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07.02.2014

09:00 Uhr

Siemens-Konkurrent

ABB plant Milliarden-Verkäufe

Der Siemens-Konkurrent ABB will sich von Unternehmensteilen trennen und damit mehr als eine Milliarde Dollar einnehmen. Der Nordseesturm „Xaver“ verdarb ABB das Geschäft im vergangenem Jahr.

Offenbar möchte ABB Teile des US-Komponenten-Herstellers Thomas & Betts, den die Schweizer erst vor zwei Jahren für 3,9 Milliarden Dollar übernommen hatten, veräußern. Reuters

Offenbar möchte ABB Teile des US-Komponenten-Herstellers Thomas & Betts, den die Schweizer erst vor zwei Jahren für 3,9 Milliarden Dollar übernommen hatten, veräußern.

New York/LondonDer Siemens-Konkurrent ABB will sich Insidern zufolge im großen Stil von Unternehmensteilen trennen. Mit den Verkäufen, die der Schweizer Industriekonzern nicht mehr zum Kerngeschäft zähle, wolle ABB mehr als eine Milliarde Dollar einnehmen, sagten mehrere mit der Situation vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. ABB arbeite mit verschiedenen Banken zusammen, darunter Bank of America Merrill Lynch, Credit Suisse und Raymond James, um Käufer zu finden. Interesse zeigten Finanzinvestoren, sagten die Insider.

Offenbar möchte ABB Teile des US-Komponenten-Herstellers Thomas & Betts, den die Schweizer erst vor zwei Jahren für 3,9 Milliarden Dollar übernommen hatten, veräußern. Ebenso auf der Verkaufsliste stünden Geschäfte des US-Solarunternehmens Power-One, das sich ABB im vergangenen Jahr für rund eine Milliarde Dollar einverleibt hatte, sagten die Insider. ABB, Bank of America, Credit Suisse und Raymond James waren zunächst für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Stärken und Schwächen von Siemens

Stärke 1

Dividendenstärke

Seit einigen Jahren gilt bei Siemens das Ziel, einen Anteil von 40 bis 60 Prozent des Gewinns nach Steuern auszuschütten, deutlich mehr als früher. Für 2013 gab es wieder eine Dividende auf dem Rekordniveau von drei Euro. Dies entspricht einer Ausschüttungsquote von 57 Prozent.

Stärke 2

Aufträge

Der Auftragseingang, also die Umsätze von morgen, legte im abgelaufenen Geschäftsjahr um acht Prozent auf 82,4 Milliarden Euro zu.

Stärke 3

Ertragsperlen

Die Medizintechnik, der kleinste der vier Siemens-Sektoren, glänzte im vergangenen Geschäftsjahr nicht nur mit der höchsten operativen Umsatzrendite. Auch in absoluten Zahlen lieferte die Medizintechnik mit einem operativen Ergebnis (Ebitda) von zwei Milliarden Euro den höchsten Gewinnbeitrag.

Schwäche 1

Abhängigkeit von Europa

Was in Boomzeiten ein Vorteil ist, wird zum Nachteil, wenn die Konjunktur lahmt – die starke Position von Siemens in Europa. In Südeuropa etwa können die Schuldenstaaten derzeit nur noch wenige große Infrastrukturprojekte anstoßen. Das bekommt auch Siemens zu spüren.

Schwäche 2

Fehlende Innovationskraft

Es gibt Zweifel an der Innovationskraft von Siemens – trotz 60.000 neuen Patenten im Jahr. Denn der Konzern erzielte zuletzt mit seinen Geschäften nur eine Bruttomarge von 27,4 Prozent. Nach Einschätzung von Konzernchef Joe Kaeser ist dies ein Anzeichen dafür, dass Siemens mit seinen Produkten nicht die Preise erzielen kann, die man gerne hätte. Die Produkte sind womöglich nicht immer innovativ genug.

Schwäche 3

Sonderlasten

Vor allem schlecht gemanagte Großprojekte verhageln dem Konzern seit Jahrzehnten die Ergebnisse. 2013 war es besonders arg. Die anhaltenden Probleme bei der Anbindung der Offshore-Windparks an das Stromnetz auf dem Festland, die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen, der Ausstieg aus dem Solargeschäft und andere Pannen verursachten im Konzern fast 900 Millionen Euro an Sonderaufwendungen.

ABB kämpft derzeit mit Problemen: Der Nordseesturm „Xaver“ verdarb dem neuen Konzernchef Ulrich Spiesshofer den Einstand. Wegen Verzögerungen beim Anschluss von Windparks auf See verbuchte ABB im Schlussquartal 2013 Sonderkosten von 260 Millionen Dollar. Hinzu kamen Altlasten aus Spartenverkäufen sowie Kosten für den Umbau des zunehmend gebeutelten Energietechniksegments. Der Quartalsgewinn schrumpfte auf 525 von 604 Millionen Dollar.

Von

rtr

Kommentare (1)

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HofmannM

07.02.2014, 09:57 Uhr

Auch bei ABB schlägt jetzt die wirtschafts- und wohlstandsvernichtende Energiewende zu!
Die deutsche Energiewende (von fossilen Kraftwerken hin zu den sog. Erneuebaren Energien) ist und bleibt ein deutscher und europäischer Sackgassenweg. Und diese Sackgasse endet in Elend, Armut und Mangel einer grünsozialistischen Ideologie (Diktatur)!

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