest.

10. Netto-Einwanderung

Die Netto-Einwanderung aus Mexiko in die USA ist bereits seit Jahren negativ.

Dennoch hatte der lange vereinbarte Besuch durch die aktuelle Entwicklung eine besondere Bedeutung bekommen. Kaeser und Wirtschaftsminister Guajardo bekannten sich zu gemeinsamen Werten wie Nachhaltigkeit, Toleranz und Freihandel. In schwierigen Zeiten sei es besonders wichtig, zu seinen Prinzipien zu stehen, sagte der Minister.

Zu den Hauptkunden von Siemens in Mexiko zählten schon bislang der staatliche Stromversorger Comision Federal de Electricidad (CFE) und der ebenfalls staatliche Ölkonzern Pemex. So kommt zum Beispiel im Ölförderfeld Cantarell im Golf von Mexiko auf hoher See Siemens-Turbinen- und Kompressorentechnik zum Einsatz. Im vergangenen Jahr gab es einen attraktiven Auftrag. Die Öl- und Gassparte kann solche Geschäfte gut gebrauchen, schließlich leidet sie wegen der niedrigen Ölpreise ebenso wie die Konkurrenz zum Beispiel von General Electric unter der schwachen Investitionsbereitschaft bei den Förderern.

In Mexiko wusste man die Geste von Siemens zu diesem Zeitpunkt zu schätzen. Während viele andere Konzernchefs in den vergangenen Wochen Trump ihre Aufwartung machten, hielt sich Kaeser an den Termin und flog als erstes nach Mexiko. „Wir sind sehr dankbar für den Besuch in diesen Zeiten“, sagte der Wirtschaftsminister. Die Kaeser-Visite sei eine kraftvolle Botschaft.

Kommentare (1)

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15.02.2017, 09:59 Uhr

Siemens macht Geschäfte in Mexiko. Auch US Firmen machen weiterhin Geschäfte in Mexiko und weltweit. Trump will nur die US Grenzen kontrolliern und hier vor allen den Import auf die Finger schauen. Trump schützt damit seine Volkswirtschaft (Arbeistplätze) vor billigen Import.

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