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10.01.2011

20:09 Uhr

Siemens-Vorstand

„Diese Party geht nicht immer so weiter“

Der Elektrokonzern Siemens ist gut ins neue Geschäftsjahr gestartet. Im Vergleich zum Vorjahr rechnet das Unternehmen für die Zeit zwischen Oktober und Dezember mit einem starken Zuwachs beim Auftragseingang. Doch Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser sieht auch Risiken für's Geschäft.

Siemens-Vorstand Kaeser: Gutes Geschäft, aber kein Grund für Euphorie. dpa

Siemens-Vorstand Kaeser: Gutes Geschäft, aber kein Grund für Euphorie.

HB NEW YORK/MÜNCHEN. Siemens ist mit prall gefüllten Auftragsbüchern in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Das Volumen der neuen Orders habe im vergangenen Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum „sehr stark“ zugelegt, heißt es in einer Analystenpräsentation von Finanzvorstand Joe Kaeser vom Montag. An den Wert von rund 23,5 Milliarden Euro des Schlussquartals des Siemens-Geschäftsjahres (zum Ende September) hätten die Aufträge aber nicht herangereicht. „Wir sind ordentlich gestartet und liegen voll auf Kurs mit unseren Zielen“, sagte er in New York.

Der Konzernumsatz habe 17,4 Milliarden Euro überschritten, bleibe aber unter den 21,2 Milliarden Euro des Vorquartals. Das Ergebnis aus dem fortgeführtem Geschäft liege über 1,5 Milliarden Euro. Besonders das kurzzyklische Geschäft mit Industrieausrüstung habe zuletzt stark angezogen, auch der Verkauf von Zügen und Energietechnik für herkömmliche Stromerzeugung laufe gut. Kaeser warnte allerdings vor allzu optimistischen Erwartungen. Bei der Industrietechnik sei im zweiten Geschäftshalbjahr eine Drosselung des Wachstumstempos absehbar. „Diese Party geht nicht immer so weiter, weil sie in Teilen auch eine Aufholjagd zum Krisenjahr 2009 ist“, erklärte er.

In der Windenergie gehe zudem der Auftragseingang saisonal bedingt zurück. Vorleistungen und die Integration der relativ neuen Solartechnik würden auf dem Gewinn der Sparte Erneuerbare Energien lasten. In der Medizintechnik lahmt weiterhin die für Milliardensummen zusammengekaufte Diagnostiksparte. Das Segment sei zwar auf gutem Wege, „allerdings dürfte sich das erst mittelfristig in einer Wachstumsbeschleunigung niederschlagen“.

Auch die Summen, die der Aufbau einer konkurrenzfähigen Partikeltherapie für die Krebsbehandlung verschlinge, seien nach wie vor unbefriedigend.

Unter dem Strich dürfte der Quartalsgewinn von Siemens von der Trennung von der IT-Sparte SIS belastet werden. Durch den Verkauf an die französische Atos Origin stünden Abschreibungen an. Zusammen mit den Ausgliederungskosten dürften die Sonderlasten im ersten Halbjahr einen mittleren bis hohen dreistelligen Millionenbetrag ausmachen, hieß es. Das Tagesgeschäft habe sich im vergangenen Quartal stabilisiert.

Während Siemens mit dem SIS-Verkauf eine Sorgentochter los ist, ziehen sich die Probleme mit der ungeliebten Gemeinschaftstochter NSN in die Länge. Die Sanierung des mit Nokia betriebenen Netzwerkbauers verschiebe sich weiter, heißt es in der Präsentation. Die beiden Mütter verhandeln seit einiger Zeit mit Finanzinvestoren über einen Einstieg bei NSN, sind aber bislang zu keinem Abschluss gekommen.

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