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21.11.2012

19:54 Uhr

Siemens

Verspätete ICE-Auslieferung verärgert Bahn

Bei den ICE-Zügen von Siemens an die Deutsche Bahn kommt es erneut zu Verzögerungen. Die Bahn hätte eigentlich schon Ende 2011 insgesamt 16 Züge bekommen sollen – und reagiert enttäuscht.

Der Hersteller Siemens hat die Übergabe von 16 neuen ICE-Zügen an die Deutsche Bahn erneut verschoben. dapd

Der Hersteller Siemens hat die Übergabe von 16 neuen ICE-Zügen an die Deutsche Bahn erneut verschoben.

MünchenNach rund einem Jahr Geduldsprobe muss die Deutsche Bahn noch länger auf die bei Siemens bestellten neuen ICE-Züge warten. Die Übergabe verzögere sich über Anfang Dezember hinaus, teilte der Münchner Konzern am Mittwoch mit. Ursache für die erneute Verspätung seien Softwareprobleme, die in den vergangenen Wochen bei Testfahrten aufgetreten seien. Die Bahn zeigte sich "sehr enttäuscht und verärgert".

Durch die Lieferverzögerungen der Münchener könne den Kunden in diesem Winter wieder keine ausreichende Reserve an Fahrzeugen geboten werden, sagte ein Konzernsprecher. Am Donnerstag werde sich die Bahn detaillierter äußern.

Wann die Hochgeschwindigkeitszüge für den Inlandsverkehr nun geliefert werden können, blieb offen. Ein Siemens-Sprecher wollte sich zu der Frage ebenso wie zu möglichen Folgen der erneuten Verzögerung nicht äußern. Ursprünglich sollte die Deutsche Bahn Ende 2011 von Siemens 16 ICE im Wert von 500 Millionen Euro erhalten. Die Auslieferung verzögerte sich allerdings wegen technischer Probleme. Im September versicherte Siemens, zum Winterfahrplan stünden der Bahn acht voll einsatzfähige Züge zur Verfügung. Zuletzt hieß es in Medienberichten, bis zum Fahrplanwechsel im Dezember würden nur drei Züge geliefert.

Die Bahn in Zahlen

Umsatz

Die Deutsche Bahn verbuchte im ersten Halbjahr 2012 einen Umsatz von 19,5 Milliarden Euro (18,9 Milliarden Euro im entsprechenden Vorjahreszeitraum). Insgesamt kam die Bahn 2011 auf einen Umsatz von 37,90 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es 34,41 Milliarden Euro.

Gewinn vor Zinsen und Steuern

Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) beträgt 1,3 Milliarden Euro (1,1 Milliarden Euro).

Halbjahresergebnis

Halbjahresergebnis: 794 Millionen Euro (648 Millionen Euro).

Mitarbeiter zum Jahresende

Genau 284.319 hatte der Staatskonzern zum Jahresende 2011. Das waren gut 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Mitarbeiter zum 30. Juni: 286 215 (30. Juni 2011: 284 319).
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Fahrgäste Bahnverkehr pro Tag

Fahrgäste Bahnverkehr im ersten Halbjahr: mehr als 1,0 Milliarde (973 Millionen). 2011 fuhren täglich rund 5,43 Millionen Menschen mit der Deutschen Bahn. 2010 waren es noch rund 5,34 Millionen.

Personenverkehr

Die Züge der Bahn legten im vergangenen Jahr 79,2 Milliarden Personenkilometer zurück. Ein wenig mehr als ein Jahr zuvor (78,6 Milliarden Personenkilometer).

Beförderte Güter im Schienenverkehr

Beförderte Güter im Schienenverkehr: 202,3 Millionen Tonnen (207,8 Millionen Tonnen).

Schienennetz

Das Schienennetz der Deutschen Bahn ist weiter geschrumpft. 2011 waren es nur noch 33.576 Kilometer. Ein Jahr zuvor gab es noch 33.723 Kilometer Schiene.

Siemens teilte weiter mit, alle Beteiligten arbeiteten mit Nachdruck daran, die Probleme mit der Zugsteuerung zu beheben. Die noch ausstehenden Tests und Abnahmen fänden "in enger Abstimmung" mit der Deutschen Bahn statt. Anschließend würden die Züge nach und nach ausgeliefert. Unabhängig davon habe Siemens drei ICE-Züge für Schulungszwecke und zur Vorbereitung des Einsatzes zur Verfügung gestellt.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Nachwuchs

21.11.2012, 18:52 Uhr

Wann werden die vorsätzlich versagenden Manager endlich fristlos gefeuert und zum Schadenersatz verpflichtet und nicht mit Boni noch belohnt?

Account gelöscht!

21.11.2012, 21:01 Uhr

Ich werde aber entsetzt jedes Mal die Deutsche Bahn Verspätungen hat. Die Bahn sollte sich zuerst um ihre eigene Pünktlichkeit und Verbindlichkeit kümmern.

Gast

21.11.2012, 22:05 Uhr

Da es sich bei dem Zug um den Velaro handelt, kann ich die Verzögerungen nicht verstehen. Siemens hat in China mit einem dortigen Partner schon mehr als 100 Züge gebaut und ausgeliefert. Wie kann es sein, dass die Züge in China wie vom Fließband rollen und hier im Hightech Land nicht einmal 16 Züge geliefert werden können? Wie kann es sein, dass da noch nicht das ganze Management in dem Bereich bei Siemens gefeuert wurde?

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