Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.07.2017

11:18 Uhr

Siemens

Offenbar weitere Turbinen-Lieferungen auf die Krim

Augenzeugenberichten zufolge sind durch einen russischen Siemens-Kunden weitere Gasturbinen auf die Krim geliefert worden. Die Turbinen sollen für ein Kraftwerk auf der von Russland annektierten Halbinsel bestimmt sein.

Augenzeugenberichten zufolge soll ein russischer Abnehmer des Unternehmens Gasturbinen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim geliefert haben. Reuters

Siemens

Augenzeugenberichten zufolge soll ein russischer Abnehmer des Unternehmens Gasturbinen auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim geliefert haben.

FeodosiaDie Affäre um die Lieferung von Siemens-Energietechnik auf die Krim zieht weitere Kreise: Nach Augenzeugenberichten tauchten zwei weitere mutmaßliche Turbinen auf der Halbinsel auf. Reuters-Reporter sahen die Ausrüstung im Hafen von Feodosia. Dass es sich dabei um Gasturbinen aus der Produktion von Siemens handelt, ist bislang nicht bestätigt. Ein Konzernsprecher sagte am Mittwoch, man sei nach wie vor dabei, alle Fakten zusammenzutragen. So müsse noch ermittelt werden, wo sich die zwei restlichen von insgesamt vier Gasturbinen befinden, die eigentlich nach Russland geliefert werden sollten.

Die Siemens-Technik war laut Vereinbarungen für ein Projekt auf der südrussischen Halbinsel Taman bestimmt. Dagegen unterliegt die 2014 von Russland annektierte Halbinsel Krim Sanktionen.

Siemens: Joe Kaeser in der Krim-Krise

Siemens

Joe Kaeser in der Krim-Krise

Zwei Siemens-Gasturbinen, die für ein Kraftwerk in Russland bestimmt waren, sind auf der Krim aufgetaucht. Die Münchener fühlen sich von Geschäftspartnern hintergangen – und wollen jetzt Strafanzeige erstatten.

Die EU und die USA untersagen direkte Wirtschaftskontakte dorthin. Der Siemens-Konzern hatte zuletzt mitgeteilt, dass mindestens zwei der vier Turbinen gegen seinen Willen und ohne sein Wissen auf die Krim geliefert worden seien. Das Management reichte daher in Moskau Klage gegen seinen russischen Abnehmer Technopromexport (TPE) ein, als dessen Opfer sich Siemens sieht. TPE ist Generalunternehmer sowohl für das nie gebaute Kraftwerk auf Taman als auch für auf der Krim geplante Projekte. Das russische Unternehmen hatte erklärt, die Turbinen für die Krim auf dem Zweitmarkt gekauft zu haben. Sie seien von russischen Spezialisten modernisiert worden. Die Regierung in Moskau steht auf dem Standpunkt, dass es sich um Ausrüstung aus russischer Produktion handele, die deshalb keinen Sanktionen unterliege.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×