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08.06.2015

21:05 Uhr

Siemens

Stellenabbau-Deal soll im Sommer stehen

Siemens will die Verhandlungen über den zusätzlichen Stellenabbau noch im Sommer beenden. Die IG Metall hat für Dienstag zu Protesten aufgerufen. Finanzvorstand Ralf Thomas verteidigte den Umbau gegen Kritik.

Insgesamt sollen weltweit mehr als 12.000 Stellen wegfallen. dpa

Siemens

Insgesamt sollen weltweit mehr als 12.000 Stellen wegfallen.

MünchenSiemens will die Verhandlungen über zusätzlichen Stellenabbau bald beenden. „Je schneller wir mit den Arbeitnehmervertretern einen Interessenausgleich abschließen können, desto kürzer ist auch für die Mitarbeiter die Phase der Unsicherheit“, sagte Personalvorstand Janina Kugel dem Handelsblatt. Sie erwarte einen Abschluss der noch ausstehenden Verhandlungen im Sommer. Die IG Metall hat für Dienstag zu Protesten gegen den Stellenabbau aufgerufen. Insgesamt sollen weltweit mehr als 12.000 Stellen wegfallen.
Sie wünsche sich, dass möglichst viele Betroffene einen anderen Job bei Siemens finden, erklärte Kugel. Derzeit gebe es 600 offene Stellen in Deutschland und 6000 weltweit. Ein Team kümmere sich um die Vermittlung neuer Jobs im Unternehmen. „Realistisch gesehen werden wir aber trotzdem nicht für alle eine interne Lösung finden.“

So krempelt Kaeser Siemens um

Größter Umbau seit Jahren

Erst Ruhe und Ordnung, dann der größte Umbau seit Jahren: Ab Mai 2014 packt Siemens-Chef Joe Kaeser überraschend viel an bei Deutschlands größtem Elektrokonzern. Von der Auflösung der Sektoren bis zum weiteren Vorstandsumbau - das Großreinemachen bei Siemens hat begonnen. Und ganz nebenbei traute sich Kaeser noch eine milliardenschwere Übernahme des französischen Industrierivalen Alstom zu und wagte sich dafür in ein Bietergefecht mit dem US-Rivalen General Electric (GE).

Was soll sich bei Siemens verändern?

Die von Kaesers Vorgänger Peter Löscher eingeführte Einteilung in die vier Sektoren Energie, Industrie, Medizintechnik und Infrastruktur & Städte sollte ab Oktober 2014 Geschichte sein, das Geschäft in neun statt bisher 16 Divisionen zusammengefasst werden. Für die Hörgeräte-Sparte, für die vor Jahren ein Verkauf platzte, plant Siemens einen Börsengang. Die restliche Medizintechnik bleibt zwar im Konzern - sollte aber ab Oktober eigenständig außerhalb der neun Divisionen geführt werden und damit unabhängig vom Organisationsaufbau des restlichen Konzerns. Hinzu kommt der Zukauf des Gasturbinen- und Kompressorengeschäfts vom Flugzeugtriebwerkhersteller Rolls-Royce.

Wen treffen die Veränderungen?

Siemens hatte per Sparprogramm 15.000 Stellen gestrichen. Betroffen vom weiteren Umbau sollten vor allem Arbeitsplätze in der Verwaltung sein. Im Zuge des Umbaus gab aber auch der bisher für den Energiesektor zuständige Vorstand Michael Süß seinen Posten an die Shell-Managerin Lisa Davis ab. Süß war 2013 zeitweise sogar als möglicher Nachfolger Löschers gehandelt worden, der nach zwei Gewinnwarnungen in kurzer Folge Ende Juli 2013 Jahres seinen Hut nehmen musste.

Was will Kaeser mit dem Umbau erreichen?

Weniger Bürokratie, schlankere und übersichtlichere Strukturen, eine straffere Führung und mehr Kundennähe dürften zu Kaesers wichtigsten Zielen gehören. Ausdrücklich will er den Konzern auf die Wachstumsfelder Elektrifizierung, Automatisierung und Digitalisierung ausrichten. Siemens braucht wieder Anschluss an Wettbewerber wie den US-Mischkonzern GE, dem die Münchner seit Jahren in Sachen Rendite hinterherhecheln. Auch in der Akquisitionspolitik will Kaeser nach Rückschlägen seines Vorgängers Löscher zeigen, dass er es besser kann. Vielversprechende Geschäftsfelder stärken und weniger Zukunftsträchtiges abstoßen, heißt dabei seine Devise. Und ganz nebenbei bringt der Umbau weitere Einsparungen: Bis zum Herbst 2016 sollen die Kosten um eine Milliarde Euro sinken.

Welche Rolle spielte der Poker um Alstom?

Beide Baustellen haben zunächst wenig miteinander zu tun. Die Pläne für den Umbau, den Kaeser dem Aufsichtsrat vorlegte, reiften spätestens seit dem Wechsel des früheren Finanzvorstands an die Spitze von Siemens. Wären die Münchner bei den Franzosen zum Zuge gekommen, hätte Kaeser wohl ein weiteres Mal größere Umbauarbeiten beginnen müssen.

Finanzvorstand Ralf Thomas verteidigte den Umbau gegen Kritik von Investoren und Arbeitnehmern. Siemens sei „auf Kurs“, das Einsparziel von einer Milliarde Euro zu erreichen. Aktuell rechne er für das laufende Geschäftsjahr mit Restrukturierungskosten von rund 750 Millionen Euro. Wenn die Verhandlungen mit den Arbeitnehmern über die jüngsten Maßnahmen zügig vorankämen, könnten es aber bis zu eine Milliarde Euro im laufenden Geschäftsjahr werden.

Handelsblatt in 99 Sekunden

Siemens: Umbau oder doch nur Abbau?

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Von

ax

Kommentare (2)

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Account gelöscht!

09.06.2015, 10:04 Uhr

Grün-Sozialsitsiche Ideologie führt erst zum politischen Kernkraftausstieg und danach zu einer marktfeindlichen Energiewende per EEG.

Kernkraftausstieg/Energiewende/EEG = erst kommt die Lüge (Energie wenden zu können), dann der Betrug/Selbstbetrug (EEG) danach kommt der Mangel (Investionseinsparung, Stromeinsparzwang) und zum Schluss endet es in der Armut (Arbeitslosigkeit und Wettbewerbsunfähigkeit des deutschen Wirtschaftsstandort)

Die Grün-Sozialistische und wertelose CDU-Merkel hat hier zusammen mit dem Bettvorleger Seehofer von der CSU ganze vernichtende "wirtschaftliche Wertschöpfungsketten" Arbeit geleistet. Danke!

Herr Ingo Ulrich

11.06.2015, 09:50 Uhr

Ja es ist eine SCHANDE diese Politiker-Generation speziell seit ROT/GRÜN, nicht alle aber zu viele !

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