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14.12.2012

09:49 Uhr

Siemens-Rivale

ABB plant Einschnitte in Energiesparte

Nach Siemens will auch der Rivale ABB seine Energietechniksparte auf den Kopf stellen: Statt auf Solaranlagen und Wasserwerke will der Schweizer Elektrokonzern in Zukunft auf Dienstleistungen und Software setzen.

Joe Hogan ist der Vorsitzende beim Siemens-Rivalen bei ABB. Reuters

Joe Hogan ist der Vorsitzende beim Siemens-Rivalen bei ABB.

Der Elektrokonzern ABB krempelt ähnlich wie der Rivale Siemens seine Energietechniksparte um und plant Einschnitte. Wegen zu geringer Ertragskraft wollen sich die Schweizer nach Angaben vom Freitag weitgehend aus dem Geschäft als Generalunternehmer für Solaranlagen und Wasserwerke zurückziehen und sich verstärkt auf Produkte, Dienstleistungen und Software verlegen.

ABB-Chef Joe Hogan beklagte, dass die Marge der Division Energietechniksysteme wegen des Projektgeschäfts zu gering sei. „Wir haben in den letzten Jahren erheblich investiert, um das Ertragspotenzial der Division Energietechniksysteme zu steigern", erklärte er. "Dennoch konnte die Division keine konstanten Erträge erzielen. Das ist nicht akzeptabel." Es werde zu Entlassungen kommen, sagte ein ABB-Sprecher. Der Umfang sei allerdings nicht nennenswert.

Künftig soll das einträgliche Geschäft mit Komponenten wie Hochspannungskabeln, Gleichstrom- und Verteilertechnik und Leistungshalbleitern eine Rendite von neun bis zwölf Prozent abwerfen. Bisher galt für das Segment ein Margenziel von sieben bis elf Prozent. Der Umsatz werde indes langsamer zulegen und im Durchschnitt nur noch um sieben bis elf Prozent jährlich wachsen. Die geplante Schließung von weltweit zehn Projekteinheiten und die übrige Restrukturierung werde ABB im laufenden Quartal 350 Millionen Dollar kosten, kündigte Hogan an.

Der ABB-Abschied als Generalunternehmer für Photovoltaikanlagen und Wasserwerke ähnelt den derzeit laufenden Einschnitten beim größeren Rivalen Siemens. Die Münchner geben ebenfalls ihr verlustträchtiges Solargeschäft und die ertragsschwache Ausrüstung von Wasserwerken auf und suchen für die Bereiche Abnehmer.

Von

rtr

Kommentare (5)

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HofmannM

14.12.2012, 10:18 Uhr

Tsja, so ist es halt! Erneuerbare Energieprojekte müssen sich halt zum Schluss auch immer am Markt (ohne Subventionen) rechnen. Damit ist die Energiewende der Kanzlerin Merkel eine gorße politische Fehlleistung. Auf Kosten den deutschen Bürger. Das EEG ist und bleibt ein menschenverachtendes und perfides Wohlstandsvernichtungsgesetz. Es zwingt uns Bürger einen Strom abzunehmen, der nicht benötigt wird. Er zwingt uns Bürger den Strom über den Marktpreis abzunehmen. Dieser Strom von Solarparks und Windmühlenparks ist ein Abzockerstrom und macht unser Allgemeingut Strom und unbezahlbaren Luxusstrom!

vandale

14.12.2012, 10:27 Uhr

Hi Hofmann..offensichtlich rechnen sich diese politisch erwünschen "Erneuerbaren Energien" nicht einmal mit extremen Subventionen, zumindest nicht für jeden Hersteller.

Vandale

vandale

14.12.2012, 10:38 Uhr

Als Ergänzung...Unternehmen wie Siemens und ABB haben Strukturen die aus dem konventionellen Elektritzitätsausrüstergeschäft kommen. Das ist ein Geschäft in dem erfahrene Ingenieure dicke Anforderungsprofile erstellen, reichlich dokumentieren, prüfen und die Zuverlässigkeit und Sicherheit einen grossen Stellenwert einnimmt.

Im Bereich "Erneuerbare Energien" ist dies nicht so gefragt, weil diese Anlagen zwar gesetzlichen Vorrang geniessen allerdings keine Verantwortung für die Netzstabilität, oder Versorgungssicherheit haben.

Zusammenfassend meine ich, dass diese Hersteller nicht die geeigneten Strukturen haben um im schnellebigen Geschäft der Oekosubventionen zu bestehen.

Vandale

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