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18.09.2012

14:28 Uhr

Siemens-Konkurrent

General Electric wächst rasant in Deutschland

Der US-Konzern GE geht von einer Umsatzsteigerung von über zehn Prozent im Gesamtjahr aus. Im ersten Quartal haben die deutschen Zahlen sogar das China-Geschäft übertrumpft. Das wirtschaftliche Umfeld wird aber härter.

Eine frühere General-Electric-Fabrik in Lynn, US-Bundesstaat Massachusetts. Reuters

Eine frühere General-Electric-Fabrik in Lynn, US-Bundesstaat Massachusetts.

MünchenDer US-Mischkonzern General Electric (GE) wächst trotz Gegenwind durch die europäische Staatsschuldenkrise rasant in Deutschland. Im ersten Quartal 2012 sei die Umsatzsteigerung höher als in China ausgefallen und werde wohl auch im Gesamtjahr bei über zehn Prozent liegen, sagte Europa- und Deutschland-Chef Ferdinando Beccalli-Falco am Dienstag in Garching bei München. Auch das Schlussquartal werde gewohnt gut laufen. Schlecht sei vor allem der Zeitraum April bis Juni gewesen, im laufenden dritten Quartal gebe es aber schon wieder eine Erholung. Konkrete Geschäftszahlen und Prognosen für einzelne Länder nennt GE nicht. Der Siemens -Erzrivale will seine Erlöse in Deutschland mittelfristig verdoppeln.

Wachstumsimpulse kämen dieses Jahr vor allem aus den Energie-, Gesundheits- und Flugzeugsparten, ergänzte der Italiener Beccalli-Falco. Das wirtschaftliche Umfeld sei aber sehr unsicher, vor allem in Europa, was Planungen erschwere. Auch Siemens spürt die Wirtschaftskrise in vielen Ländern. Der Auftragseingang stürzte zuletzt ab, der prognostizierte Gewinn ist kein Selbstläufer mehr. Vor allem in China und Europa wurde weniger bestellt, gerade Großprojekte wie Kraftwerksbauten oder große Zugaufträge blieben aus.

Bei GE ist der Heimatmarkt USA noch relativ stabil, Asien bringt Wachstum, Europa - mit Ausnahme Deutschlands - ist besonders schwierig. Der Konzern werde in den nächsten drei Jahren seine Prozesse neu gestalten und dadurch auch Kosten einsparen. Vorgaben für Deutschland gebe es noch nicht, so Beccalli-Falco. Ziel sei es, die Abläufe in Europa schlanker und effizienter zu machen. „Deutschland bleibt aber ein Platz für weitere Investments.“ Es könne künftig auch wieder Übernahmen geben. „Wir haben ein paar Versuche unternommen.“ Es sei aber immer wieder nicht gelungen, den richtigen Preis zu finden.

Unzufrieden zeigte sich der Siemens-Rivale mit dem Stand der Energiewende. „Es gibt berechtigten Grund zur Kritik“, sagte der Chef der deutschen GE-Energiesparte, Stephan Reimelt. Es gebe zu viel Streit zwischen den Ministerien. Der geplante Netzausbau sei zudem wenig innovativ. „Wir müssen hin zu einer dezentralen Energieversorgung.“ Lokale Lösungen müssten gefunden und ein intelligentes Netz aufgebaut werden. „Wir müssen die Energie dort erzeugen, wo sie benötigt wird.“ Ein Pilotprojekt dafür gebe es zum Beispiel im südlichen Umland von München, wo Energie lokal aus Wind, Biomasse, Wasser und Photovoltaik erzeugt werde. GE teilte zudem mit, noch enger mit Bilfinger Berger kooperieren zu wollen. Gemeinsam sollen schlüsselfertige Kraftwerksprojekte jeder Größenordnung angeboten werden.

Von

rtr

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