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05.02.2015

11:36 Uhr

Siemens

Kaeser will rund 7400 Arbeitsplätze streichen

Siemens Siemens-Chef Joe Kaeser opfert seinem Konzernumbau weltweit mehr als 7000 Stellen. In Deutschland stehen demnach rund 3300 Arbeitsplätze vor dem Aus – Kündigungen sind hier aber nicht zu befürchten.

Siemens-Chef Kaeser

"Wir wollen das Unternehmen effektiver machen"

Siemens-Chef Kaeser: "Wir wollen das Unternehmen effektiver machen"

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MünchenDer Elektrokonzern Siemens will im Zuge seines Konzernumbaus weltweit rund 7400 Arbeitsplätze streichen. Das erfuhr das Handelsblatt aus informierten Kreisen. Auch die Nachrichtenagentur Bloomberg hatte darüber berichtet. In Deutschland stehen rund 3300 Stellen vor dem Aus. Ein Siemens-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern, auch die IG Metall gab keinen Kommentar ab.

Seit Mittwoch beraten Unternehmensführung und Arbeitnehmervertreter im Wirtschaftsausschuss über die Auswirkungen des Umbaus auf die Arbeitsplätze. Es wird damit gerechnet, dass das Unternehmen an diesem Freitag über die Details informiert. In Deutschland gilt eine Beschäftigungssicherung, betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen.

Was mal alles Siemens war

Ein Konzern im steten Wandel

Was hat Siemens nicht schon alles hergestellt. Telefone, Computer, Halbleiter oder Geldautomaten. Der Konzern, 1847 als Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske in Berlin gegründet, hat sich seither gründlich und stetig gewandelt. Geschäfte kamen hinzu, andere verschwanden. Die Liste prominenter Abgänge ist lang. Eine Auswahl früherer Siemens-Geschäfte.

Halbleiter

Die heftigen Turbulenzen auf dem Markt veranlasste Siemens, das Geschäft abzuspalten - der Halbleiterhersteller Infineon wurde 1999 an die Börse geschickt.

Telekommunikation

Zwar war Siemens als Telegraphen-Hersteller gegründet worden, doch der rasche Wandel auf dem Telefonmarkt überforderte den Konzern. Lange bevor Nokia den Anschluss an Apple auf dem Handymarkt verlor, musste Siemens Mobile trotz zunächst großer Erfolge einst Nokia ziehen lassen. Das Geschäft mit Mobiltelefonen gab Siemens 2005 an den BenQ-Konzern ab. Nur wenig später musste der die Produktion einstellen. Das Geschäft mit schnurlosen Telefonen für daheim verkaufte Siemens 2008 an Arques.

Netzwerke

Auch das Ausrüstungsgeschäft für Netzwerke trennte Siemens heraus und brachte das Geschäft 2007 in eine gemeinsame Firma mit Nokia unter dem Namen NSN ein.

Computer

Unter dem Namen Siemens Nixdorf baute Siemens einst nicht nur Geldautomaten, sondern auch Computer. Diesen Teil brachte Siemens in ein Joint Venture mit dem japanischen Hersteller Fujitsu ein und zog sich 2009 daraus zurück. Die Sparte mit Kassensystemen und Geldautomaten wurde zehn Jahre zuvor an Investoren verkauft und wurde 1999 als Wincor Nixdorf weiter geführt und an die Börse gebracht.

Auto

Wechselvoll ist auch die Geschichte, die Siemens als Autozulieferer erlebt hat. So hat der Konzern 2001 den Zulieferer VDO übernommen und mit dem eigenen Autogeschäft zusammengeführt. Nach einer Ein- und wieder Ausgliederung sollte VDO eigentlich an die Börse gebracht werden, ging aber dann 2007 im Wege eines Verkaufs an den Autozulieferer Continental.

Licht

Osram ist das jüngste Beispiel für ein Modell der Trennung. Das traditionsreiche Licht-Unternehmen gehörte lange zu Siemens. Angesichts milliardenschwerer Herausforderungen, etwa für die Entwicklung neuer Produkte nach dem Aus für die Glühbirne, wollte Siemens die Tochter mit einem Börsengang in die Freiheit entlassen - und dafür Milliarden einsammeln. Das klappte nicht, stattdessen buchte Siemens seinen Aktionären Osram-Aktien ins Depot, ein Börsengang light sozusagen. Seit 2013 ist Osram selbstständig.

Die Streichungen sind für einen Großkonzern, in dem schnell Bürokratie entsteht, nicht ungewöhnlich. Auch Kaesers Vorgänger hatten mit tiefen Einschnitte immer wieder für Aufregung gesorgt. Siemens beschäftigte zuletzt weltweit 343.000 Mitarbeiter, davon 115.000 in Deutschland.

Kaeser hatte nach seinem Amtsantritt zwei Organisationsebenen bei Siemens abgeschafft. In der Sektororganisation sowie in den Regionalverwaltungen arbeiteten früher knapp 12.000 Beschäftigte. Kaeser hatte versprochen, für so viele Betroffene wie möglich eine andere Stelle im Konzern zu finden.

Kommentare (8)

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Herr Vittorio Queri

05.02.2015, 11:43 Uhr

>> Kaeser will rund 7400 Arbeitsplätze streichen >>

Der Erbsenzähler Joseph Käser ist dort angekommen, wo man es auch erwartet hat :

in der Erbsenzählerei !

Mehr hat er nicht drauf !

Unfähiges Politpack !

Herr Vittorio Queri

05.02.2015, 12:23 Uhr

>> In Deutschland stehen demnach rund 3300 Arbeitsplätze vor dem Aus. >>

Wie schön es doch gewesen wäre, wenn die Bahnabteilung von Siemens in einem Konsortium mit Alstom die ICE-Strecke ( Investitionsvolumen ca. 250 Mrd. € ) Moskau-Peking den Auftrag für die Lieferung der ICE`s bekommen hätte ....?

Zumal sie im Rennen quasi ausgewählt waren...?

Jetzt haben die Chinesen diesen Auftrag !

Nun kann sich diese Jo bei der Sanktions-Merkel bedanken, die ihm das Geschäft mit ihrer Dämlichkeit vermasselt hat.

Herr Thomas Hodapp

05.02.2015, 13:22 Uhr

AEG, Telefunken, Grundig? SIEMENS???

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